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News

24.04.13

Prüfungsvorbesprechungen

Die Prüfungsvorbesprechungen (BA-V-Modulprüfung und Magister/Diplom) werden im Rahmen eines Kandidatenseminars am 14.05.2013 stattfinden.
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17.04.13

BA-Arbeit im WS 2013/14

Seit heute können sich alle BA-Studierende, die planen, ihre Abschlussarbeit im WS 2013/14 zu schreiben, in eine Liste einschreiben, die am Schwarzen Brett aushängt.
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Karikaturenausstellung: Grobe Wahrheiten - Wahre Grobheiten


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Bamberg - Lemberg: Kowi-Studierende auf Exkursion in der Ukraine


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Tutorien im Sommersemester 2013 bei Herrn Holger Müller M.A.


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Aktuelle Meldungen aus der KoWi

Kleinkunst als Markenzeichen

Rege Podiumsdiskussion zum Thema Kultur und Kommunikation in Bamberg

von Corinna Domnick und Lena Schumm

Genauso bunt wie die Szene selbst präsentierten sich die Vertreter der Bamberger Kulturlandschaft am Mittwoch, den 27.Januar, in der Otto-Friedrich-Universität. Kulturschaffende und Vertreter von Stadt und Medien trafen sich zur zweiten von insgesamt drei Diskussionsrunden, die im Rahmen des Seminars „Kommunikationsraum Bamberg“ von Markus Behmer und Studierenden organisiert wurden. Auf dem Podium saßen diesmal Oliver Will und Stefanie Schuhmann (Kulturamt der Stadt Bamberg), Anja Simon (E.T.A.-Hoffmann-Theater), David Saam (Musiker und "Kleinkunst-Aktivist") und seine Künstlerkollegin Mia Pittroff (u.a. Comedy Lounge), David Köster (Stadtkapelle Bamberg) und Harald Bönisch (Chefredakteur des Kulturjournals "Fränkische Nacht"). Moderiert wurde der Abend von den beiden Studentinnen Christin Berges und Christiane Gerstlauer.

 

[Bildquelle: Anke Reinhardt]

Fränkische Nacht ist „Gold wert“

Voll des Lobes waren die anwesenden Künstler für das Bamberger Kulturmagazin Fränkische Nacht. Neben einem ausführlichen Kulturkalender bringt das Magazin in jeder Ausgabe ganzseitige Künstlerportraits und Konzertberichte.  Der Chefredakteur der FN Harald Bönisch möchte der gesamten Bamberger Kulturszene ein Forum bieten, in dem sich auch unbekanntere Künstler präsentieren können. Dass ihm dies gelingt bestätigten die Anwesenden gern. „Für uns ist das Gold wert“, so Mia Pittroff. Allerdings muss auch Bönisch selektiv sein und ist, wie wohl jeder Journalist, zum Teil auf die aktive PR der Kulturtreibenden angewiesen. „Wer öfter anruft und nervt, der hat manchmal einfach mehr Erfolg“, gibt er den augenzwinkernden Hinweis.

Auch der städtische Kulturkalender findet positive Erwähnung als einziges Medium, dass die Bamberger Kultur wirklich umfassend abbildet und die Veranstaltungen in Bamberg fast ausnahmslos in sein Programm aufnimmt.

Schwieriges Verhältnis zum Fränkischen Tag

Eher gespalten zeigte sich das Verhältnis der Künstler zur lokalen Tageszeitung Fränkischer Tag (FT). „Wir können uns nicht beschweren“, sagte Anja Simon vom E.T.A.-Hoffmann-Theater. Die Berichterstattung über die Großen der Kulturszene wie die Bamberger Symphoniker und das städtische Theater sei umfassend und kompetent. Ganz anders sehe es für die freien Künstler aus. Während Konzertankündigungen noch regelmäßig erschienen, brauche man auf eine Konzertkritik oder einen Nachbericht nicht zu hoffen, kritisierten David Köster von der Stadtkapelle Bamberg und David Saam.

