Katholische Theologie

Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaften

Die Geburt des Jüngsten Gerichts. Eschatologie

 

Das Jüngste Gericht gehört zu den Grundvorstellungen des Judentums, des Christentums und des Islam, und doch ist »der Gedanke eines Endes der Zeiten«, wie Umberto Eco feststellt, »heute viel charakteristischer für die laizistische als für die christliche Welt. Die christliche Welt hat diesen Gedanken zum Gegenstand der Meditation gemacht, und die laizistische Welt tut so, als ob sie ihn ignorieren würde, aber sie ist von diesem Gedanken besessen.«

Während apokalyptische Erwartungen in nur oberflächlich säkularisierter Form im Kino Massen fesseln und Philosophen wie Ernst Bloch das »Prinzip Hoffnung« ins Zentrum ihrer Reflektionen stellen, scheinen Christinnen und Christen mit der Vorstellung eines Jüngsten Gerichts eher Probleme zu haben.

Der Forschungsschwerpunkt geht der Entstehung und schrittweisen Entfaltung der Zukunftserwartungen der biblischen und außerbiblischen frühjüdischen und frühchristlichen Literatur nach und fragt Motiv um Motiv, welche theologisch unaufgebbaren Optionen den eschatologischen Erwartungen zugrundelagen und der säkularisierten Rezeption apokalyptischer Szenarien noch immer zugrundeliegen.

 

Lehrveranstaltungen

Vorlesungen

Sommer 2002; Winter 2002/03; Winter 2004/05; Sommer 2007; Sommer 2009; Sommer 2012

 

 

Seminare

Sommer 2000; Sommer 2002; Winter 2006/07

 

Publikationen

… from science to science:

Bieberstein, Klaus, Die Pforte der Gehenna. Die Entstehung der eschatologischen Erinnerungslandschaft Jerusalems, in: Janowski, Bernd / Ego, Beate (Hg.), Das biblische Weltbild und seine altorientalischen Kontexte (Forschungen zum Alten Testament 32), Tübingen 2001, 503–539.

Bieberstein, Klaus / Bieberstein, Sabine, Angesichts des Todes das Leben formulieren. Abschiedsworte Sterbender in der biblischen Literatur, in: Jahrbuch für Biblische Theologie 19, 2004, 3–47.

Rölver, Olaf, [Sammelrezension zum Thema »Jenseitsvorstellungen im Alten Testament«], in: Bibel und Kirche 61/1, 2006, 46–49.

Bieberstein, Klaus, Jenseits der Todesschwelle. Die Entstehung der Auferstehungshoffnungen in der alttestamentlich-frühjüdischen Literatur, in: Berlejung, Angelika / Janowski, Bernd (Hg.), Tod und Jenseits im alten Israel und seiner Umwelt. Theologische, religionsgeschichtliche, archäologische und ikonographische Aspekte (Forschungen zum Alten Testament 64), Tübingen 2009, 423–446.

Rölver, Olaf, Christliche Existenz zwischen den Gerichten Gottes. Untersuchungen zur Eschatologie des Matthäusevangeliums (BBB 163), Göttingen 2010.

Bieberstein, Klaus, Mythical Space and Mythical Time. Jerusalem as the Site of the Last Judgment, in: Økland, Jorunn / de Vos, Cornelis J. / Wenell, Karen J. (Hg.), Constructions of Space, III. Biblical Spatiality and the Sacred (The Library of Hebrew Bible / Old Testament Studies 540), London / Oxford / New York / New Delhi / Sydney: Bloomsbury T & T Clark, 2016, 37–57.

… from science to public (Auswahl):

Bieberstein, Klaus, Der lange Weg zur Auferstehung der Toten. Eine Skizze zur Entstehung der Eschatologie im Alten Testament, in: Bieberstein, Sabine / Kosch, Daniel (Hg.), Auferstehung hat einen Namen. Biblische Anstöße zum Christsein heute. Festschrift für Hermann-Josef Venetz, Luzern 1998, 3–16.

Bieberstein, Klaus, Leben mit dem Tod – Leben gegen den Tod. Der Umgang mit dem Tod im Alten Israel: Welt und Umwelt der Bibel 27, 2003, 4–11.

Bieberstein, Klaus / Bieberstein, Sabine, Auferweckt gemäß der Schrift. Das Ringen um Gottes Gerechtigkeit und die Hoffnung auf die Auferweckung der Toten: Bibel und Kirche 64 (2009) 70-77.