Jugendliche in Begegnungsreisen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern – eine empirische Rekonstruktion ihrer Orientierungen zu Weltgesellschaft und Globalisierung in einem pädagogischen Lernarrangement.

Förderung durch die DFG 2010 bis 2012.

DFG-Geschäftszeichen: SCHE 646/3-1

Mit diesem qualitativ-empirisch angelegten Forschungsvorhaben soll ein Beitrag zur erzie­hungswissenschaftlichen Globalisierungsforschung in einem Segment – Nord-Süd-Begeg­nungsreisen – geleistet werden. Es werden Orientierungen von jugendlichen Teilnehmenden an pädagogisch intendierten Begegnungsreisen aus Industrie- und Entwicklungsländern im Hinblick auf das Verständnis von Globalisierung und Weltgesellschaft rekonstruiert. Welches Verständnis zeigen Jugendliche, die über die Begegnungsreise Formen der Globalisierung über ein von der eigenen Herkunft differierendes Wirtschafts- und Kulturleben kennenlernen konnten, bezüglich Prozessen der Globalisierung? Gibt es Unterschiede zwischen der Nord- und der Süd-Perspektive, d.h. zwischen der Perspektive von Jugendlichen, die aus ei­ner reichen Gesellschaft kommen im Vergleich zu jenen, die aus ärmeren Ländern die Glo­balisierung wahrnehmen? Untersucht wer­den Mitglieder deutscher Gruppen, die Bolivien bzw. Ruanda kennengelernt haben (Nord-Perspektive), Mitglieder von Gruppen aus Ruanda und Bolivien, die an einer Reise nach Deutschland teilgenommen haben (Süd-Perspektive), sowie Teilnehmende von Begegnungsreisen, die besucht wurden. Mit den Teilnehmenden der Be­gegnungsreisen werden ein halbes bis zwei Jahre nach der Reise in ihrem Heimatland und in ihrer Mutter- bzw. Verkehrssprache Gruppendiskussionen durchgeführt und diese nach der do­kumentarischen Methode (vgl. Bohnsack 2008) ausgewertet.

01.04.2010-01.04.2013, Antragszeitraum 01.04.2010-31.03.2012

a) Arbeiten, die in Publikationsorganen mit einer wissenschaftlichen Qualitätssicherung zum Zeitpunkt der Berichterstellung erschienen oder endgültig angenommen sind, in fachüblicher Gliederung; Buchveröffentlichungen.

  • Krogull, S./Scheunpflug, A. (2014): When Good Intentions Aren´t Enough. In: german research. Magazine of the Deutsche Forschungsgemeinschaft, 2/2014, S. 24-27. Link to the Publication(1.2 MB)
  • Krogull, S./Scheunpflug, A. (2013): Citizenship-Education durch internationale Begegnungen im Nord-Süd-Kontext? Empirische Befunde zu Begegnungsreisen in Deutschland, Ruanda und Bolivien. In: Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, 33. Jg., H.3, S. 231-248
  • Krogull, S./Scheunpflug, A. (2013): „Organisation“ als Kategorie des Lernens über Globalisierung in Begegnungen im Nord-Süd-Kontext, in: Göhlich et al. (Hrsg.): Or-ganisation und kulturelle Differenz. Diversity, Interkulturelle Öffnung, Internationalisierung. Springer VS: Wiesbaden, S. 239-251.
  • Krogull, S. (2012): Bildungsreisen als Lernmöglichkeiten. In: Klemm, U./Lang-Wojtasik, G. (Hrsg.): Handlexikon Globales Lernen. Klemm & Oelschläger: Münster und Ulm, S. 33-36.
  • Krogull, S. (2011): Zwischen Paternalismus und Lernen – Austausch und Begegnung als weltgesellschaftliche Lernfelder, in: Sander, W./Scheunpflug, A. (Hrsg.): Politische Bildung in der Weltgesellschaft. Herausforderungen, Positionen, Kontroversen. Bundeszentrale für politische Bildung: Bonn, S. 293-306.