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Ausstellung "Das Erdbeben von Lissabon 1755"

 

Im historischen Bibliothekssaal der Teilbibliothek 1
(Katholische Theologie), An der Universität 2, ist bis 30.Juni
2006 folgende Ausstellung zu sehen:

Das Erdbeben von Lissabon 1755. Zwischen Mitgefühl und
Jüngstem Gericht. Bußpredigten und wissenschaftliche
Deutung im Hanseatischen Raum und der deutschsprachigen
Schweiz.

Ausstellung des Lehrstuhls für Portugiesische Sprache und
Kultur der Humboldt-Universität zu Berlin, der Botschaft von
Portugal und des Instituto Camoes.
Idee und Ausführung: Prof. Dr. Werner Thielemann, Mireia
Medina
Fernando, Ana Catarina Castro.

Die durchgehend zweisprachig (deutsch/portuiesisch)
konzipierte Ausstellung erinnert an den 250.Jahrestag des
Erdbebens von Lissabon am 1.November 1755. Nach dem
Erdbeben flüchteten die Menschen aus der Stadt zum Ufer
des Tejo, wo 17 Minuten später eine 12 m hohe Flutwelle, ein
Tsunami, über sie hereinbrach und mehr Todesopfer als das
Erdbeben selbst forderte.

Der erste Teil der Ausstellung zeigt Fotografien aus dem
heutigen Lissabon mit damals unzerstört gebliebenen und mit
später wiederaufgebauten Gebäuden. An der Spitze des
Wiederaufbaus der Stadt, vor allem der fast gänzlich
vernichteten Unterstadt (Baixa), stand der Marquês de Pombal.
Im Kontrast zu den modernen Fotografien werden historische
Abbildungen, meist Kupferstiche, präsentiert, auf denen die
Situation vor, während und nach der Katastrophe
wiedergegeben wird.

Im zweiten Teil der Ausstellung werden die Auswirkungen des
Erdbebens in wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und
theologischer Hinsicht dargestellt. Die Handelsstädte der
Hanse wie Lübeck und Danzig waren auch Umschlagplätze für
Waren nach Portugal. Das Erdbeben löste Mitgefühl und
Besorgnis aus. Es kam zu Hilfslieferungen und man befürchtete
geschäftliche Verluste, da in Lissabon eine beträchtliche
Anzahl von Niederlassungen betrieben wurden. In der
Wissenschaft gab das Geschehen Anstoß zu modernen
Erdbebentheorien, die bereits im Jahr 1756 von Johann
Gottlieb Wagner aus Liegnitz und von Simon Gottlieb Dinkler
aus Remscheid veröffentlicht wurden. In der Hansestadt
Hamburg hielt Pastor Johann Melchior Goeze vom zweiten
Advent an Erdbebenpredigten, in denen die Katastrophe als
Strafgericht Gottes und Vorbote des Weltgerichts gedeutet und
zu Reue, Umkehr und Buße aufgerufen wurde. Zur gleichen Zeit
führten fünf aufeinander folgende Erdbeben in der Schweiz zu
großer Verunsicherung der Bevölkerung. Die reformierten
Pastoren Johann Caspar Ulrich aus Zürich und Daniel Stapfer
aus Brugg suchten in ihren Schriften das Geschehen mit einer
Exegese von Bibeltexten als apokalyptische Zeichen zu
erklären.

Mehrere Reproduktionsvorlagen dieser Ausstellung stammen
aus Bamberg.