Existenzialistische Absurdität und kein Ausweg? : Rausch und Kunst von der französischen Décadence bis zur Literatur der Moderne
ausführlich
Deutschlernen in den ungarischen Ländern vom 16. Jahrhundert bis 1920. Eine teilkommentierte Bibliographie
ausführlich
Fehlende Werte in den Sozialwissenschaften - Analyse und Korrektur mit Beispielen aus dem ALLBUS
ausführlich
Kasusmarkierungen der Gegenwartssprache in deutschen Lokal- und Regionaltageszeitungen
ausführlich
Figur und Psyche : Neudefinition des Unheimlichen
ausführlich
Es erscheinen Schriften aus dem Fächerspektrum der sprach- und literaturwissenschaftlichen Disziplinen über Philosophie bis Geschichte, Archäologie, Geographie und Katholische Theologie. Es besteht eine kulturwissenschaftliche Ausrichtung der einzelnen Fächer, die Bereiche wie Denkmalpflege, Kulturgutsicherung und Kunstgeschichte ebenso abdecken wie die verschiedenen Philologien, Geschichte/Europäische Ethnologie und Geographie.
Der Einfluss der Frauen auf Kafkas Werk : eine Einführung / von Florian Kraiczi
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2008
(Schriften aus der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 1)
ISBN 978-3-923507-30-6
Preis: 12,50 €
Diese Einführung beschäftigt sich mit den wichtigsten Partnerinnen Franz Kafkas und analysiert unter Zuhilfenahme biographischer Skizzen deren Einfluss auf sein literarisches Schaffen. Neben grundlegenden Informationen zu seinem Leben werden auch die bekanntesten und wichtigsten Werke Kafkas vorgestellt, analysiert und in Beziehung zum Einfluss der Frauen gesetzt, sowie der schwelende Konflikt zwischen seiner Arbeit, seinem Schreiben und seinen Beziehungen als Grundproblematik herausgearbeitet.
„Der Einfluss der Frauen auf Kafkas Werk“ dient sowohl als Hilfestellung beim ersten Herantasten an Franz Kafka, als auch als Übersicht über seine wichtigsten Erzählungen und Romane. Mit dem chronologischen Abriss seiner Beziehungen und Werke fungiert diese Einführung damit als Grundlage für das weiterführende Studium.
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www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2008/138/
Sprachlich-stilistische Untersuchungen zu den frühen römischen Historikern / von Christoph Reichardt
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2008
(Schriften aus der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 2)
ISBN 978-3-923507-37-5
Preis: 19,50 €
Die Monographie wertet in der Zusammenschau der gesamten frührepublikanischen Geschichtsschreibung von Fabius Pictor bis Sisenna die Grundlagen aus, auf denen die heutigen Schulautoren und "Klassiker" Sallust, Livius und Tacitus stehen, und zeichnet ein facettenreiches Bild der frühen römischen Geschichtsschreibung, ihrer Themen und ihrer sprachlichen Möglichkeiten. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der stilistischen Beurteilung der fragmentarischen Überlieferung. Dabei werden maßgebliche Entwicklungsstufen bei der Herausbildung des Lateins als Literatursprache erhellt.
Zugriff auf den Volltetxt über OPUS:
http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2008/153/
Deutsch-spanischer Sprachkontakt am Rio de la Plata : eine Untersuchung am Korpus deutsch-argentinischer Zeitungssprache / von Hartmut Stößlein
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2009
(Schriften aus der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 3)
ISBN 978-3-923507-51-1
Preis: 18,00 €
Die synchronisch ausgerichtete Untersuchung von Zeitungsartikeln verfolgt die Absicht auf verschrifteten Sprachkontakt des Deutschen mit dem Spanischen in Argentinien im Rio de la Plata-Raum und darüber hinaus aufmerksam zu machen. Der verschriftete Sprachkontakt selbst, der sich aus bilingualen Situationen in seinen zahlreichen Ausprägungen, Erscheinungsformen und Auswirkungen ergibt, ist Gegenstand der komparatistisch orientierten Untersuchung und Sprachbetrachtung.