Empörung machte sich breit, als die Moderatorinnen um Stellungnahme zu einem Zitat von Armin Maus, Chefredakteur des FT, aus der vorangegangenen Podiumsdiskussion baten. Dessen Aussage, der Fränkische Tag sei der „einzige Strohhalm“ für die Kulturberichterstattung in Bamberg, wurde heftig widersprochen. Denn der FT vernachlässige eher die Kleinkunst, als dass er sie unterstütze, meinte Harald Bönisch. Von einer Selbstüberschätzung des Fränkischen Tags war die Rede. Und David Köster ließ vernehmen: „Dann ist dieser Strohhalm aber ganz schön kurz.“ Im Zusammenhang dieser Vorwürfe bedauerten die Beteiligten, dass für die Kulturdiskussion kein Vertreter der Zeitung eingeladen war, der hier hätte Stellung nehmen können.

 

[Bildquelle: Anke Reinhardt]

Augenwischerei im Lokalradio

Auch einen Stellvertreter Radio Bambergs vermissten die Künstler, als es im Anschluss um die Repräsentation der Kulturtreibenden im Lokalradio ging. Das einzige Auswahlkriterium, um dort Erwähnung zu finden, sei ganz offensichtlich Geld. Da waren sich die Beteiligten einig. Die Veranstaltungstipps, die dort ausgestrahlt werden, seien in Wahrheit bezahlte Werbung, weiß Bönisch. Mia Pittroff warf ein, dass sogar der Bayerische Rundfunk sowie der Deutschlandfunk mehr Interesse an ihren Aktivitäten zeigten als Radio Bamberg. Als Verpflichtung eines Lokalradios sieht es indes David Saam an, der lokalen Kultur Platz einzuräumen, trotz begrenzter Sendezeit. „Es ist eine Augenwischerei, sich Radio Bamberg zu nennen, aber nicht über Bamberg zu berichten.“

[Bildquelle: Anke Reinhardt]

„Bamberg ist ein Dorf“

Aber: „Das Glück des Künstlers hängt nicht von Radio Bamberg oder dem FT ab“, so Saam weiter. Auch Mund-zu-Mund-Propaganda ist hier noch ein effektiver Weg, um Neuigkeiten unters Volk zu bringen. Denn „Bamberg ist ein Dorf“, in dem die wichtigsten Informationen im persönlichen Gespräch ausgetauscht würden, merkt Oliver Will vom Kulturamt schmunzelnd an. Eine weitere wichtige Plattform bildet in immer stärkerer Form das Internet. Anja Simon betont:„Man kann es sich als Kulturschaffender heutzutage nicht leisten, nicht online zu sein.“ In der Diskussionsrunde mit dem Plenum wurde deutlich, dass auch die Studierenden diese beiden Kanäle (Mundpropaganda und Internet) für ihre Freizeitgestaltung nutzen. Insbesondere die von Studierenden betriebene Internetseite feki.de dient als die studentische Informationsquelle für Veranstaltungen aller Art.

Kleinkunst als Aushängeschild

In der Schlussrunde äußerten alle Beteiligten ihre Wünsche für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Kulturschaffenden und Medien. Wie in der vorigen Diskussionsrunde zum Thema Lokalpolitik und Medien wurde der Wunsch nach einer weiteren Tageszeitung für Bamberg deutlich, um der Berichterstattung mehr Vielfalt zu geben. Darüber hinaus wurde für mehr Offenheit gegenüber der freien Kunstszene plädiert. Dennoch zeigten sich alle Anwesenden sehr glücklich in Bamberg, das für eine Stadt dieser Größe eine äußerst vielfältige Kulturszene aufweist. Mia Pittroff wünschte sich, dass Bamberg für seine Kleinkunst auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannter wird, und träumt davon, dass sich die Szene zu einem „Markenzeichen“ der Stadt entwickelt. Die Leute sollen wissen: „Da ist was los!“

Hier finden Sie den Bericht über die Podiumsdiskussion "Sport und Medien in Bamberg"

Hier finden Sie den Bericht über die Podiumsdiskussion "Politik und Kommunikation in Bamberg".