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Existenzialistische Absurdität und kein Ausweg? : Rausch und Kunst von der französischen Décadence bis zur Literatur der Moderne
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Deutschlernen in den ungarischen Ländern vom 16. Jahrhundert bis 1920. Eine teilkommentierte Bibliographie
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Neuerscheinung: Messingschlager, Martin

Fehlende Werte in den Sozialwissenschaften - Analyse und Korrektur mit Beispielen aus dem ALLBUS
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Kasusmarkierungen der Gegenwartssprache in deutschen Lokal- und Regionaltageszeitungen
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Neuerscheinung: De Rentiis, Dina

Figur und Psyche : Neudefinition des Unheimlichen
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Bamberger Beiträge zur Linguistik

Profil der Reihe

In den Bamberger Beiträgen zur Linguistik können herausragende Dissertationen und Habilitationsschriften veröffentlicht werden, aber auch beliebige Schriften aus allen Bereichen der Sprachwissenschaft, die einen Bezug zur Universität Bamberg haben wie z.B. Tagungsbände. Die Publikationen werden doppelt begutachtet. Die Arbeiten werden online publiziert und sind somit weltweit kostenlos zugänglich. Beleg- und weitere Printexemplare können preisgünstig hergestellt werden.

Kennzeichen: Peer-Review-Verfahren

Die Reihe wird herausgegeben von Thomas Becker, Martin Haase, Sebastian Kempgen, Manfred Krug und Patrizia Noel Aziz Hanna

Ansprechpartner: Prof. Dr. Thomas Becker

 

Schriftenreihe auf dem OPUS-Hochschulschriftenserver

Bisher erschienene Bände

Der Verein Deutsche Sprache: Hintergrund, Entstehung, Arbeit und Organisation eines deutschen Sprachvereins / von Karoline Wirth

Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2010
(Bamberger Beiträge zur Linguistik ; 1)
ISBN 978-3-923507-65-8
Preis: 18,50 €

Bestrebungen, die Sprache von Einflüssen anderer Sprachen freizuhalten, haben in Deutschland eine lange Tradition. Der englischsprachige Einfluss und damit einhergehend die Anglizismenkritik sind in den letzten Jahren wieder verstärkt in den öffentlichen Diskurs gerückt, die derzeitige Entwicklung mit der Neugründung von Sprachvereinen ist als neue Phase des Purismus in Deutschland zu sehen. Die größte Vereinigung, die sich gegen Anglizismen im Deutschen wendet, ist der 1997 gegründete Dortmunder Verein Deutsche Sprache (VDS).
Der VDS blickt mittlerweile auf eine über zehnjährige Vereinsgeschichte zurück. In dieser Zeit hat er sich von einem kleinen zu einem einflussreichen Verein mit mehr als 31 000 Mitgliedern in über 70 Ländern gewandelt. Er wird portraitiert anhand seiner Entstehung, Organisation und Vereinsarbeit. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Fremdwortdiskussion und der sprachpflegenden Vereine in Deutschland.
Ziel des VDS ist, gegen die Anglizismen im Deutschen vorzugehen, beziehungsweise Medien, Politik und Wirtschaft auf das Thema aufmerksam zu machen und von den Standpunkten des Vereins zu überzeugen.
Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung dokumentieren, dass der VDS nicht zu Unrecht als Speerspitze der Anglizismenkritik gilt.