Ein Hauptanliegen dieser Untersuchung bestand vor allen Dingen in dem Versuch, im Kontext und auf der Grundlage eines umfassenden Zeitungskorpus anhand repräsentativer Beispiele eine umfassende Sammlung zu spanisch-deutschen Sprachkontakterscheinungen bereitzustellen und zu belegen, dass nicht nur in der Nähesprache, sondern auch in der verschrifteten Sprache, der Distanzsprache, massiver Sprachkontakt stattfindet.
Die Untersuchung wirft eine Menge neuer Fragen auf, die im Rahmen dieser Untersuchung unbeantwortet bleiben müssen. Dennoch können viele Beobachtungen und Feststellungen darüber hinaus als neue Hypothesen verstanden werden und Anlass zu weiteren Untersuchungen auf diesem Gebiet geben.
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http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2009/206/
Wirtschaftsethik als Brücke zwischen westlicher Vernunftethik und islamischem Denken / von Peter Schmiedel
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2009
(Schriften aus der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 4)
ISBN 978-3-923507-56-6
Preis: 20,00 €
Die Arbeit zeigt auf, dass die sich auf die Vernunft beziehende Ethik und die auf der Offenbarung des Islam gründende Ethik einen gemeinsamen, unbedingt und universal gültigen normativen Gehalt hinsichtlich einer Ethik des Wirtschaftens haben, der in krassem Gegensatz zu der sich in der gegenwärtigen Praxis des kapitalistischen Wirtschaftssystems äußernden normativen Logik des Marktes steht.
Eine kritische Reflexion der verbreiteten ökonomischen Denk- und Handlungsweisen deckt die hinter der behaupteten reinen Sachlogik des Marktes normativ wirkenden Überzeugungen auf. Dabei erweisen sich die in der Konkurrenz des Marktes angeblich wirkenden Sachzwänge als ein selbst auferlegter Denkzwang und die die Marktwirtschaft rechtfertigende Gemeinwohlthese als eine Ideologie. Beide bewirken eine moralische Enthemmung des Agierens im Markt. Hingegen erweist sich moralisch vertretbares Wirtschaften als legitimes, die moralischen Rechte anderer Menschen berücksichtigendes Handeln, das konkreten Grundsätzen genügt, die ihnen folgendes Handeln als praktisch richtig ausweisen, unbedingt gelten und als objektiv verstanden werden können.
Eine praktische Verwirklichung legitimen ökonomischen Handelns wird entscheidend behindert von den vorwiegend ökonomistisch geprägten Einstellungen der Menschen und der gesetzlichen Rahmenordnung der Wirtschaft, die sich wechselseitig bedingen. Beide sind das Ergebnis einer historischen Entwicklung und daher grundsätzlich änderbar. Diese Entwicklung wird anhand der Auffassungen von Eigentum und Kapitalzinsen sowie deren jeweiliger Begründungen nachgezeichnet, um Aufschluss darüber zu gewinnen, welche Elemente und Motivationen für die Herausbildung der gegenwärtigen Auffassungen dieser Begriffe maßgeblich waren und welche Richtung die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft nehmen müsste, um den moralischen Defiziten ökonomischen Handelns entgegen zu wirken.
Im islamischen Denken wurden im Gegensatz zur westlichen Welt die Prinzipien für ökonomisches Handeln und für Handeln schlechthin nie getrennt. Aus dem islamischem Recht und der islamischen Ethik sowie daraus folgenden Auffassungen von Eigentum und Zinsen wird der normative Gehalt des Islams hinsichtlich ökonomischen Handelns in konkrete, objektiv geltende Grundsätze expliziert. Es zeigt sich, dass die Normativität des Islam für vernunftethisches Denken westlicher Tradition zugänglich ist und beide aneinander anschlussfähig sind.
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http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2010/214/
Zur Polychromie der Bamberger Domskulptur / von Walter Hartleitner
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2011
(Schriften aus der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 5)
ISBN 978-3-86309-013-5
Preis: 26,50 €
Die im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts entstandenen, weltberühmten Bamberger Domskulpturen zeigen sich heute im wesentlichen steinsichtig. Obwohl bereits Versuche unternommen wurden, ursprüngliche Farbfassungen zu rekonstruieren, liegt bislang nur im Fall der Skulptur des Papstes Clemens II. eine fundierte Fassungsuntersuchung vor.
