31.10.11
Das Masterstudium der Soziologie führt nach einer Regelstudienzeit von vier Semestern zum Abschluss Master of Arts (M.A.) und um- fasst 120 ECTS-Leistungspunkte. Der Studienaufbau des Master- studiengangs Soziologie ist insgesamt auf das Erreichen der Ziele laut Studienprofil ausgerichtet.
Der Studiengang gliedert sich in fünf Studienbereiche, in denen jeweils unterschiedliche Anteile von Studienleistungen zu erbringen sind:
Vertiefte Kenntnisse in Gesellschaftstheorie, Sozialstrukturanalyse und sozialem Wandel aus international vergleichender Perspektive
Gesamtumfang 18 ECTS
Vertiefte Kenntnisse in Wissenschaftstheorie, Forsch-
ungsdesigns und fortgeschrittenen Methoden der empirischen Sozialforschung
Gesamtumfang 18 ECTS
Wahl aus einem der sechs angebotenen Studien-
schwerpunkte, weitere Vertiefung spezifischer sozio-
logischer Inhalte und verstärkt forschungsorientierter
Blick auf einen tätigkeitsfeldbezogenen Bereich
Gesamtumfang 36 ECTS
Einjähriges Forschungspraktikum aus einem Schwer-
punktbereich zur Anwendung wissenschaftlicher
Methodik oder Auswahl aus soziologischen Modulen
eines anderen Schwerpunkts
Gesamtumfang 18 ECTS
Masterarbeit inklusive Disputation oder Kolloquium
als Nachweis der Fähigkeit ein Thema eigenständig
und mittels wissenschaftlicher Methoden zu bearbeiten
Gesamtumfang 30 ECTS
Auch im Rahmen eines konsekutiven Masterprogramms ist es notwendig Grundlagen zu schaffen bzw. zu erweitern. Diese Grundlagen beziehen sich jedoch nicht wie im Bachelorstudiengang auf ein allgemeines Verständnis des Faches und den Wissensstand der Soziologie, sondern vielmehr auf forschungsrelevante Grundlagen. So heben die Module des Bereichs Soziologische Theorien und Sozialstrukturanalyse die fachliche Diskussion um theoretische und empirische Erkenntnisse und Einsichten des Faches auf ein höheres Niveau. Schwerpunkte innerhalb dieses Studienbereichs finden sich in den Bereichen Gesellschaftstheorie, Sozialer Wandel, Internationaler Vergleich, Integration und Sozialstrukturanalyse.
Darüber hinaus dient auch der Bereich Methoden der empirischen Sozialforschung einer forschungs- und berufspraxisorientierten Grundlegung der Soziologie. Im Rahmen verschiedener Lehrveranstaltungen erhalten hier alle Studierenden eine Einführung in Wissenschaftstheoretische Grundlagen und Forschungsdesigns. Ebenso werden nach Wahl die methodischen Kenntnisse in den Bereichen Datenerhebung und Datenanalyse vertieft. Insgesamt verfügen die Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs Soziologie über die notwendigen Fähigkeiten sich wissenschaftlich weiter zu qualifizieren (Promotion) oder erfolgreich in den Arbeitsmarkt einzusteigen.
Hierfür ist jedoch neben den Grundlagen auch das richtige Handwerkszeug von Nöten. Demensprechend sind die Module Wissenschaftstheoretische Grundlagen und Forschungsdesigns des Studienbereichs Methoden der empirischen Sozialforschung für alle Studierende verpflichtend. Damit wird garantiert, dass sie unerlässliche Fähigkeiten wissenschaftlicher Praxis tiefgreifend verstehen. Zusätzlich vertiefen alle Studierenden ihre Kenntnisse in den Bereichen qualitativer oder quantitativer Datenanalyse oder der Datenerhebung. Dieses Handwerkszeug verbleibt jedoch nicht auf der theoretischen Ebene, sondern wird aktiv im Rahmen des Forschungsmoduls eingeübt und umgesetzt. Hier bearbeiten Studierende in wechselnden Themenschwerpunkten aktuelle Forschungsfragen der Soziologie und erhalten somit die Möglichkeit bereits vor ihrer Abschlussarbeit einen vollständigen Forschungsprozess zu durchlaufen.
