Projektleiter: Prof. Dr. Thorsten Schneider
Mitarbeiterin: Sophie Müller
Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF )
Laufzeit: 1.2.2011 bis 31.1.2014
Während in der soziologischen Bildungsforschung intergenerationelle Aufstiege im Vordergrund stehen, beschäftigt sich dieses Projekt mit Ursachen und Verläufen von Bildungsabstiegen zwischen zwei Generationen. Die Analyse von intergenerationellen Bildungsabstiegen bietet ein besonderes Erkenntnispotenzial zur Erforschung der Faktoren des Bildungserfolgs. So kann der Vergleich von Bildungsabsteigern und Personen, die das Bildungsniveau der Eltern erreichen oder übertreffen, einen differenzierteren Einblick in den Bildungserfolg innerhalb von Bildungsschichten geben: Welche Faktoren entscheiden bei gleichen Startpositionen über den Statuserhalt? Weiterhin ist die Untersuchung von Bildungsabstiegen aufschlussreich in Bezug auf die Wirkung der sozialen Herkunft: Welche Chancenvorteile hinsichtlich der Bildungskarriere haben Akademikerkinder, die keinen Hochschulabschluss erreichen, gegenüber Personen aus bildungsferneren Familien mit sonst gleichen Merkmalen?
Deshalb werden Ausmaß, Ursachen und Entwicklung der Abstiege über unterschiedliche Kohorten betrachtet.
Zudem wird untersucht, inwiefern die soziale Herkunft eine Rolle für die Neigung spielt, ein Studium abzubrechen und inwiefern schichtspezifische Bildungsentscheidungen im Vorfeld des Studiums wie bspw. die Wahl der Hochschulart die Abbruchrate beeinflussen.
Schließlich beschäftigt sich das Forschungsvorhaben mit Wiedereinstiegen in das Bildungssystem. Hier geht es um die Frage, ob Akademikerkinder ohne Hochschulabschluss nach dem ersten Verlassen des Bildungssystems stärker dazu tendieren, wieder eine Ausbildung aufzunehmen und Bildungsabschlüsse nachzuholen, als Personen, die das Bildungsniveau der Eltern mit demselben Abschluss bereits erreicht haben. Dies ist auch in Bezug auf die Frage interessant, ob die soziale Herkunft auf spätere Entscheidungen der Bildungskarriere noch einen Effekt hat.
Die beschriebenen Forschungsfragen werden mithilfe von Längsschnittdaten untersucht.