Zugriff auf den Volltext über OPUS:
externer Link folgt http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2010/241/

 

Empirische Untersuchung der Anglizismen im Deutschen : am Material der Zeitung Die WELT (Jahrgänge 1994 und 2004) / von Svetlana Burmasova

Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2010
(Bamberger Beiträge zur Linguistik ; 2)
ISBN 978-3-923507-71-9
Preis: 15,00 €

Es bestehen unterschiedliche (auch gegensätzliche) Meinungen bezüglich der Verbreitung von Anglizismen im Deutschen. Selbst erfahrene Linguisten können durch ihre persönliche Beobachtung oder intuitive Bewertung sowie auf Grund der absoluten Zahlen einen falschen Eindruck über die Veränderungen im Subsystem der Anglizismen gewinnen und voreilige Urteile fällen. Ohne quantitative Untersuchungen ist eine Abschätzung fast unmöglich und kann nicht über den Status der Vermutungen und Spekulationen herausgehen.
Die vorliegende empirische Untersuchung englischer Entlehnungen bietet eine solide Basis für die Aussagen über den Gebrauch und die Verbreitung der Anglizismen im Deutschen, da sie mittels statistischer Methoden die Dynamik des Entlehnungsprozesses aus dem Englischen ins Deutsche durch den Vergleich zweier Zeitebenen 1994/2004 und 1954/1964 aufzeigt. Somit befasst sich die vorliegende Arbeit mit der aktuellen Entwicklung der 1990er und 2000er Jahre und gibt durch den Vergleich mit einer früheren Untersuchung von B. Engels (1976) über die Zeitebene 1954/1964 einen diachronen Überblick über 50 Jahre hinweg, von der Nachkriegszeit bis heute. Für die Beschreibung des Entlehnungsprozesses aus dem Englischen wurden zwei statistische Werte gewählt: der Mittelwert und die Varianz der relativen Häufigkeit, wobei der erste Wert die quantitative Seite repräsentiert, während der zweite eine qualitative Beschreibung ermöglicht. Die genannten Werte ergänzen sich gegenseitig und liefern ein vollständigeres Bild über den Anglizismen-Gebrauch: Die Häufigkeitswerte deuten auf ein Ansteigen der Verwendung hin, während die Varianz sowie der Vergleich mit der Referenzstudie von B. Engels zeigen, dass es zur Zeit eher um den gesteigerten Gebrauch von bereits entlehnten Anglizismen geht als um neue Entlehnungen, was ein Indiz für Stabilisierung im Gebrauch und somit für Integriertheit sein könnte. In diesem Sinne öffnet die vorliegende Arbeit einen anderen Blickwinkel auf die Integration, bei dem es nicht (nur) um formale Veränderungen der einzelnen Anglizismen im Zuge der Integration geht. Bei der Darstellung der Ergebnisse wurde von den relativen Zahlen ausgegangen, was weitere vergleichende Studien zulässt.
Im Zentrum des Interesses steht auch die Frage, in welchen Themenbereichen das Englische die deutsche Sprache beeinflusst und welches Ausmaß dieser Einfluss annimmt. Die Untersuchung ergab, dass die Verwendung englischer Wörter im Deutschen je nach Sachbereich unterschiedlich ausfällt. Bemerkenswert ist, dass ein Anstieg des Anglizismengebrauchs in allen Themenfeldern außer „Wissenschaft und Technik“ zu verzeichnen ist. Die stärkste Zunahme – um das Dreifache – liegt in der Sparte „Wirtschaft“ vor.
Des Weiteren hat die vorliegende Untersuchung einige irrtümliche Schlüsse widerlegt, z.B., dass Anglizismen keine häufige Erscheinung seien, denn laut zahlreichen Studien machen sie etwa 1% des Textes aus. Diese Behauptung trifft nicht zu, da diese Quote für ein linguistisches Phänomen sehr groß ist. Eine andere Aussage, dass unter Anglizismen mehr Substantive entlehnt werden, stimmt nur auf absolute Zahlen bezogen. Das Wachstumstempo aller untersuchten Wortarten ist ungefähr gleich.