Die vorliegende Arbeit schließt diese Lücke: Sie behandelt die vor den nördlichen Chorschranken des Georgenchores platzierten Skulpturen, die Statuen des Papstes Clemens, der so genannten Elisabeth und der Maria, des Kronenengels und des hl. Dionysius und zwei Prophetenreliefs dieser Seite. Ein Schwerpunkt liegt auch auf der Behandlung der Reiterskulptur. Auch die historischen Farbfassungen des Fürstenportals werden betrachtet, einschließlich des Posaunenengels, der Ecclesia- und der Synagogenfigur. Zu klären waren ebenso mögliche Beziehungen einzelner Skulpturen zueinander, die durch die Farbgebungen hergestellt werden und mögliche Bezüge der einzelnen Plastik zu ihren heutigen, meist wohl nicht ursprünglichen Standorten. Auch zahlreiche über das Ensemble hinaus weisende Fragestellungen, beispielsweise zu maltechnischen Aspekten, werden behandelt.
Trotz der überwiegend sehr geringen Reste der früheren Polychromien wurden Aufschlüsse über die Erstfassungen aller Werke gewonnen, die bisherige Rekonstruktionsversuche hinfällig machen und eine neue Sichtweise der Skulpturen vermittelt.
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http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2011/320/
Zur Geschichte und Theorie der Gartendenkmalpflege : vergleichende Analysen an Beispielen in Bamberg, Brühl und Großsedlitz / von Ellen Brandenburger
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2011
(Schriften aus der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg; 6)
ISBN 978-3-86309-033-3
Preis: 41,50 €
Zunächst wird auf die geschichtliche Entwicklung der Gartendenkmalpflege und auch auf die Entwicklung innerhalb der Baudenkmalpflege und des Naturschutzschutzes eingegangen. Die beiden wichtigen Charten sind für die Baudenkmalpflege die Charta von Venedig und für die Gartendenkmalpflege die Charta von Florenz, die vorgestellt und verglichen werden. Die Begriffe Erhaltung, Konservierung, Instandsetzung, Restaurierung, Sanierung und Rekonstruktion werden erläutert. Die unterschiedlichen Maßnahmen und ihre Auswirkungen auf die Gartenanlagen in Bamberg, Brühl und Großsedlitz werden anhand von Archivmaterial und Bildern beleuchtet. Die Gartenanlagen der Terrassengärten in Potsdam-Sanssouci und Kamp-Lintfort sowie die Schlossparks von Schwetzingen, Benrath, Nordkirchen und Schloss Neuhaus und der Große Garten von Hannover Herrenhausen und das Parterre von Charlottenburg werden nur auf der Grundlage von der Sekundärliteratur vorgestellt. Anschließend werden sämtliche Maßnahmen in den Gartenanlagen verglichen und eingeordnet. Zu letzt wird die Charta von Florenz mit Punkten aus der Charta von Venedig, die für den gartendenkmalpflegerischen Umgang mit Parkanlagen wichtig sind, ergänzt.
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http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2012/348/
„mit wachen und mit gebete, mit almuosen und mit vasten“ : die Kasteiung des Fleisches in den Werken Hartmanns von Aue und Wolframs von Eschenbach / von Daniele Gallindo Gonçalves Silva
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2011
(Schriften aus der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 7)
ISBN 978-3-86309-047-0
Preis: 19,50 €
Die Thematik der Kasteiung des Fleisches evoziert Bilder von Flagellanten, Büßern, schmerzverzerrten Körpern und von unterschiedlichen asketischen Praktiken wie Fasten, Beten und körperlicher Züchtigung, welche besonders im Mittelalter in einem direkten Verhältnis zu Martyrium, Heiligkeit oder Erlösung stehen. Aber nicht nur die religiösen Diskurse verbreiteten dieses Ideal, sondern es wurde – wie diese Arbeit zu zeigen versucht – auch in den höfischen Romanen rezipiert. Der Körper fungiert in diesem Kontext als Schauplatz ritueller Handlungen, die auf sprachlicher Ebene literarisch inszeniert werden. Die hier vorliegende Untersuchung unternimmt es zu zeigen, dass die Begriffe ,Körper‘ und ,Ritual‘ als Analysekategorien eine wichtige Rolle für die literarische Inszenierung der Kasteiung des Fleisches spielen. Deshalb zeigt diese Arbeit den Dialog zwischen Literaturwissenschaft und Ritualtheorien aus kulturwissenschaftlicher Perspektive. Ausgehend von der Kategorie des Körpers wird eine vergleichende Analyse ausgewählter Figuren durchgeführt sowie eine Typologie der Kasteiung in den Werken Hartmanns von Aue (Der arme Heinrich, Gregorius) und Wolframs von Eschenbach (Parzival) erstellt. Im Mittelpunkt der Analyse stehen dabei die Fragen nach der Konzeption der Kasteiung des Fleisches und ihrer Darstellung besonders auch in Hinblick auf das Konzept der Liminalität sowie nach einer möglichen Analogie zwischen den in den Texten präsentierten höfischen Körpern und den religiösen Diskursen.
