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News

24.04.13

Prüfungsvorbesprechungen

Die Prüfungsvorbesprechungen (BA-V-Modulprüfung und Magister/Diplom) werden im Rahmen eines Kandidatenseminars am 14.05.2013 stattfinden.
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17.04.13

BA-Arbeit im WS 2013/14

Seit heute können sich alle BA-Studierende, die planen, ihre Abschlussarbeit im WS 2013/14 zu schreiben, in eine Liste einschreiben, die am Schwarzen Brett aushängt.
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Karikaturenausstellung: Grobe Wahrheiten - Wahre Grobheiten


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Bamberg - Lemberg: Kowi-Studierende auf Exkursion in der Ukraine


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Tutorien im Sommersemester 2013 bei Herrn Holger Müller M.A.


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Aktuelle Meldungen aus der KoWi

Pingelig, aber unterhaltsam

Das Bildblog und das größte Boulevardblatt Deutschlands

von Anna-Maria Schatz

[Bildquelle: Feki.de]

Information, Kritik und Unterhaltung, so fasste Florian L. Mayer das Nutzungsverhalten der Bildblog-Leser zusammen. Das Bildblog stelle Transparenz her. Man könne von einem aufgeklärten Publikum sprechen. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung [Forschungsbericht] der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“ (FoNK) und des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, die im Herbst 2007 durchgeführt wurde. Beim gut besuchten Vortrag „ Zwischen Schadenfreude und Aufklärung – Bildblog aus Sicht der Nutzer“ stellten Dr. Gabriele Mehling, Dr. Kristina Wied und Dipl. Soz. Florian L. Mayer ausgewählte Resultate vor und standen im Anschluss für Fragen zur Verfügung. Neben den drei Referenten arbeiteten auch Dr. Jan Schmidt und Dr. Johannes Raabe an der Untersuchung mit, die in Kooperation mit Bildblog durchgeführt wurde. Rund 20.000 Nutzer des Bildblogs nahmen an der Befragung teil.

Das Bildblog im Fokus

[Bildquelle: Feki.de]

Das Angebot des externer Link folgt Bildblogs ist seit 2004 online und begleitet kritisch die Bild-Zeitung, die Bild am Sonntag und das Onlineangebot Bild.de. Medienberichterstattung, wie sie das Bildblog anbietet, wird in der Kommunikationswissenschaft als „Fünfte Gewalt“ bezeichnet, da sie den Journalismus kontrolliert und so die Qualität des Journalismus als „Vierte Gewalt“ sicherstellen soll.

Junge Nutzer auf der Suche nach Kritik, Unterhaltung und Schadenfreude

Der typische Bildblog-Nutzer ist männlich, zwischen 20 und 29 Jahre alt, formal höher gebildet, lebt in der Bundesrepublik Deutschland, liest normalerweise nicht die Bild-Zeitung und nutzt das Internet bis zu zwei Stunden am Tag. Von den Befragten geben mehr als 80 Prozent an, dass sie den Bildblog lesen um unterhalten zu werden oder die eigene kritische Haltung gegenüber der „Bild“ zu fundieren. Zu mehr als 70 Prozent möchten Bildblog-Leser über die Fehler der Bild-Zeitung informiert sein. Offenbar trägt also auch Schadenfreude dazu bei, dass das Bildblog hohe Klickzahlen verzeichnet.

Beurteilung des Bildblogs

[Bildquelle: Feki.de]

Zwar bezweifelt die Mehrheit der Befragten einen konkreten Einfluss des Bildblogs auf die Bild-Zeitung. Gleichwohl gestehen die Bildblog-Nutzer dem Watchblog aber zu, ganz allgemein einen Beitrag zur Qualitätssicherung und -verbesserung des Journalismus zu leisten: So sind vier Fünftel der Befragten der Ansicht, das Bildblog trage dazu bei, dass der Bild-Journalismus auch in anderen Massenmedien stärker kritisch beobachtet werde. Rund 90 Prozent der Befragten trauen dem Watchblog zudem zu, transparent zu machen, was guten Journalismus kennzeichnet. Diese Aussagen sprechen dafür, dass die Macher des Bildblogs ihr Ziel, darüber aufzuklären, wie „Bild“ arbeitet, erreichen. Allerdings äußerten die Befragten auch Kritik am Bildblog. Zu sehr werde auf kleinen Fehlern herum geritten anstatt sich mit der „politischen Dimension“ oder den Hintergründen der Bild-Berichterstattung auseinanderzusetzen. Bemängelt wurde von den Nutzern zudem, dass das Bildblog bei einer Kontaktaufnahme meist nicht reagiere.

Vortrag mündete in angeregter Diskussion

[Bildquelle: Feki.de]

Der 45-minütige Vortrag bot viele Anknüpfungspunkte für die anschließende Diskussion. Die Studierenden stellten eine Vielzahl von Fragen an die Referenten. Gefragt wurde u.a. nach der Reaktion der „Bild“ auf den Bildblog. Bild.de korrigiere manchmal Fehler, kennzeichne die Hinweise des Bildblogs jedoch in der Regel nicht und vermeide es so, die Aufmerksamkeit auf den Bildblog weiter zu erhöhen, sagten die Referenten.
Weiterhin äußerten die Studierenden Kritik an den Nutzern des Bildblogs: Wie können die Bildblog-User kritisch gegenüber der Bild-Zeitung eingestellt sein, wenn sie diese selbst nicht lesen? Einen Rückschluss zur Beantwortung dieser Frage ließen die Untersuchungsergebnisse allerdings nicht zu. Zudem wurde die Richtigkeit der Bildblog-Artikel hinterfragt. Hierzu merkten die Referenten an, dass jeder Journalist Fehler machen könne. Wichtig sei jedoch auf der einen Seite eine sorgfältige Recherche und auf der anderen Seite ein offener Umgang mit eigenen Fehlern. Diese müssten erkennbar berichtigt werden – das Bildblog handhabe dies so.
Die Fragen der Zuhörer bezogen sich auch auf das Design der Untersuchung und zeigten, dass viele der Anwesenden zum Beispiel gerne mehr über den Anteil der Umfrageteilnehmer gewusst hätten, die selbst beruflich mit Medien zu tun haben. Interessiert hätte die Zuhörer auch, welche anderen Medien – neben der Bild-Zeitung und Bild.de – von den Befragten genutzt werden. Aus der Untersuchung geht nur hervor, dass 75 Prozent der Bildblog-User auch andere Weblogs nutzen und 13 Prozent auch selbst bloggen.

Weiterer „Journalismus und Web 2.0“-Vortrag im Januar 2009

Die Vortragsreihe „Journalismus und Web 2.0“ findet seit 2006 jedes Semester statt. Sie wird finanziell und organisatorisch von der studentischen Hochschulgruppe „ externer Link folgt Feki.de“ innerhalb der Veranstaltungsreihe „ externer Link folgt futuredays“ unterstützt. Der nächste Vortrag findet am 15. Januar 2009 statt. Dann trägt der Münsteraner Professor Dr. Christoph Neuberger zum Thema „ Wie Web 2.o den Journalismus verändert“ vor.