Zugriff auf den Volltext über OPUS:
externer Link folgt http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2010/244/

 

Der i-Umlaut im Althochdeutschen : Theorie, Phonetik und Typologie sowie eine optimalitätstheoretische Analyse / von Jan Henning Schulze

Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2010
(Bamberger Beiträge zur Linguistik ; 3)
ISBN 978-3-923507-92-4
Preis: 13,50 €

In der vorliegenden Arbeit werden Umlautprozesse als intervokalische Assimilationen innerhalb eines prosodischen Wortes rekonstruiert, die von Vokalen in unbetonter Stellung ausgehen. Diese Vokale in Schwächeposition können auch auf Vokale in einer prominenteren Stellung – wie etwa einer betonten Stammsilbe – wirken. Darin unterscheiden sich Umlautprozesse von vokalharmonischen Prozessen.
Intervokalische Koartikulation bildet die phonetische Basis für den Umlaut. Eine entscheidende phonetische Voraussetzung für die Phonemisierung der i-Umlaute im Althochdeutschen ist das Aussetzen der Koartikulationskompensation seitens der Hörer. Nach dieser kognitiven Entkoppelung von Koartikulation und Koartikulationsauslöser werden die umgelauteten Vokale von nachfolgenden Sprechergenerationen zunächst lexikalisiert, um nach der Reduktion der Koartikulationsauslöser schließlich als neue Phoneme zu erscheinen.
Eine maßgebliche Rolle bei der Lexikalisierung der Umlautallophone spielt die Gebrauchsfrequenz. Umlautallophone in Wortformen mit niedriger Gebrauchsfrequenz werden noch vor ihrer Lexikalisierung durch die umlautlosen Stammvokale ersetzt. So erklärt sich unter anderem das morphologisch motiviert erscheinende Unterbleiben des Umlauts im Präteritum Optativ der rückumlautenden Verben, ohne dass dabei auf morphologische Beschränkungen zurückgegriffen werden müsste.
Abschließend wird der althochdeutsche i-Umlaut im Rahmen der Optimalitätstheorie rekonstruiert. Dazu werden Markiertheitsbeschränkungen der AGREE-Familie und die lokale Selbstkonjunktion einer IDENT-Beschränkung verwendet. Diese sind teilweise nur innerhalb eines prosodischen Wortes oder Fußes aktiv, woraus sich die bekannte Verteilung von Primär- und Sekundärumlaut ergibt.

Zugriff auf den Volltext über OPUS:
externer Link folgt http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2010/292/

 

"... y la español también" : Fallstudien zum indigenen Spanisch zweisprachiger Mixteken in Mexiko / von Katrin Pfadenhauer

Bamberg: Univ. of Bamberg Press, 2012
(Bamberger Beiträge zur Linguistik ; 4 )
ISBN 978-3-86309-035-7
Preis: 24,00 €