Auch im Rahmen des Masterstudiengangs wird der individuellen Profilierung ein großer Stellenwert eingeräumt. Die Studierenden können ihr Studium tätigkeitsfeldbezogen organisieren. Hierfür stehen Ihnen im Rahmen der Studienschwerpunkte 36 ECTS Leistungspunkte zur Verfügung.
Folgende Studienschwerpunkte werden im Masterstudiengang angeboten
Innerhalb eines jeden Schwerpunktes entfallen 24 ECTS-Leistungspunkte auf den soziologischen Kernbereich. Hier können verschiedene schwerpunktspezifische Soziologie-Module eingebracht werden. Weitere 12 ECTS-Leistungspunkte entfallen auf den nicht-soziologischen Wahlbereich. Hier können Module anderer Disziplinen eingebracht werden. Die Auswahl der möglichen Fächer richtet sich nach inhaltlichen Gesichtspunkten und ist somit schwerpunktspezifisch. Dies garantiert einen interdisziplinären Blick auf den jeweiligen Themenschwerpunkt. Darüber hinaus ermöglicht es den Studierenden eigene Interessen und Neigungen zu vertiefen.
Neben den Studienschwerpunkten können Studierende eine zusätzliche individuelle Profilierung erreichen, indem sie das Forschungsmodul durch einen kleinen Schwerpunkt ersetzen. Hierbei haben sie die Möglichkeit jene 18 ECTS-Leistungspunkte nicht durch die Teilnahme an einem Forschungspraktikum zu erbringen, sondern soziologische Module aus einem noch nicht belegten Studienschwerpunkt. Diese individuelle Gestaltung des Studienplans ist insbesondere für Studierende interessant, die nicht beabsichtigen wissenschaftlich tätig zu werden. Sie ermöglicht eine berufliche Ausrichtung nach eigenen Wünschen und Interessen, schützt aber durch die Orientierung an den tätigkeitsfeldbezogenen Schwerpunkten vor mangelnder Spezifität und Beliebigkeit.
Dringend benötigte Schlüsselqualifikationen erlernen die Studierenden durch die individuelle Gestaltung der Curricula und die vorwiegend seminaristische Lehre. Diese zusätzlichen Fähigkeiten sind Voraussetzung für einen zukunftsfähigen Hochschulabschluss. Als konsekutiver Studiengang baut das Masterprogramm auf den im Bachelorstudium bereits erlernten Kompetenzen auf. Folgende Bereiche werden im Rahmen des Masterstudiengangs Soziologie im Besonderen gefördert:
Methodenkompetenz:
Grundkenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens und der Methodik empirischer Sozialforschung werden direkt im Masterstudiengang aufgegriffen und insbesondere aus der forschungsorientierten Perspektive erweitert und vertieft. Die Absolventinnen und Absolventen erreichen somit weitreichende Fähigkeiten in der kritischen Auseinandersetzung mit Theorien und Methoden der Soziologie. Sie erzielen nicht nur ein Verständnis des Gegenstandes der Soziologie, sondern werden überdies in die Lage versetzt die Methoden der Soziologie zu hinterfragen. Die Fähigkeit das eigene (wissenschaftliche) Handeln auf einer Metaebene zu beleuchten, ist wesentlicher Bestandteil des Forschungsprozesses und Basis jeder leitenden Tätigkeit. Die Fähigkeit der kritischen Selbstbeobachtung wiederum vertieft die Kompetenz komplexe Sachverhalte eigenständig zu erarbeiten und zu verstehen. Im Vergleich zum Bachelor-Studiengang nimmt der Anteil seminaristisch organisierter Lehrveranstaltungen erneut zu, so dass die Absolventinnen und Absolventen verstärkt anspruchsvolle Themen und Inhalte eigenständig recherchieren, vorbereiten und erarbeiten. Diese Selbstständigkeit vertieft die individuelle Methodenkompetenz weiter und bestärkt die Studierenden in deren Fähigkeiten sich Meinungen zu bilden, diese zu vertreten und Lösungsansätze für unterschiedliche Probleme zu erschließen.
Sozialkompetenz:
Die Förderung der Sozialkompetenz ist grundlegender Bestandteil der Ausbildung im Bereich der Schlüsselqualifikationen und somit ein wichtiges Ziel des Studiums der Soziologie in Bamberg. Das Erreichen dieser Vorgabe ist über den hohen Praxisanteil und die vornehmlich seminaristische Lehre gewährleistet. Im Rahmen dieser Lehrveranstaltungen ist ein hohes kommunikatives Engagement der Studierenden gefordert. Präsentationen und Diskussionen fördern die Fähigkeit der Kommunikation auch zu kontroversen Themen. Dies stärkt einerseits die Konfliktfähigkeit und andererseits die Kooperationsbereitschaft der Studierenden. Damit verfügen die Absolventinnen und Absolventen über die Kompetenz zwei gegensätzliche Verhaltensweisen situativ aufeinander abzustimmen. Dies führt zu einer konstruktiven Diskussionsfähigkeit und formt eine hohe Teamfähigkeit. Die Schulung der Sozialkompetenz wird im Rahmen des Forschungsmoduls weiter verstärkt, indem die Studierenden über ein Jahr hinweg als Team eigenständig Forschungsfragen bearbeiten. Die Interaktion innerhalb der Teams fördert den gegenseitigen konstruktiven Austausch und bereitet somit auf eine zunehmend projektförmig organisierte und zielorientierte Arbeitswelt vor. Im Gegensatz zum Bachelorstudiengang arbeiten die Teams im Masterstudiengang autonomer, so dass die Fähigkeiten der Kooperation, Konfliktfähigkeit und Kommunikation wesentlich ausgeprägter und tiefgreifender erlernt werden. Darüber hinaus erscheint das Erlernen und Anwenden sozialer Kompetenzen im unmittelbaren Anwendungsfall als Projektteam im Vergleich zu theoretischen Einführungsveranstaltungen zielgerichteter, da die Studierenden an realen Situationen erfahren, wie Teamarbeit koordiniert werden muss.
Individualkompetenz:
Auch im Masterstudiengang Soziologie erreichen die Absolventinnen und Absolventen ein individuelles Profil, welches sich nicht ausschließlich auf die fachwissenschaftlichen Inhalte konzentriert. Im Rahmen des Studiums wird ebenso die Individualkompetenz gefördert. Im Bereich der Methodenkompetenz erlernen die Studierenden Eigenständigkeit und Selbstbeobachtung im fachwissenschaftlichen Sinne, so dass Sie in die Lage versetzt werden sich selbstständig neue Inhalte und komplexe Themen zu erarbeiten sowie das eigene Arbeiten kritisch zu hinterfragen. Darüber hinaus erfordert die freie Gestaltung des Curriculums im Rahmen der Regularien der Prüfungsordnung ein hohes Maß an Selbstorganisation und Selbstreflexion. So müssen sich die Studierenden ihre beruflichen Ziele vergegenwärtigen und das Studium auf die eigene Zukunft ausrichten. Dieses Programm ist zunächst fordernd, bereitet die Studierenden jedoch hervorragend auf Führungspositionen und Projektleitungen vor. Ebenso sind diese Fähigkeiten zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Promotion.
Medienkompetenz:
Nicht zuletzt durch die Förderung in der seminaristisch organisierten Lehre verfügen die Absolventinnen und Absolventen über eine hohe Medienkompetenz. Sie sind in der Lage aktiv zu kommunizieren, kompetent zu rezipieren und kennen technische bzw. organisatorische Bedingungen. Die erlernten Fähigkeiten reichen von der mündlichen und schriftlichen Präsentation über die Auswahl geeignete Kanäle bis hin zur angemessen filternden Wahrnehmung. Dabei schulen Referate und Hausarbeiten die Präsentation von Wissen und Erkenntnissen sowie die Fähigkeit bei Recherchen wichtiges von weniger wichtigem zu trennen. Die praxisorientierten Lehrveranstaltungen vertiefen diese Aspekte noch. Überdies formen häufige Vorträge der Studierenden sowie aktivierende Methoden in Lehrveranstaltungen die Fähigkeit eigene Gedanken oder Wissen verständlich und strukturiert vorzutragen. Der Einsatz von Tafel, Overhead-Projektor und Beamer je nach Angemessenheit fördert zudem die Fähigkeit den Medieneinsatz in Abhängigkeit von den zu vermittelnden Inhalten zu wählen. Im Rahmen des Masterstudiengangs werden diese Fähigkeiten gegenüber dem Bachelorstudiengang weiter vertieft indem sie an anspruchsvolleren Inhalten erprobt werden und in einem Großteil der zu absolvierenden Module Standard sind.
