Das Wissen um Heilmittel und Heilverfahren hat im Mittelalter einen hohen Stellenwert. Dabei bilden die Werke der Spätantike die Grundlage für die mittelalterliche Heilkunde. Schon früh werden etwa die Anlage von Nutzgärten mit Heilkräutern beschrieben; das Lorscher Arnzneibuch, vermutlich das älteste eigenständige Arzneibuch, stammt aus dem Ende des 8. Jahrhunderts. Neben Rezeptliteratur entwickelt sich etwa mit „Naturbüchern“ (z.B. Konrad von Megenberg) im Mittelalter eine Textgattung, die zwischen ‚fiktionaler’ Literatur und ‚wissenschaftlichem’ Text steht. Wie zentral medizinisches Wissen im mittelalterlichen Alltag war, zeigen auch literarisches Werke, in denen Figuren oder Erzähler als heilkundig bzw. kenntnisreich auf dem Gebiet der Medizin gezeigt werden. Im frühen Mittelalter steht die Heilkunde zudem im Spannungsfeld zwischen Religion und (sich entwickelnder) Wissenschaft. Im Seminar soll das Thema „Medizin im Mittelalter“ aus den Blickwinkeln verschiedener Disziplinen betrachtet werden.
Neben den Organisatorinnen (Prof. Dr. Stefanie Stricker, Prof. Dr. Andrea Schindler) sind Herr Prof. Dr. Werner Taegert (Latinistik/Leiter der Staatsbibliothek), Herr Prof. Dr. Peter Wünsche (Theologie), Herr Dr. Winfried Büttner und Herr Dr. Philipp Burdy (Romanistik) beteiligt.
Herr Prof. Dr. Dr. Gundolf Keil (Medzingeschichte) hat bereits im Sommersemester 2009 einen einführenden Vortrag über "Medizin im Mittelalter" gehalten.
Das Seminar wird einstündig abgehalten; ein zweiter ECTS-Punkt kann durch eine Arbeit erworben werden.
Termine: 23.10.2009 und 30.10.2009, Details werden den Teilnehmern noch bekannt gegeben.
Bitten melden Sie sich bei Interesse im Sekretariat des Zentrums für Mittelalterstudien bei Frau Schönhammer an ( zemas@uni-bamberg.de).