An die Studierenden der Universität Bamberg
Seit dem 2. Juli 2012 leben drei iranische Studenten, die auch teilweise an unserer Partneruniversität in Teheran studierten, in einem Protestzeltlager auf dem Markusplatz. Ihre eigentliche Unterkunft befindet sich seit sieben Monaten in Roßdach, ein 100-Seelen-Dorf im Landkreis Bamberg. Vor über einem Jahr flüchteten Hadi, Siamak und Ashkan aus dem Iran nach Deutschland, weil sie politisch verfolgt wurden und in ihrer Heimat um ihr Leben fürchten mussten. Mit ihrer Zeltaktion mochten die drei lraner auf die Unterbringungssituation von Flüchtlingen/Asylsuchenden in Bayern aufmerksam machen und mit den Bürgerlnnen Bambergs ins Gespräch kommen. Sie fordern die Beschleunigung und Transparenz des Asylverfahrens, die Aufhebung der Residenzpflicht, Deutschunterricht und Arbeitserlaubnis für Asylantinnen und Asylanten. Weiterhin fordern sie, Asylantlnnen nicht mehr über Jahre hinweg weitab von Städten unterzubringen, um ihnen zu ermoglichen, am sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen.
Der Studentische Konvent der Universität Bamberg unterstützt die asylsuchenden Kommilitonen in ihren Forderungen. Sie haben sich in ihrer Heimat für Rechte eingesetzt, die für uns selbstverständlich sind und mussten deshalb nicht nur um ihr Leben fürchten, sondern auch ihre Heimat und ihre Familien und Freunde verlassen. Die ohnehin schwere Situation der Flüchtlinge wird durch die menschenunwürdigen Bedingungen in den Gemeinschaftsunterkünften und die Ungewissheit über den Stand ihres Asylverfahrens noch verschafft. Sie wissen nie, wie lange sie noch in Deutschland bleiben dürfen.
Wir rufen alle Studierenden Bambergs auf, sich solidarisch mit unseren Kommilitonen zu zeigen. Nutzt die Gelegenheit, mit ihnen bei einem Besuch an ihrem Camp ins Gespräch zu kommen und nehmt am 16 Juli an der Solidaritäts-Demonstration um 17 Uhr am Markusplatz teil!
Der Studentische Konvent
Bamberg, den 11.07.2012
Infos zur Protestaktion der drei iranischen Studenten Hadi, Ashkan und Siamak: