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hrsg. von Lale Behzadi, Patrick Franke, Geoffrey Haig, Christoph Herzog, Birgitt Hoffmann, Lorenz Korn und Susanne Talabardon
Musikpolitik im Kemalismus : die Zeitschrift Radyo zwischen 1941 und 1949 / von Patrick Bartsch
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2011
(Bamberger Orientstudien ; 2)
ISBN 978-3-86309-027-2
Preis: 36,50 €
Im Zentrum dieser Untersuchung steht die Frage, inwieweit in der Türkei der 1940er Jahre die theoretischen Grundsätze der kemalistischen Musikpolitik innerhalb des staatlichen Rundfunks in die Praxis umgesetzt wurden. Als Hauptquelle diente die türkische Rundfunkzeitschrift Radyo, die von 1941 bis 1949 monatlich erschien und einen qualitativen wie quantitativen Einblick in das Konzept, die Gestaltung und die Durchführung des Musikprogramms von Radio Ankara erlaubt. Das Ziel der türkischen Musikpolitik bestand darin, eine türkische Nationalmusik zu erschaffen, indem man nach den Leitlinien von Ziya Gökalp die türkische Volksmusik mit Techniken der westlichen Kunstmusik verband. Damit war in erster Linie die Harmonisierung der türkischen Volksmusik gemeint. In den 1940er Jahren ist festzustellen, dass diese Leitlinien wie bisher ihre Gültigkeit besaßen, jedoch bei der Etablierung der Nationalmusik nun auch die bisher ausgeschlossene osmanische Kunstmusik berücksichtigt wurde. Während sich die polyphonisierten Volkslieder bei den Hörern einer gewissen Beliebtheit erfreuten, konnten sich die anderen Produkte der türkischen Nationalmusik wie Sinfonien, Opern usw. nicht durchsetzen. Neben der geringen Beliebtheit der westlichen Klassik dürften vermutlich zwei weitere Faktoren eine entscheidende Rolle für den geringen Erfolg der türkischen Musikpolitik gespielt haben. Erstens befand sich die türkische Nationalmusik in den 1940er Jahren noch in ihrer Aufbau- und Entwicklungsphase und zweitens sollte sie schließlich mit der Abwahl der CHP Anfang der 1950er Jahre ihre staatliche Förderung verlieren.
Zugriff auf den Volltext über OPUS:
http://opus4.kobv.de/opus4-bamberg/frontdoor/index/index/docId/348
Kulturelle Identität und religiöser Pluralismus bei Ḥusayn Aḥmad Amīn / von Frank Schellenberg
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2012
(Bamberger Orientstudien ; 3)
ISBN 978-3-86309-074-6
Preis: 16,50 €
Die Arbeit analysiert das Werk des bekannten ägyptischen Diplomaten und Publizisten Ḥusayn Aḥmad Amīn unter besonderer Berücksichtigung seiner Positionierung innerhalb zeitgenössischer Identitätsdiskurse in der arabischen Welt. Ausgangspunkt ist ein Zitat des Politikwissenschaftlers Thomas Meyers, welches Identitätspolitik mit dem „Kampfes gegen Pluralismus und Demokratie“ in Verbindung bringt und das Wissen, dass Amīn einerseits als liberaler und säkularistischer Denker gilt, andererseits jedoch häufig mit Forderungen nach einer Stärkung „islamischer Identität“ assoziiert wird. Auf Basis einer breiten Beschäftigung mit seinem Überzeugungssystem werden die identitätspolitischen Forderungen Amīns untersucht und in vorsichtiger Abgrenzung von islamischen und westlichen Diskursen dargestellt. Die erwähnte These Meyers wird zum Anlass genommen, Amīns Anschauungen darüber, wie sich islamische Identität im Verhältnis zu kultureller und religiöser Alterität konstituiert, in den Blick zu nehmen Dabei wird gezeigt, dass die Identität, welche Amīn zu restaurieren sucht, zwar vorgeblich islamischen Charakter hat, der Islam jedoch keinen universalistischen Anspruch begründet, sondern als abstraktes und wandelbares Wertesystem und verbindende Komponente seines Konfessions- und Sprachbarrieren überwindenden Identitätsmodells dienen soll. Die inhaltliche Flexibilität korreliert mit dem weitgehend integrativen Charakter der Gruppensetzung. Das Identitätsmodell Amīns zeigt also keine Affinität zu moderne- oder pluralismusfeindlichen Tendenzen, sondern affirmiert liberale und säkulare Positionen, die stark vom westlich-bürgerlichen Denken der Gegenwart geprägt sind und die islamistische Ideologie zum zentralen Antagonisten seines Überzeugungssystems bestimmen. Dennoch eignen sich die Ergebnisse nicht zur Widerlegung der These Meyers, da sich nicht wenige Leerstellen und Inkonsistenzen im Werk Amīns finden lassen. Vieles spricht dafür, das Misstrauen gegenüber Identitätspolitik beizubehalten, jedoch eine stärkere Ausdifferenzierung der Kategorie zu forcieren. Das Beispiel Amīns macht deutlich, dass divergierende Positionierungen beispielsweise zu Moderne, Rationalität oder Inklusivität an verschiedensten Stellen auch innerhalb des Identitätsdiskurses möglich sind.
Zugriff auf den Volltext über OPUS:
http://opus4.kobv.de/opus4-bamberg/frontdoor/index/index/docId/355
Osmanische Herrschaft und Modernisierung im Irak : die Provinz Bagdad, 1817-1917 / von Christoph Herzog
Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2012
(Bamberger Orientstudien ; 4)
ISBN 978-3-86309-104-0
Preis: 31,00 €
Der Irak galt gemeinhin als „imperial backwater“ des Osmanischen Reiches. Nichtsdestotrotz betrachtete ihn die osmanische Verwaltung als integralen Bestandteil des osmanischen Staates und die dort im 19. und frühen 20. Jahrhundert ins Werk gesetzten Modernisierungsprozesse entschieden mit über Gelingen und Mißlingen des gesamtosmanischen Reformprojekts. Die vorliegende Studie untersucht Aspekte der osmanische Herrschaft in der Provinz Bagdad vom Amtsantritt des letzten sogenannten Mamlukengouverneurs Davud Paşa bis zur Eroberung der Provinz im Ersten Weltkrieg durch Großbritannien. Anhand von Archivmaterial, zeitgenössischer Presse und Reiseberichten versucht sie, neue Einblicke sowohl in die Geschichte des Iraks als auch der osmanischen Reformpolitik zu geben.
Zugriff auf den Volltext über OPUS:
http://opus4.kobv.de/opus4-bamberg/frontdoor/index/index/docId/861