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http://opus4.kobv.de/opus4-bamberg/frontdoor/index/index/docId/356
Wider das System : der gesellschaftliche Aussteiger in Genazinos "Ein Regenschirm für diesen Tag" und literarische Verwandte bei Kleist und Kafka / von Alexander Fischer
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2012
(Schriften aus der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 8)
ISBN 978-3-86309-086-9
Preis: 15,50 €
Zur Motivik des Aussteigens gibt es generell kaum Forschungsliteratur, obwohl sie literarhistorisch wie gesellschaftlich von großer Relevanz ist. Diese Arbeit untersucht den Figurentypus des Aussteigers, definiert ihn mithilfe soziologischer, diskurstheoretischer und philosophischer Ansätze und skizziert ihn anhand dreier Figuren: des Protagonisten in Genazinos "Ein Regenschirm für diesen Tag", Kafkas Gregor Samsa und Kleists Michael Kohlhaas. Die drei untersuchten Texte spiegeln nicht nur wichtige Phasen in der kulturgeschichtlichen Genese von Aussteiger-Konzepten und schreiten repräsentative gesellschaftliche Felder von Aussteigertum aus, vielmehr stellt Kleists "Michael Kohlhaas" auch ganz basal-philologisch einen Prätext für Kafkas "Die Verwandlung" dar – von beiden wiederum sind deutliche Spuren in Genazinos Roman zu finden. Kleists, Kafkas und Genazinos Texte sind letztlich als Versuchsanordnungen zu lesen, in denen (mit anthropologischem, psychologischem, philosophischem und soziologischem Interesse) die Aussteigerfiguren in ihrer Interaktion mit der Gesellschaft analysiert werden. Hierbei wird eine Vergleichbarkeit der drei Figuren deutlich, die sich an verschiedenen Verhaltensweisen, die der Definition nach zu Aussteigertum gehören, untersuchen lässt. Konkret geht es dabei um Anpassung an die / Abweichung von der Gesellschaft, die Gründe und Formen abweichenden Verhaltens, einen diachron-epochalen Blick auf die Verbindung von Entfremdung und Moderne im Lebensgefühl der Figuren, sowie deren Streben nach Individualität und individueller Selbstverwirklichung.
