Das Fundmaterial aus den Grabungen auf Insula 25 der Colonia Ulpia Traiana/Xanten

Mit dem Bau des Forums als Sitz der städtischen Verwaltung, der Gerichtsbarkeit und des Handels, bildete die Insula 25 das politische und administrative Zentrum der Colonia Ulpia Traiana und prägte als zentrale Platzanlage das Stadtbild. Um diesen zentralen Bereich des römischen Xanten einzurichten, musste das zuvor bereits besiedelte Gebiet von der älteren Bebauung befreit und als Baugrund ausgewiesen werden. Im Rahmen eines vom Landschaftsverband Rheinland finanzierten Kooperationsprojekts des APX und der Professur für Archäologie der Römischen Provinzen werden nun die umfangreichen Funde sowohl aus dem Bereich der Vorgängerbebauung als auch aus den Nutzungsphasen des Forums bearbeitet.
Die umfassenden Ausgrabungen legten eine dichte Abfolge von Bauperioden im Forumsbereich frei. Die frühesten Spuren auf dem Gelände gehören zu einem eisenzeitlichen Gräberfeld. Die älteste römische Siedlungstätigkeit setzt um die Zeitenwende ein und weist dieses Areal bereits lange vor Erhebung des Platzes zur Colonia als Kernbereich der stetig wachsenden Siedlung aus. So wurden während des gesamten 1. Jahrhunderts n. Chr. fortdauernde Baumaßnahmen an den Gebäuden durchgeführt. Sie sind durch eine typische Kombination von Wohnbebauung mit Läden und Werkstätten charakterisiert und weisen die spätere Forumsinsula als zentrale Ökonomiezone der frühen Stadtgründung aus.
Ziel der Auswertung der Funde ist die Datierung der Baubefunde und die funktionale Einordnung der Nutzungsbereiche der verschiedenen frühkaiserzeitlichen Gebäude. Zudem sollen Erkenntnisse zu Sozialstrukturen und zu den wirtschaftlichen Beziehungen im Entwicklungsverlauf der vorcoloniazeitlichen Siedlung gewonnen werden. Dabei wird auch untersucht, welche Rolle dem inschriftlich und über Ausrüstungsgegenstände in der Zivilsiedlung nachgewiesenen Militär zukommt.
Damit stellt die Auswertung der Funde eine wichtige Ergänzung zu der parallel zur Fundbearbeitung laufenden Auswertung der Baustrukturen durch Valeria Selke dar. Die Zusammenführung beider Forschungsvorhaben wird einen substantiellen Beitrag zur Kulturgeschichte einer römischen Metropole nördlich der Alpen leisten.

Bearbeitung: Dr. Regina Franke. Kontakt: regina.franke(at)uni-bamberg.de