Prof. Dr. Erik Anonby zu Gast am Lehrstuhl (Humboldt-Forschungsstipendium)

Prof. Dr. Erik Anonby (Carleton University/Kanada) erhält ein Forschungsstipendium für erfahrene Wissenschaftler der Alexander von Humboldt-Stiftung und ist vom 1. Juli 2016 bis zum 31. Dezember 2017 zu Gast am Lehrstuhl für Allgemeine Sprachwissenschaft.

Erik Anonby ist Associate Professor of French and Linguistics an der Carleton University/Kanada. In seiner Forschung beschäftigt er sich hauptsächlich mit der Dokumentation von Sprachen des Mittleren Ostens, mit einem besonderen Schwerpunkt auf wenig erforschten und bedrohten Sprachen der Region. In erster Linie befasst er sich mit der lautlichen Analyse (Phonologie). Gegenwärtig leitet er ein Projekt zur Erstellung eines Sprachatlasses der Sprachen Irans, ein Land mit einer bemerkenswerten sprachlichen Vielfalt. Bei der Kartierung kommt das open access Nunaliit Atlas Framework zur Anwendung, das eine interaktive Organisierung und Repräsentation von Sprachdaten ermöglicht. Während seines Aufenthalts in Bamberg wird Prof. Anonby gemeinsam mit Prof. Dr. Geoffrey Haig und anderen Wissenschaftlern in Deutschland ein Pilotprojekt durchführen, mit dem Ziel einer detaillierten digitalen Darstellung der Sprachenvielfalt im Zagrosgebirge in West-Iran. Über die reine Dokumentation der linguistischen Vielfalt der Region hinaus, wird dieses Projekt grundlegende Daten liefern für ein besseres Verständnis der internen historischen Beziehungen zwischen den Sprachen der iranischen Sprachfamilie und deren Sprechern sowie über den Einfluss anderer Sprachfamilien der Region (beispielsweise den der semitischen Sprachen) auf die iranischen Sprachen der Region.

Siehe auch den Beitrag im uni.kat/Sommersemester 2016 (S. 18-21) unter folgendem Link.