Institut für Archäologische Wissenschaften, Denkmalwissenschaften und Kunstgeschichte

Bamberger Friedhöfe

Liebfrauen-Siechhaus und St. Antoni-Siechhof

 

Liebfrauen-Siechhaus

Das Liebfrauen-Siechhaus, auch „Frauen-Siechhaus am Sande“ und “Leprosenhaus” genannt, wird erstmal als “Siechhaus an der Hallstadter Straße” im Zusammenhang mit der Ansiedlung der Franziskaner im Jahre 1223 erwähnt. 1757 wurde es mit dem St. Antoni-Siechhof an der Hallstadter Straße in einem neu erbauten Gebäude vereint. Ob die Umgebung des Siechhofes schon vor der Errichtung des Gottesackers 1565 als Grablege (wie beim St. Antoni-Siechhof vermutet) gedient haben könnte, z. B. im unmittelbaren Umfeld der ehemaligen St. Marien-Kapelle, lässt sich nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht belegen.

St. Antoni-Siechhof

Der im 13. Jahrhundert als Leprosenspital gegründete und 1757 wegen Baufälligkeit in den Frauensiechhof der Hallstadter Straße umgesiedelte St. Antoni-Siechhof besaß anscheinend einen eigenen Friedhof. Dies wird durch ein Rechnungsbuch aus den Jahren 1522/23 sowie durch die Abbildung auf dem Zweidlerplan bestätigt. Als der Friedhof um die Obere Pfarre keinen ausreichenden Platz mehr für Bestattungen bot, wurde ein Teil des ein knappes Jahrzehnt zuvor umgesiedelten St. Antoni-Siechhauses ab 1771 durch ein fürstbischöfliches Dekret als Bestattungsort genutzt. Da jedoch schon am 29. September 1802 auf dem Oberen Stephansberg ein neuer Friedhof eingeweiht wurde, verlor der St. Antoni-Friedhof bis 1824 als Bestattungsort zunehmend an Bedeutung und wurde ab 1885 schließlich zu einer Gartenanlage umgestaltet. Erhalten ist heute noch die Laurenzikapelle.