Institut für Archäologische Wissenschaften, Denkmalwissenschaften und Kunstgeschichte

Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit

Fragestellungen

Das Projekt will folgende Fragen untersuchen:

  • Welche historische Veränderungen der landwirtschaftlichen Anbaumethoden lassen sich feststellen, und welche Auswirkungen hatten diese Veränderungen auf die Zusammensetzung der Böden, auf die Topographie und auf die Pflanzengesellschaften in der Siedlungskammer? 
  • Welche Methoden der Bodenverbesserung wurden in unterschiedlichen Epochen angewendet, und wie schlagen sich diese im Boden nieder?
  • Welche Nutzpflanzenarten lassen sich für die verschiedenen Jahrhunderte nachweisen?
  • Welche Waldnutzung (Glas-, Holzkohle-, Pechherstellung) lässt sich durch Oberflächenmerkmale nachweisen und welche wirtschaftliche Bedeutung hatten diese Tätigkeiten?

Methodik

Dem Projekt liegt ein interdisziplinärer Ansatz zugrunde. Durch archäologische Surveys auf ausgewählten Flurstücken wird die Zusammensetzung und die Dichte der Artefaktstreuung auf den Feldern erhoben. Diese Daten erlauben Einblicke in die Art und die Intensität der Düngung der untersuchten Flächen, und eine grobe zeitliche Einordnung des Beginns ihrer Bewirtschaftung. Die in den landwirtschaftlich genutzten Feldern aufgesammelten Objekte erlauben auch Aussagen zur Ausstattung der Haushalte in Fatschenbrunn, z.B. durch Funde von Ofenkacheln.

Durch bodenkundliche Untersuchungen des Instituts für Geographie der Universität Erlangen wird die Güte und der Aufbau der Böden in der Siedllungskammer bestimmt. Es ist darüber hinaus geplant, durch die Untersuchung der keimfähigen Samen im Boden, der Phytolithen und der Fäkalmarker die Art der Düngung und der angebauten Pflanzen zu rekonstruieren. Die bodenkundlichen und botanischen Daten werden mit den archäologischen und historisch-geographischen Daten korreliert, um die vergangene Landnutzung zu rekonstruieren.