AL Prof. Dr. Stringa, Dean Faculty of Economics, University Tirana
E-Mail: stringaomer(at)yahoo.com
BiH Prof. Dr. Sead Kreso, Faculty of Economics, University Sarajevo
E-Mail: sead.kreso(at)efsa.unsa.ba
HU Prof. Dr. Dietmar Meyer, Institut für Makroökonomik, Technische Universität Budapest und Andrassy Universität Budapest
E-Mail: meyer(at)lucifer.kgt.bme.hu
HU Prof. Dr. Laszlo Balogh, Department of Corporate Finance, Corvinus Universität Budapest und Universität Kaposvár
E-Mail: laszlo.balogh(at)uni-corvinus.hu meyer(at)lucifer.kgt.bme.hu
MK Prof. Dr. Abdylmenaf Bexheti, Pro-Rector of financial issues, South East European University (SEEU) Tetovo
E-Mail: a.bexheti(at)see-university.edu.mk
Prof. Dr. Dr. h.c. H.-Dieter Wenzel, Lehrstuhl für Finanzwissenschaft und Leiter der Bamberg Economic Research Group on Government and Growth (BERG)
Universität Bamberg
Feldkirchenstr. 21, 96052 Bamberg
E-Mail: public-finance(at)uni-bamberg.de
siehe DAAD Projekt unter http://www.uni-bamberg.de/vwl-fiwi/
Das seit 2001 vom DAAD geförderte Projekt der Universität Bamberg mit den Universitäten in Budapest, Sarajevo, Tetovo und Tirana verfolgt fünf miteinander verbundene Zielsetzungen, welche auf eine nachhaltige Entwicklung der akademischen Lehre und Forschung insbesondere beim albanischen Projektpartner abstellen.
Im Dezember 2003 wurde in Kooperation mit Bamberg die Idee für ein volkswirtschaftliches "Masterprogramm in European Economic Studies (MEES)" nach Bamberger Vorbild an der Universität Tirana geboren. Im Projektjahr 2004 stand die Umsetzung der beschlossenen Lehrkonzepte von der Theorie in die Praxis im Vordergrund der Projektaktivitäten und am 10. Dezember 2004 nahmen 37 Studierende den Studienbetrieb im EES-Masterprogramm Tirana auf. Im Sommer 2007 hat der zweite Jahrgang erfolgreich das zweijährige Programm beendet, während im Januar 2008 neue Studenten den Studienbetrieb im bereits vierten Jahrgang aufgenommen haben. Der fünfte Durchgang begann im Februar 2009. Die Verzögerung wurde durch die Frage verursacht, ob der Master als Teil der Doktorandenausbildung angerechnet werden darf. Anfangs wurde das Programm durch externe Dozenten und durch Dozentenfortbildung an den Partneruniversitäten begleitet. Schrittweise wurde während der letzten Jahre die Verantwortung für die Kurse und die Durchführung an die albanischen Kollegen übertragen. Nach der Etablierung des MEES-Programms lag im Projektjahr 2009 der Schwerpunkt der Förderung auf der Umstellung des MEES-Programms von einem derzeitigen zweijährigen Teilzeitprogramm auf ein einjähriges Vollzeitprogramm.
Die Umstellung auf ein Vollzeitprogramm ist auch deshalb nötig, um die Teilnahme von albanisch- und englischsprachigen Studenten aus der Region SOE zu ermöglichen. Eine finanzielle Unterstützung wäre erst dann auch im Rahmen des DAAD-Programms "Master Plus SOE" möglich. Die neueste Reform des albanischen Hochschulgesetzes (Stand August 2008) sieht jedoch wieder eine 3+2+3 Struktur vor. Dies hat den Vorteil der Äquivalenz mit dem Bamberger Curriculum, das ebenfalls in der 3+2+3 Form entwickelt ist.
Für das MEES Programm stellt sich nun die Erfordernis, von einem zweijährigen Teilzeitstudium auf ein zweijähriges Vollzeitstudium überzugehen. Dies wäre im Einklang mit den Empfehlungen einer Evaluierungskommission des DAAD, die sich im Dezember 2006 zur Evaluierung des MEES-Masterprogramms Tirana in Albanien aufhielt. Als ein Ergebnis der Evaluierung wurde angeregt, mittelfristig neben der berufsbegleitenden Qualifizierung auch ein Vollzeit-Masterprogramm anzubieten, an dem auch externe Studenten aus dem gesamten albanischsprachigem Raum teilnehmen könnten. Damit würde dann die Economics Faculty Tirana seiner Rolle als regionales Kompetenzzentrum weiter gerecht werden. Anfang 2009 wurde die nationale Akkreditierung von MEES Tirana erfolgreich abgeschlossen.
