Die nächste Sprechstunde findet am Donnerstag, 24. Mai 2012, von 12.00 - 13.45 Uhr statt.
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ab dem 01.04.2012 übernimmt Frau Prof. Dr. Andrea Stieldorf den Vorsitz
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Die Seiten der Bamberg Graduate School of Historical Studies / Bamberger Graduiertenschule für Historische Forschung (BaGraHist) sind neu eingestellt.
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Otto-Friedrich-Universität Bamberg
D-96045 Bamberg
Tel.: 0951 / 863-2314
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Auf den ersten Blick scheint 'Globalgeschichte' die Geschichte 'der' Welt zu sein. Doch auf dieser Professur wird nicht eine Totalgeschichte des Globus angestrebt. Denn statt sich wie im 19. Jahrhundert auf die Suche nach allgemeingültigen historischen Entwicklungsgesetzen zu begeben oder anzunehmen, dass sich Gesellschaften weltweit auf ein festgelegtes Ziel hin entwickeln, geht es bei der Bamberger Globalgeschichte um die Analyse weltweiter Prozesse sozialer, ökonomischer und politischer Verflechtungen im 19. und 20. Jahrhundert. Zudem analysieren wir Perzeption und Rezeption 'fremder' Kulturen.
Um den eurozentrischen Blickwinkel bisheriger Geschichtsschreibung zu ergänzen, rücken wir potentiell sämtliche Weltregionen anhand exemplarischer Untersuchungsgegenstände ins Blickfeld von Forschung und Lehre. In transnationaler Perspektive, die den Nationalstaat nicht negieren, aber neu kontextualisieren will, untersuchen wir insbesondere sozial- und wirtschaftshistorische Phänomene: Die Mobilität und Zirkulation von Menschen, Waren, aber auch von Macht und Ideen stehen im Zentrum des Interesses. Warum verließen Menschen ihre Heimat? Welche Konsequenzen hatte Migration sowohl für die Auswanderungs-, als auch für die Einwanderungsregionen? Wie lassen sich Phänomene wie Assimilation, Integration und Hybridisierung analytisch fassen? Wie veränderte wirtschaftlicher Austausch zwischen Regionen und Nationen die Wahrnehmung der Welt? Wie wandelten sich Gesellschaften durch die zunehmende ökonomische Globalisierung? Welche neuen Potentiale aber auch Abhängigkeiten entstanden durch die Intensivierung von Finanz- und Warenströmen?
Anhand der europäischen Kolonialgeschichte untersuchen wir die Expansion von Macht- und Herrschaftsstrukturen in den außereuropäischen Raum und fragen, welche Folgen sich für die kolonisierten Regionen, aber auch für die kolonialen Metropolen aufzeigen lassen.
Und zu guter Letzt: Welche kulturellen Konzepte und Ideen zirkulierten sowohl innereuropäisch als auch zwischen anderen Regionen des Globus? Importierten die Haitianer beispielsweise Konzepte der französischen Revolutionäre? Oder: Wie wurden in Deutschland entwickelte Bildungs- und Wissenschaftskonzepte in anderen Ländern von diversen Akteuren wahrgenommen, diskutiert, kritisiert und gegebenenfalls kreativ inkorporiert?
Um diese Fragen zu beantworten, bedienen wir uns der Methode des historischen Vergleichs und berücksichtigen zudem Ansätze der sogenannten Verflechtungsgeschichte. Um der Komplexität globalhistorischer Analysen gerecht zu werden, spielen insbesondere in der Lehre methodologische Fragen eine bedeutende Rolle. Auch in der interdisziplinären Auseinandersetzung mit theoretischen Konzepten und Modellen aus Soziologie, Politologie, Ethnologie und Historischer Anthropologie wollen wir im Gespräch mit Studierenden globalgeschichtliche Konzepte ‚erden’ und praktisch umsetzen.