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http://opus4.kobv.de/opus4-bamberg/frontdoor/index/index/docId/407
Literatur als Fach in der sowjetischen Schule der 1920er und 1930er Jahre : zur Bildung eines literarischen Kanons / Erna Malygin
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2012
(Schriften aus der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 9)
ISBN 978-3-86309-070-8
Preis: 60,00 €
Nicht von vielen Schulfächern kann man behaupten, dass sie eine Bedeutung haben, die weit über den Rahmen des Faches hinausgeht. Noch weniger Schulfächer haben Kunst als Gegenstand des Unterrichts. Der Literaturunterricht hat beides, was ihm einen einzigartigen Platz in der Schule verschafft. Die Geschichte des Faches spiegelt auf besonders deutliche und bezeichnende Weise die ideologisch-politische, soziale und geistige Geschichte Russlands wider. Dabei hat der Literaturunterricht eine doppelte kulturell-soziologische Funktion: er spiegelt(e) und er prägt(e). Um die heutige Demontage des sozialistischen Erbes bzw. die Dekonstruktion des sowjetischen Kanons nachzuvollziehen, muss man prüfen, wie er sich herauskristallisierte, wobei von entscheidender Bedeutung ist, dass die „musterhaften“ Autoren bzw. Werke von „oben“ bestimmt waren, genau wie der Prozess der Kanonisierung selbst, der auch nicht nur nach qualitativen, rein ästhetischen Kriterien durchgeführt wurde, sondern in erster Linie auf den ideologischen Postulaten des sozialistischen Realismus basierte. Der sowjetische Literaturunterricht zeigt sehr deutlich, wie eng die Geschichte des Faches mit der ideologisch-politischen Situation verbunden war. Deswegen ist der sozialistische literarische Kanon in der Schule nicht nur ein kultursoziologisches, sondern vor allem ein ideologisches Phänomen. Nach der Analyse von mehr als 50 Lehrplänen im Fach Literatur in der Zeitspanne von 50 Jahren kann man feststellen, dass beim Übergang vom russischen zum sowjetischen Diskurs die Lehrpläne trotz aller ideologisch-politischen Transformationen des staatlichen Systems eine klare Kontinuität aufweisen. Diese erstaunliche Kontinuität zeigt sich auch in der Bildung des sowjetischen literarischen Kanons, wobei der schulische literarische Kanon nicht mit dem allgemeinen literarischen Kanon gleichgesetzt wird. Obwohl die Literaturlisten bezüglich der Auswahl der Dichter- bzw. Werke eine klare Kontinuität zeigen, ist dabei von entscheidender Bedeutung, dass die Hermeneutik des literarischen Werkes sowjetisch geworden war. Die Weise des Lesens änderte sich grundsätzlich und wurde nun durch die kommunistische Ideologie geprägt. Dazu verhalf die „einzig richtige“ künstlerische Methode – der Sozialistische Realismus – mit seinem ausgeprägten pädagogischen Charakter hervorragend, der sich in der Literaturwissenschaft seit den 1930er Jahren etablierte und die Bildungsziele bzw. Bildungsinhalte im Literaturunterricht bestimmte. Die Frage der Kontinuität der russischen bzw. sowjetischen Lehrpläne ist auch im Zusammenhang mit der großen Diskussion über Bildungsstandards im heutigen Russland spannend. Auf Grund der Transformationsprozesse in der russischen Gesellschaft nach 1985 muss auch die Rolle des Literaturunterrichts neu definiert werden.
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http://opus4.kobv.de/opus4-bamberg/frontdoor/index/index/docId/359
Existenzialistische Absurdität und kein Ausweg? : Rausch und Kunst von der französischen Décadence bis zur Literatur der Moderne / von Katja Frank
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2012
(Schriften aus der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 10)
ISBN 978-3-86309-108-8
Preis: 23,00 €
Ausgehend von Albert Camus' Absurditätshypothese, d.h. einer möglichen Sinnlosigkeit angesichts der menschlichen Vergänglichkeit, stehen Rausch und Kunst als Auswege im Zentrum der vorliegenden Studie. Dabei werden die philosophischen Theoreme literarisch untermauert, beginnend bei der französischen Dekadenzliteratur mit Charles Baudelaire, weiterführend über den deutschen Expressionismus – namentlich Gottfried Benn, besonders unter dem Einfluss Friedrich Nietzsches – bis hin zum modernen deutschen Drama bei Wolfgang Hildesheimer. Es wird aufgezeigt, inwiefern der zu unrecht oft als Nihilismus missverstandene französische Existenzialismus, speziell bei Camus, erhebliches Potenzial birgt für eine friedvoll-solidarische Gesellschaftsperspektive.
Referring to Albert Camus' theory of the absurd which proposes a possible pointlessness of life considering the human transience this study focuses on ecstasy and art as means of escape. The philosophical theorems are corroborated by works of literature, beginning with Charles Baudelaire and the French decadence literature, continuing with the German expressionism – especially the writings of Gottfried Benn that had been strongly influenced by Friedrich Nietzsche – and finishing with the modern German drama of Wolfgang Hildesheimer. The study shows that the French existentialism, which is often misinterpreted as nihilism, and especially the works of Camus offer enormous potential for developing an idea of a society based on solidarity and peacefulness.
