
Das Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit der Entwicklung und Gestaltung des europäischen Emissionshandelssystems aus politikwissenschaftlicher Sicht, das sich als das wichtigste Instrument der EU im Kampf gegen den Klimawandel etabliert hat. In seiner jungen Geschichte hat es sich dynamisch und grundlegend verändert. Diese Entwicklung führt zu einer Entmachtung der Mitgliedstaaten innerhalb dieses Politikbereichs, da sie auf die ihnen eingeräumten Gestaltungsspielräume und Kompetenzen fast vollständig durch die Revision des Emissionshandelssystems bereits wenige Jahre nach seiner Einführung verzichteten. Warum geben die Mitgliedstaaten ihre Macht an die europäische Ebene ab? Es wäre gewagt zu behaupten, dass diese Maßnahmen sich hinter dem Rücken der Mitgliedstaaten abspielen; mussten sie der Richtlinie doch selbst zustimmen. Ganz im Gegenteil begrüßen die Staaten diese Entwicklung. Eine Erklärung für die neue Struktur des Handelssystems muss deshalb, so die These der vorliegenden Arbeit, den Einfluss der existierenden Institution erfassen. Dabei hat vor allem die institutionelle Norm als auch ihr Integrationsgrad Einfluss auf die Neugestaltung der Institution und somit auf die Machtverteilung zwischen den beteiligten Akteuren. Diese beiden Faktoren können von den Mitgliedsstaaten lediglich konstant gehalten oder erweitert, nicht jedoch zurückgeschraubt werden, ohne Gefahr zu laufen dadurch die Institution in Frage zu stellen.