Die Absolventinnen und Absolventen des M.A. Studienganges Soziologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg verfügen über die notwendigen Grundlagen, das Handwerkszeug, ein individuelles Profil und umfassende Schlüsselqualifikationen. Basierend auf den Fähigkeiten, die sie im Rahmen eines B.A. Studiums erworben haben, werden diese im Masterstudiengang gezielt vertieft und erweitert. Hierbei stehen sowohl die Vorbereitung auf eine wissenschaftliche Weiterqualifikation (Promotion) und die Vorbereitung auf eigenverantwortliche Tätigkeiten im Vordergrund. Neben der inhaltlichen und methodischen Ausbildung stehen demzufolge Individualkompetenzen im Fokus. Hierzu zählen die wissenschaftliche Methodenkompetenz, Selbstorganisation, Selbstreflexion, Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit. Inhaltlich erfolgt eine Vertiefung in zukunftsfähigen Schwerpunkten, die eine berufliche Anschlussfähigkeit in Form eines individuellen Profils ermöglichen. Dieses Profil kann zusätzlich durch Praktika, Auslandaufenthalte und Hilfskrafttätigkeiten in den zahlreichen Bamberger Forschungsprojekten und –instituten geschärft werden.
Mit diesen Kompetenzen ausgestattet, gelingt den Absolventinnen und Absolventen der Bamberger Soziologie eine erfolgreiche Positionierung auf dem Arbeitsmarkt. Die Beschäftigungsfelder entsprechen dabei weitestgehend denen des Bachelorstudiengangs: als Consultant, Researcher oder ReferentIn in der Meinungs- und Marktforschung oder als ReferentIn, LektorIn oder RedakteurIn in der Medienbranche, der Öffentlichkeitsarbeit oder dem Verlagswesen. Weitere Beschäftigungsschwerpunkte liegen in Personalabteilungen, in der Personalvermittlung, der Personalentwicklung und der Organisationsentwicklung sowie als ReferetIn für Sozialpolitik, Bildung etc. Beschäftigungschancen bestehen hierbei in der öffentlichen Verwaltung auf kommunaler Ebene oder in Landes- und Bundesministerien, in statistischen Ämtern oder weiteren Landes- und Bundeseinrichtungen, in Non-Profit-Organisationen wie Parteien, Verbänden, Gewerkschaften oder den Sozialversicherungen und in der Privatwirtschaft. Nicht zuletzt steigen zahlreiche Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler in Beratungstätigkeiten ein. Darunter fällt nicht nur die allseits bekannte Unternehmensberatung, sondern häufig auch Berufsberatung, Politikberatung, Organisationsberatung, Kommunikationsberatung und vergleichbares. Dieser Bereich ebnet langfristig auch den Weg in die Selbstständigkeit. Der Masterabschluss ermöglicht innerhalb dieser Tätigkeiten oftmals einen Einstieg in höheren Berufspositionen bzw. erleichtert den Aufstieg innerhalb eines Unternehmens, einer Institution oder einer Organisation.
Darüber hinaus erschließt der Masterstudiengang das berufliche Feld der wissenschaftlichen Karriere, da er in der Regel die Grundlage und Voraussetzung eines Promotionsvorhabens darstellt. Zahlreiche Absolventinnen und Absolventen der Soziologie suchen den Karriereweg in der Wissenschaft entweder in der direkten Hochschullaufbahn oder in Forschungsinstituten.