Untersuchungsgegenstand der Arbeit ist das gesprochene Spanisch zweisprachiger Mixteken in Mexiko, das sogenannte español indígena oder indigene Spanisch dieser Sprechergruppe. Dieser Terminus bezeichnet keine feste Sprachvarietät. Vielmehr handelt es sich um eine Vielzahl von Idiolekten, die einerseits von Sprecher zu Sprecher variieren, andererseits aber auch zahlreiche gemeinsame Merkmale aufweisen. Im Zentrum des Interesses stehen die Darstellung und die Erklärung dieser Besonderheiten: Wann ist von Interferenzen auszugehen, die sich aus dem mixtekischen Adstrat ergeben? Wann handelt es sich um Phänomene, die auch aus dem ungesteuerten Zweitspracherwerb bekannt sind? Und welche Rolle spielen sprachinterne Entwicklungen und externe Faktoren wie die Diskriminierung oder der gesellschaftliche Druck von außen? Weiter wird die Frage nach der Einordnung dieser Varietäten und der Umgang mit ihnen diskutiert. Somit steht neben dem wissenschaftlich begründeten Interesse an der Erklärung der Sprachkontaktphänomene auch das Bemühen um die Sensibilisierung für die Problematik, die sich für die Sprecher aus ihrer Zweisprachigkeit ergibt.
Die Untersuchung erfolgte nach qualitativen Kriterien, d.h. die Individuen wurden als Einzelfälle unter Einbeziehung ihrer Biographie und des sozialen Kontexts analysiert. Befragt wurden mixtekische Migranten in Mexiko-Stadt und deren Vororten und – in Funktion einer Kontrollgruppe – mixtekische Landbevölkerung im Bundesstaat Oaxaca im Süden von Mexiko. Die Datenerhebung erfolgte mit Hilfe eines Leitfadeninterviews, das Fragen zur Person, dem Sprachverhalten und den Sprechereinstellungen enthielt. Die Gespräche wurden mit dem vorherigen Einverständnis der Informanten aufgezeichnet, vollständig transkribiert und analysiert.
Die gewählte Fragestellung erfordert eine Gliederung der Studie in zwei Teile. Zunächst wird die Kontaktsituation unter soziolinguistischen Gesichtspunkten dargestellt, bevor die Auffälligkeiten in den Varietäten der zweisprachigen Sprecher mit Hilfe systemlinguistischer Methoden analysiert werden.
Die Ergebnisse können wie folgt zusammengefasst werden.
Allgemein kann bei der Kontaktsituation in Mexiko von konfliktiver Diglossie gesprochen werden. Für deren genaue Beschreibung ist jedoch eine Differenzierung der Verhältnisse auf dem Land von denen in den Städten erforderlich. Während in den isolierten, von der spanischsprachigen Umgebung weitgehend abgeschnittenen Dörfern noch immer eine relativ klare funktionale Trennung von H- und L-Varietät ausgemacht werden kann, lässt sich in den Städten eine nicht unbedenkliche Entwicklung beobachten, die über einen Bilinguismus ohne Diglossie hin zur vollständigen Aufgabe der Muttersprache führt. Die Integration in die mexikanische Gesellschaft, die sich die Sprecher durch die kulturelle und sprachliche Assimilation erhoffen, wird dabei oft nicht erreicht.Die Diskriminierung aufgrund der sprachlichen Kompetenz ist ein Phänomen, das sowohl in der ländlichen wie in der städtischen Gesellschaft zu Tage tritt. Interessant ist, dass es häufig nicht die Muttersprache ist, die zum Gegenstand der Kritik wird, sondern die aus dem Sprachkontakt und dem sozialen Druck von außen entstandenen neuen, und oft als fehlerhaft empfundenen Varietäten. Ein widersprüchliches Bild ergibt sich aus den Antworten auf die Frage nach der Rolle des Mixtekischen in der Erziehung. Zwar wird der Wert der Muttersprache stets betont, das Mixtekische jedoch in der Regel nicht an die eigenen Kinder weitergegeben.
Vor dem Hintergrund dieser Beobachtungen werden die Varietäten auch unter systemlinguistischen Aspekten untersucht. Die eindeutige Erklärung der Auffälligkeiten stellt sich in vielen Fällen allerdings als problematisch dar, so dass ihre Entstehung auf ein Zusammenspiel multipler interner und externer Faktoren zurückgeführt werden muss. Interferenz kann vor allem für Besonderheiten auf der lautlichen Ebene angenommen werden, jedoch lassen auch Kongruenzschwächen, die die grammatischen Kategorien Genus, Numerus und Person betreffen den Einfluss des Mixtekischen vermuten. Eine wichtige Rolle spielen Vereinfachungsstrategien, wie Generalisierungen und Simplifizierungen, die aus Untersuchungen zum ungesteuerten Zweitspracherwerb bekannt sind und möglicherweise durch Strukturen im Mixtekischen zusätzlich begünstigt werden. Als indirekte Auswirkungen des Sprachkontakts ist das Phänomen der Hyperkorrektur zu erwähnen, das besonders in den Varietäten der mixtekischen Migranten in den Städten auffällt und den Druck reflektiert, dem die indigenen Sprecher in der mexikanischen Gesellschaft ausgesetzt sind.

Zugriff auf den Volltext über OPUS:
http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2012/346/