Die kontinuierlichen Qualitätsverbesserungen der Economics Faculty Tirana und die damit verbundene Steigerung des Bekanntheitsgrades und der Reputation soll in Zukunft auch eine stärkere Akquirierung von externen Studenten aus dem albanischsprachigen Raum ermöglichen, vor allem sobald das MEES-Masterprogramm Tirana als zweijähriges Vollzeitprogramm angeboten wird. Dies wird allerdings wohl noch bis 2011 dauern.
In enger Zusammenarbeit, insbesondere mit der Universität Bamberg soll der Ausbau der Economics Faculty Tirana zu einem regionalen Kompetenzzentrum für Wirtschaftswissenschaften im albanischsprachigen Raum weiter vorangetrieben werden. Dazu sollen insbesondere Lehrmodule für die ökonomische Ausbildung an anderen albanischsprachigen wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildungsgängen der Region, u.a. in Vlora, Elbasan, Tetovo, Prishtina und Kukes, entwickelt und bereitgestellt werden und Dozentenfortbildungsmaßnahmen an der Universität Tirana organisiert werden. Dazu wurde im Projektjahr 2006 die South East European University (SEEU) in Tetovo, Mazedonien, mit in die Projektaktivitäten eingebunden. Die Stellung Tiranas als regionales Kompetenzzentrum wurde im Jahr 2009 weiter fokussiert. Die geförderten Maßnahmen dienen dabei dem besseren Austausch zwischen den albanischsprachigen Universitäten zum jeweils gegenseitigen Vorteil. Es können so Professoren zu Gastdozenturen an die jeweiligen regionalen Universitäten kommen und Vorlesungen in ihrem jeweiligen Fachgebiet abhalten, was sowohl die Breite als auch die Tiefe der Curricular erhöht.
Im Projektjahr 2009 stand v.a. die Gewährleistung der hohen akademischen Qualität der Fakultät Economics Tirana im Vordergrund. Diese wurde jedoch meist durch andere Projektaktivitäten, wie der Förderung des Akademischen Nachwuchs oder der Umstellung des MEES-Programmes mittelbar gefördert.
Im Mai 2009 wurde die Universität Tirana für die Aufnahme in die Alpen-Adria-Rektoren-Konferenz vorgeschlagen, was ein Beweis für die akademische Kompetenz der Universität Tirana und das Funktionieren der Projektnetzwerkaktivitäten über die Economics Faculty ist. Der jetzige Rektor der Universität Tirana ist der bisherige Dekan der Fakultät Economics. Ferner ist für 2010 die Fortführung einer albanischsprachigen Version des Textbuches „Grundlagen der Volkswirtschaftslehre“, 7. überarbeitete und erweiterte Auflage (2008) von A. Heertje/H.-D. Wenzel geplant, die dem volkswirtschaftlichen Curriculums der Fakultät Economics zugrundezulegen wird.
Darüber hinaus gilt es die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern im Rahmen des Europäischen Doktoranden Seminars (EDS) unter Beteiligung der albanischen, bosnischen, mazedonischen und ungarischen Partner weiter fortzuführen. Nach dem erfolgreichen neunten EDS in Budapest, Ungarn ist im Projektjahr 2010 das zehnte EDS in Sarajevo, BiH, geplant. Hinsichtlich der Nachhaltigkeit muss festgehalten werden, dass sich das Europäische Doktorandenseminar bei allen Projektpartnern fest etabliert hat und ein zentrales Element der Netzwerkbildung und des Austausches der Forschungsergebnisse vor allem für die Nachwuchswissenschaftler darstellt. Nachwuchswissenschaftler stellen bei dem EDS den Großteil der Referenten. Die Förderung dieses Bereichs ist auch in Zukunft als äußerst wichtig einzuschätzen und soll einen Schwerpunkt der Arbeit in den folgenden Jahren bilden.
