Aus linguistischer Sicht weist das Venezianische im Vergleich zu manch anderen Dialekten Italiens und zum Toskanisch-Italienischen eine Besonderheit auf. So ist beim Studium venezianischer Texte aus unterschiedlichen Epochen die Verwendung verschiedener Verbalparadigmata für dieselbe Funktion auffällig. Beispielsweise konkurriert insbesondere in Bedingungssätzen der Konditional Präsens mit dem Konjunktiv Präteritum in der Protasis zum Ausdruck des Irrealis.
Anhand eines Korpus, bestehend aus einer repräsentativen Anzahl verschiedener Textsorten, sollen im Rahmen des Dissertationsvorhabens Verbalmodi von der Funktion ausgehend (onomasiologisch) auf ihre formale Realisierung hin diachronisch untersucht werden. Die Untersuchungsschwerpunkte bilden dabei besonders das Spannungsfeld zwischen Konditional und Konjunktiv in Konditionalgefügen sowie u.a. auch die Frage, wie Evidentialität bzw. volitive und dubitative Funktion morphologisch im Laufe der Zeit wiedergegeben werden. Ferner verfolgt die Arbeit das Ziel, textsortenspezifische Charakteristika und epochentypische Besonderheiten in Bezug auf den Gebrauch bestimmter Modi näher zu beleuchten.
Zentrale Fragestellungen der Untersuchung sind auch die Eruierung der Gründe für die Verdrängung eines Verbalparadigmas durch ein anderes sowie diejenige, welche Rolle dabei der Toskanisierung zukam.
Das Judenspanische ist die Sprache der sephardischen Juden, die sich in Folge des Ausweisungsedikts der Reyes Católicos von 1492 insbesondere im Emigrationszentrum, dem damaligen Osmanischen Reich, entwickelte. Im Zuge des Holocaust wurden die judenspanischen Gemeinschaften fast vollständig eliminiert. Dennoch gibt es auf dem Balkan heute noch Relikte des Judenspanischen. Die Sprache ist moribund, die Zahl der Sprecher durchweg älterer Generation verschwindend gering, monolinguale Muttersprachler sind nicht mehr nachzuweisen. Es besteht aktives Bestreben, dem Aussterben der Sprache entgegenzuwirken.
Für Mazedonien lassen sich zwei Varietäten des Judenspanischen feststellen, deren Zentren Bitola (ehemals Monastir) und Skopje bilden. Sprachaufnahmen und ein Korpus von Schriftstücken werden Desiderate der Dissertation darstellen. Insbesondere Phonetik und Lexik erfreuen sich bereits einer breiten wissenschaftlichen Aufmerksamkeit; der Arealkontakt des Mazedonischen bzw. Serbokroatischen mit dem Judenspanischen im Hinblick auf syntaktische Strukturen bildet das Hauptforschungsinteresse.
Bei der Überführung von mündlicher zu geschriebener Rechtstradition werden in den Gesetzesaufzeichnungen des frühen Mittelalters im Kontext des lateinischen Wortlauts mitunter vulgärsprachige Wörter kodifiziert. Diese dokumentieren mit dem archaischen Rechtswortschatz die frühesten Belege einer deutschen Fachsprache überhaupt.
Das Dissertationsvorhaben setzt es sich zum Ziel, die Überlieferungsträger der Rechtsaufzeichnungen der Alemannen zu sichten, bewerten und zu sortieren. Das darin enthaltene volkssprachige Wortgut soll nach zeitgemäßen philologischen Maßstäben ganzheitlich erfasst und aufbereitet werden. Die Erschließung dieses genuin deutschen Wortmaterials bietet Erkenntniswert für die historische Sprachwissenschaft im Bereich der Grammatik, Lexik und Pragmatik.
Depiktive und adverbiale Konstruktionen haben sich als ein ergiebiger Untersuchungsgegenstand der Sprachwissenschaft erwiesen. Ihre Beschreibung führte sowohl im Rahmen formalistischer als auch funktionaler Grammatikmodelle zu zahlreichen Veröffentlichungen. Daneben sind sie auch aus variationslinguistischer Sicht von Interesse.
In der Arbeit werden die typischen Eigenschaften von depiktiven Konstruktionen im Spanischen herausgearbeitet. Dazu wird auf die Beschränkungen eingegangen, die der Verwendung bestimmter Adjektive und Adverbien zu Grunde liegen, wobei auch die Abgrenzung prädikativer Adjektive von bestimmten Adverbien eine Rolle spielt.
Grundlage dieser Untersuchung soll die Entwicklung einer sprachtheoretisch fundierten Methode sein, die eine gezielte korpuslinguistische Untersuchung ermöglicht. Auf diesem Hintergrund soll schließlich versucht werden, hypothetische Rückschlüsse auf die Grammatikalisierung der MENTE-Adverbien zu ziehen.
This PhD project focuses on a combined quantitative and qualitative analysis (mainly) on the present perfect (HAVE + past participle).
I employ corpus material from various components of the International Corpus of English, which is automatically tagged for parts of speech and from which occurrences of the present perfect are automatically extracted. Representative samples of the occurrences are then manually annotated for various factors (such as semantics, Aktionsart, temporal adverbials, sentence type, preceding tense, etc.) so that the distributions and the relative importance of these factors can be analyzed. Also the impact of alternative surface forms that may express a present perfect notion is considered.
The layout of the dataset makes the inclusion of effects of different registers possible, a point that has been largely ignored in previous work. Measures of similarity between the various varieties of English under investigation are established (e.g., with the help of hierarchical cluster analysis) and relate the findings to a number of general models of World Englishes, whose adequacy for this particular area of grammar is tested. Therefore, the project complements other empirical studies of the present perfect which merely focus on differences between British and American English or which outline differences and similarities between various non-native Englishes in general.