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http://opus4.kobv.de/opus4-bamberg/frontdoor/index/index/docId/868
Deutschlernen in den ungarischen Ländern vom 16. Jahrhundert bis 1920 : Eine teilkommentierte Bibliographie / Rolf Lenhart ; Teofil Kovács. Hrsg. von Helmut Glück
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2013
(Schriften aus der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 12)
ISBN 978-3-86309-133-0
Preis: 23,00 €
Die Verbindungen zwischen dem deutschen und dem ungarischen Sprachraum reichen weit in die Geschichte zurück. Sprecher germanischer Dialekte lebten schon vor der Landnahme der Ungarn im Karpatenbecken. Mehrere Wellen deutschsprachiger Siedler erreichten das Land vom späten 10. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Die nach Ungarn kommenden Deutschen brachten oft Formen des Zusammenlebens und technische Kenntnisse mit, die dort noch unbekannt waren. Seit dem 18. Jahrhundert gab es Pläne, das Deutsche als Pflichtsprache an ungarischen Schulen zu etablieren. Es erschienen Erlasse, die den Sprachunterricht betrafen. Die „Ratio Educationis“ (1777) war von weitreichender Bedeutung: Das Deutsche wurde als lebende Sprache im Gymnasium ab der zweiten Klasse wöchentlich mit zwei Stunden unterrichtet. Die Bibliographie befasst sich mit Materialien für den Deutsch¬unterricht, die vom 16. Jahrhundert bis 1920 im historischen Königreich Ungarn für Personen mit dem Ungarischen als Muttersprache verfasst und benutzt worden sind. Der Untersuchungszeitraum dieser Bibliographie endet 1920 mit dem Frieden von Trianon, der den Untergang der Doppelmonarchie bedeutete. Diese Arbeit ist eine Fortführung der Bibliographien zum historischen Königreich Böhmen (Glück et al. 2002), zu Polen (Glück – Schröder 2007) sowie zu Russland und den baltischen Ländern (Glück – Pörzgen 2009).
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http://opus4.kobv.de/opus4-bamberg/frontdoor/index/index/docId/2262
Kasusmarkierungen der Gegenwartssprache in deutschen Lokal- und Regionaltageszeitungen / von Alexandra Paulfranz
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2013
(Schriften aus der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ; 13)
ISBN 978-3-86309-144-6
Preis: 24,00 €
Nach Abbauprozessen existieren heute im substantivischen Deklinationssystem des Deutschen nur noch vier Endungen, die noch weiter schwinden. Obwohl es in einigen Fällen schon anerkannt ist, auf eine Kasusmarkierung zu verzichten, wird sie bisweilen entgegen standardsprachlichen Empfehlungen weggelassen. Die Dissertation „Kasusmarkierungen der Gegenwartssprache in deutschen Lokal- und Regionaltageszeitungen“ von Alexandra Paulfranz soll die Tragweite der Regression in der journalistischen Praxis anhand des Genitiv-s starker und gemischter Maskulina und des singularischen Dativ- und Akkusativ-en schwacher Maskulina ermitteln. Laut Forschungsliteratur wäre zu erwarten, dass der normwidrige Umgang mit den Kasusendungen vor allem im Journalistendeutsch weit fortgeschritten ist. In der vorliegenden Analyse traten in einer Textmenge von rund 200.000 Wörtern 1616 Genitive starker und gemischter Maskulina und Neutra sowie 66 schwach flektierte Dative und Akkusative auf. Mit 16 normwidrig deklinierten Genitiven, was einer Quote von 0,99 Prozent entspricht, lagen die standardsprachlich nicht anerkannten Endungen in einem extrem niedrigen Bereich, genauso wie bei den schwachen Dativen und Akkusativen mit drei Abweichungen beziehungsweise einer Quote von 4,55 Prozent. Die durchschnittliche Normabweichungsquote sämtlicher untersuchter Kasus betrug 2,03 Prozent. Dies ist gerade deswegen hervorzuheben, weil Grammatiken und Rechtschreibratgeber zum Teil komplizierte und kaum zu durchschauende Regeln aufstellen, wann es normgerecht ist, ein Flexiv wegzulassen und wann nicht.
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http://opus4.kobv.de/opus4-bamberg/frontdoor/index/index/docId/3174