24.04.13
Die Prüfungsvorbesprechungen (BA-V-Modulprüfung und Magister/Diplom) werden im Rahmen eines Kandidatenseminars am 14.05.2013 stattfinden.
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17.04.13
Seit heute können sich alle BA-Studierende, die planen, ihre Abschlussarbeit im WS 2013/14 zu schreiben, in eine Liste einschreiben, die am Schwarzen Brett aushängt.
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Bochumer Sozialwissenschaftlerin referierte an der Universität Bamberg
Internet war gestern, heute ist Web 2.0 - sinnlich und intuitiv erfahrbar, private Netzwerke statt Information Overflow. Web 2.0, das Web für Frauen?
Besonders die Blogs haben es dem weiblichen Geschlecht anscheinend angetan. "Wer beim Durchschnittsblogger an blasse Männer im Dreitagebart denkt, liegt falsch", erläuterte Franka Hesse, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt "Gender Blogging: Geschlechterverhältnisse in der Blogosphäre" an der Ruhr-Universität Bochum. Ihre Studien ergaben, dass mit 40 Prozent der größte Teil der 362 untersuchten Weblogs von weiblichen Teenagern geführt wird.
Und hier liegt das Dilemma: Obwohl mehr Frauen als Männer bloggen, werden sie in den Weiten des Webs kaum wahrgenommen. Unter den Top-100-Blogs, den am häufigsten angeklickten und verlinkten A-Blogs, sind 70 Prozent der Autoren männlich - warum?
Frauen sorgen für Grundrauschen
Es könnte an den Inhalten liegen. "Frauen sorgen für das `Grundrauschen`, Männer für von der Öffentlichkeit beachtete Inhalte", fasste Hesse in ihrem Vortrag an der Uni Bamberg im Wintersemester 2006/2007 zusammen. Dazu eingeladen hatte der Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft und die Forschungsstelle Neue Kommunikationsmedien. Der Vortrag fand im Rahmen der Reihe "Journalismus und Web 2.0" statt, die von Mitteln der Frauenförderung der Universität Bamberg und durch das Studentenprojekt futuredays von feki.de finanziell unterstützt wurde.
Männer führen Filterblogs
Schon vor dem Internetzeitalter haben sich pubertierende Mädchen ihren Kummer von der Seele geschrieben - damals noch bevorzugt zwischen zwei Pappdeckeln mit Vorhängeschloss. Heute sind die Tagebucheinträge von Mädchen und jungen Frauen öffentlich, aber noch immer relativ uninteressant für die breite Öffentlichkeit.
Männer hingegen schreiben über unpersönlichere Themen, sie führen "Filterblogs", die oftmals wirtschaftlicher oder politscher Natur sind. Sie suchen die Öffentlichkeit, indem sie über Ereignisse und Nachrichten aus der Außenwelt berichten. Darüber hinaus werden zahlreiche "K(nowledge)-Logs" geführt, die in der Regel einen technologischen Fokus haben.
Was Frauen wollen
Trauen sich Frauen nicht zu, Öffentlichkeit aktiv herzustellen und zu gestalten? Eine Frage, die schwer zu beantworten ist. "Frauen suchen etwas anderes in der Blogosphäre als Männer, sie nutzen Blogs weniger strategisch zur Selbstdarstellung", betonte Hesse. Eine Einbindung ins Netzwerk ermögliche neue soziale Kontakte und fördere dauerhafte Beziehungen. Das sei genau das, was Frauen wollen.
Bloghoster fördern Teilhabechancen
Die Hoffnung, dass das Internet irgendwann einmal nicht mehr gegendert ist, gibt die Forscherin jedoch nicht auf. "Die Teilhabechancen für Frauen sind da. Sie müssen nur noch intensiver genutzt werden", so ihr Appell an die Userinnen von heute.
Ein wichtiger Schritt sei getan. Das Internet sei keine männliche Domäne mehr. Zugang zu den neuen Medien haben beide Geschlechter gleichermaßen, ob mit oder ohne Technikaffinität. Während Blogger früher mit so genannter "stand-alone"-Software ihre Weblogs selbst erstellen mussten, können heute technisch weniger anspruchsvolle Eingabemasken genutzt werden, die so genannten Bloghoster.
Web 2.0 - ein Web für Frauen? Ja, traut euch!
von Dorothee Andris
Für weitere Informationen steht Franka Hesses Präsentation zum Download bereit.