Quellen zur Bildungspolitik, Wissenschafts- und Universitätsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Lyzeum und PTH Bamberg

Projektlaufzeit

01.10.2018 bis 30.09.2020

Förderung

Das Projekt wird freundlich unterstützt durch die Rainer Markgraf Stiftung Bayreuth, die Oberfrankenstiftung und die Lyzeumstiftung Bamberg.

Projektbeteiligte

Leitung: Dr. Margrit Prussat

Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter: N.N.

Kontakt: archiv(at)uni-bamberg.de

Ziele

Universitätsgeschichte Open Access

Große Teile des regional und überregional bedeutenden, geschlossenen Bestands an Akten, Amtsbüchern und Korrespondenzserien zum Lyzeum und der Philosophisch-Theologischen Hochschule Bamberg (19. und 20. Jahrhundert) werden digitalisiert und über das Archivportal-D open access bereitgestellt. Die Anreicherung mit strukturierten Metadaten soll die Recherchierbarkeit der Quellen erleichtern.

Anregung neuer Forschungsfragen zur Bildungsgeschichte Bayerns und Oberfrankens

Durch die Bereitstellung der unikalen und bisher erst wenig rezipierten Archivalien sollen neue Forschungen zur Bildungspolitik sowie Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte angeregt und erleichtert werden, insbesondere zur Entwicklung der Bildungsanstalten Bayerns und Oberfrankens. Eine Einbindung von Quellen in digitale Arbeitsumgebungen soll ermöglicht werden, um schließlich für eine bessere Rückbindung von Forschungsergebnissen an die Archivalien zu sorgen.

Best practice Empfehlungen für die Digitalisierung in kleineren Archiven

Da Universitätsarchive häufig kleine Einrichtungen mit geringem Personalbestand sind, soll anhand des Digitalisierungsprojekts ein Modell erstellt und erprobt werden, das es auch kleinen Archiven erlaubt, auf bestehenden Erschließungsdaten aufzusetzen und recherchefreundliche digitale Wissensbestände zu generieren.

Inhalte

  • Digitalisierung von Schlüsseldokumenten zur Universitätsgeschichte
  • Anreicherung der Digitalisate mit strukturierten Metadaten
  • Online Bereitstellung der Digitalisate und Metadaten
  • Erstellen von best practice Tipps für Digitalisierungsprojekte kleinerer Archive

Hintergrund

In der Universitätslandschaft Deutschlands stellt die Genese der Otto-Friedrich-Universität Bamberg einen Sonderfall dar. Sie wurde 1979 als Nachfolgerin der aufgelösten Universitas Ottoniano-Fridericiana (1648-1803) wiedergegründet und erhielt 1988 das Recht, ihren alten Namen wieder anzunehmen. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war, dass die akademische Ausbildung in Bamberg nach der Schließung der Universität des Fürstbistums nicht abbrach, sondern in Form eines Lyzeums und weiterer Einrichtungen kontinuierlich weitergeführt wurde. Das Lyzeum Bamberg spielt somit eine zentrale Rolle für den Universitätsstandort Bamberg und liefert darüber hinaus ein besonderes Beispiel für die Bildungspolitik Bayerns. Die Wiedergründung der Universität verlief nicht als einfacher Verwaltungsakt, sondern war das Ergebnis lang andauernder und kontroverser bildungs- und hochschulpolitischer Auseinandersetzungen seit dem 19. Jahrhundert.

Die bayerischen Lyzeen waren im nationalen Vergleich eine Besonderheit unter den höheren akademischen Bildungsanstalten. Sie entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, oft als Nachfolger aufgelöster Universitäten in kirchlicher Trägerschaft. An den Lyzeen wurde die theologische Ausbildung unter nunmehr staatlicher Ägide fortgeführt. Außerdem wurde Lehrpersonal für die Schulen und Lyzeen gerade in den mittelgroßen Städten Bayerns ausgebildet.

Zu dieser bildungspolitisch höchst spannenden Phase liegen erhebliche Forschungsdesiderata vor. Während die Geschichte der Universität des Fürstbistums als gut erschlossen gilt, steht eine umfassende Aufarbeitung der Geschichte des Lyzeums und der PTH Bamberg noch aus, gerade im Hinblick auf ihre hochschulpolitische Bedeutung und die strategische Schlüsselfunktion in der Entwicklung der Universität.