Ab dem Sommersemester 2012 bietet Frau Dr. Ehrenpreis eine Schreibwerkstatt für alle Promovierenden der BaGraHist an.
ausführlich
Am Beispiel des Gefäßrepertoires der seit 1832 produzierenden hessischen Wächtersbacher Steingutfabrik, der heutigen Waechtersbacher Keramik GmbH, sollen in der Forschungsarbeit formale und funktionale Entwicklungslinien von Tischgeschirr aus Steingut für das 19. und 20. Jahrhundert untersucht werden. Daraus lassen sich wiederum Erkenntnisse für bestimmte Bereiche alltäglichen Lebens wie der Tischkultur ableiten. Eine weitere zentrale Fragestellung in der Arbeit ist die nach dem Bedeutungswandel von Steingutgeschirr im Untersuchungszeitraum. Hierbei wird der Blick stärker auf die Gebrauchsseite gelenkt. Verschiedene Faktoren wie Prestige, sozialer Status, Modeerscheinungen oder sogar staatlich geförderte Werbung können Einfluss nehmende Motive für den Gebrauch von Steingutgeschirr sein, die es zu analysieren gilt.
Im Rahmen der Disseration wird der Raum des „Stadions“ erkundet und sowohl äußerlich topographisch als auch symbolisch verortet. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf den Prozessen der Identifikation und Vergemeinschaftung: Die Bindung an einen bestimmten Ort geht in diesem Fall beinahe zwangsläufig einher mit der Bindung an eine bestimmte Gruppe. Für jeden einzelnen Fan in der „Menschenmasse“ schließlich kann sich über die Zugehörigkeit zu dieser Gemeinschaft, über die Freude am Sport, über die Loyalität für den Verein und auch die Bindung an den Ort „Stadion“ Identität konstituieren."
Kernstück der Arbeit bildet die Bestandsaufnahme der knapp 400 Grabsteine mit hebr. Text, Übersetzung, sprachlichen Anmerkungen, aus den Kirchenregistern gewonnenen genealogischen Daten sowie einer kunsthistorischen Beschreibung. Die Darstellung der Geschichte des Friedhofs Reckendorf ist in übergeordneter Perspektive verknüpft mit jüdischen Sterbe- und Beerdigungsbräuchen, wie sie sich aus den einschlägigen, auch in der Reckendorfer Genisa vorgefundenen Sterbehandbüchern (besonders dem Sefer ha-chajjim) sowie aus Informationen unterfränkischer Regierungsabgaben des 19. Jhds. ergeben. Einleitend zur Arbeit wird die Geschichte der jüdischen Gemeinde Reckendorf im Konnex mit der lokalen Herrschaftsstruktur (‚Ganerben’) aufgerollt in der Einsicht, dass ein jüdischer Friedhof immer auch Spiegel seiner christlichen Umwelt ist.
Als eine Schlüsselepoche für die rasante Entwicklung von Geschäftsbriefen in inhaltlicher und formaler Hinsicht muss das 19. Jahrhundert gelten. Die quantitative Ausweitung der Geschäftskommunikation und die veränderten Rahmenbedingungen forderten neue Formen der Kommunikation. Untersucht wird vor dem Hintergrund der historischen Briefpraxis, wie sich Nürnberger Geschäftsbriefe zwischen 1806 und 1914 wandelten und auf die kommunikativen Bedürfnisse reagierten. Grundsätzlich ist eine Schematisierung bzw. Standardisierung ebenso wie eine Spezifizierung und Ausdifferenzierung festzustellen, die der Verfahrenssicherheit und Optimierung der Wirtschaftsabläufe diente. Weiterhin zeigt sich die Herausbildung eines deutlich repräsentativeren Charakters.
Vom Social Network zur Global Community: www.kythera-family.net Transnationale Migration – Medien – Identität.
Mit dem Ziel einer „multisited ethnography“ transnationaler Netzwerke untersucht das Dissertations-Projekt am Beispiel der virtuellen Community www.kythera-family.net Motive, Inhalte, Intentionen, Kommunikations-, Vermittlungs- und Rezeptionsstrategien und -vorgänge „Virtueller Heimatwelten“ als Ausgangsräume der Neuformation gesellschaftlicher Konstellationen und Wertesysteme im Kontext globaler Migrationsbewegungen, medialer und personaler Vermittlungs- und Diskursprozesse in Deutschland, Griechenland und Australien. Virtuelle „Heimatwelten“ sind dabei mehr als eine anachronistische Augenwischerei auf der Suche nach emotionaler Geborgenheit. Sie bieten die ganz reale Chance Grundlage der Neuformation sozialer und gesellschaftlicher Identität, Stabilität und Kohärenz auf Basis gleichberechtigten kulturellen Austausches und Vielfalt in einer zunehmend globalisierten und individualisierten Welt zu werden. Dabei gilt es auch, ethnozentristische, chauvinistische, rassistische, nationalistische und antidemokratische Tendenzen zu problematisieren und Strategien für den Umgang mit diesen Risiken zu entwickeln.
Die Forschungsarbeit soll ein Beitrag zur vergleichenden Volksliedforschung sein. Sie bezweckt nicht nur, dem künftigen Leser tiefe Einblicke in die Geschichte, die Wohngebiete, die Beschäftigungen, den Glauben, die Religionen und die Sprache der Māxí als einen der bedeutendsten Volksstämme in der westafrikanischen Republik Benin zu geben, deren Volksliedliteratur bisher nur mündlich überliefert wird, sondern auch den Zusammenhang zwischen dem gesungenen Wort und seinem Einfluss auf das Individuum, sozial, kulturell und religiös gesehen, in einer Oralgesellschaft wie im Māxí-Land und einer der Schriftlichkeit wie im deutschen Sprachgebiet zu ergründen.