Der vierte Schwerpunkt der Projektaktivitäten zielt auf die Netzwerkbildung in der Volkswirtschaftlichen Forschungskooperation ab. Hierbei sollen alle beteiligten Universitäten eingebunden werden. Gleichzeitig sollen auch weitere Universitäten aus den Partnerländern in die Kooperation eingezogen werden, so wie es mit der Technischen Universität Budapest, der Corvinus Universität Budapest, der Universität Sarajevo, der deutschsprachigen Andrassy Universität Budapest und zuletzt der South East European University (SEEU) in Tetovo gelungen ist. Zugleich sollen Ministerien, Finanzinstitutionen und Forschungsinstitute der Partnerländer beteiligt werden. Beispiele sind hier die erfolgreiche Forschungskooperation mit der albanischen Zentralbank und dem albanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Energie (METE). Die gemeinsamen Forschungsaktivitäten sind über den universitären Bereich hinaus wichtig für die dauerhafte Verbindung der beteiligten Universitäten und der sonstigen Institutionen.
Eine steuernde Rolle fällt hierbei der Volkswirtschaftlichen Forschungsstelle der Universität Bamberg "Bamberg Economic Research Group on Government and Growth (BERG)" zu. Hier wurden in der „Working Paper Series“ und der speziell für das Projekt gegründeten wissenschaftlich Buchreihe „Public Economic Series (PES)“ eine Fülle von Forschungsarbeiten publiziert und im Internet bereitgestellt. Auch der Tagungsband der für September 2010 in Sarajevo geplanten zehnten EDS-Konferenz soll wieder in PES veröffentlicht werden.
Mit der TU Budapest wurde Ende 2006 in Bamberg ein Curriculum entwickelt, das im Bamberger Bachelorprogramm "European Economic Studies (EES)" und im Budapester Bachelorprogramm "Applied Economics" zu einem Doppelabschluss mit den akademischen Graden "Bachelor of Arts in European Economic Studies (EES)" (ab 2009 B.Sc.) und "Bachelor of Science in Applied Economics" führt. Ein diesbezügliches Rahmenabkommen zwischen der Universität Bamberg und der TU Budapest wurde im März 2007 unterzeichnet. Im Projektjahr 2007 wurde dieses bilaterale Abkommen bereits mit Leben gefüllt, d.h. dass bereits die ersten Austauschstudenten an diesem Doppelabschluss-Programm teilgenommen haben. Im Rahmen des DAAD Programms "Internationale Studiengänge mit Doppelabschluss" konnten für das Doppelabschlussprogramm im Rahmen der Erprobungsphase zusätzliche Mittel eingeworben werden, die den an dem Programm teilnehmenden deutschen Studenten eine finanzielle Unterstützung ermöglicht.
Im Mai 2007 wurde zusammen mit der University Sarajevo, School of Economics and Business, ein weiteres Doppelabschlussprogramm unterzeichnet, das im Bamberger Bachelorprogramm "European Economic Studies (EES)" und im Bosnischen Bachelorprogramm "Economics" zu einem Doppelabschluss mit den akademischen Graden "Bachelor of Arts in European Economic Studies (EES)" und "Bachelor of Arts in Economics" führt.
Diese beiden Programme dienen der engeren Verzahnung der Akademischen Abschlüsse der beteiligten Universitäten. Im Projektjahr 2009 wurde die Übereinkunft zur Schaffung eines Doppelabschlusses in den Bachelorstudiengängen „EES“ der Universität Bamberg und „Applied Economics“ der Corvinus Universität Budapest vorbereitet und wird im Projektjahr 2010 von beiden Partnern unterzeichent werden.
Für die weitere Schaffung von bilateralen Doppelabschlussprogrammen können die Erfahrungen der Abkommen mit Budapest und Sarajevo mit einfließen.
Ganz besonders hervorzuheben ist, dass auch im Bereich der Promotionsausbildung im Projektjahr 2007 zwischen den Universitäten Bamberg und Tirana ein Vertrag unterzeichnet wurde, der eine Doppelpromotion mit dem Erwerb der Doktortitel beider Universitäten ermöglicht.
Die albanische Doktorandin Valbona Karapici ist die erste Kandidatin, die an dem gemeinsamen Programm der Universität Bamberg und Tirana teilnimmt. Mittlerweile ist die DAAD-PhD-Doppelgraduierungsförderung für Frau Karapici übergeleitet worden in eine Förderung der albanischen Regierung aus der nationalen Exzellenzinitiative.