Professoren Ortwin Beisbart und Rolf Bergmann wurden feierlich verabschiedet
Mit Prof. Dr. Ortwin Beisbart und Prof. Dr. Rolf Bergmann werden zwei "Chefarchitekten" der Universität emeritiert. Zur Verabschiedung waren Freunde und Weggefährten bis aus Dänemark, der Schweiz und den USA nach Bamberg angereist.
Vor mehr als 300 Gästen wurden im großen Hörsaal des Markushauses am 10. Februar Prof. Dr. Ortwin Beisbart und Prof. Dr. Rolf Bergmann verabschiedet. Beide werden nun, zum Ende des Wintersemesters 2004/05, emeritiert. Bis aus Dänemark, der Schweiz und den USA waren Freunde und Weggefährten der beiden Germanisten angereist.
Fundamente und Eckpfeiler der Uni mit erbaut
Zwei "Chefarchitekten" nannte sie Prof. Dr. Sebastian Kempgen, der Dekan der Fakultät Sprach- und Literaturwissenschaften (SpLit), weil sie in vielerlei Hinsicht das "Fundament" gelegt und die "Eckpfeiler" der Hochschule mit erbaut hätten.
Seit 1987 hatte Beisbart den Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur inne. Dass Bamberg die einzige bayerische Hochschule ist, die eine Studienordnung für die Lehramtsstudiengänge vorweisen kann, ist ihm zu verdanken. Auch an der Gründung des "Zentrums für Didaktische Forschung und Lehre" war er maßgeblich beteiligt.
Bergmann hatte den Lehrstuhl für deutsche Sprachwissenschaft und ältere deutsche Literatur sogar schon seit 1977 inne. Als ihr Gründungsdekan hat er die Fakultät "SpLit" aufgebaut und geprägt. Dass er international höchste Anerkennung genießt, belegen mehrere Gastprofessuren im Ausland. In jüngerer Zeit tat er sich zudem als maßgeblicher Begründer und Direktor des interdisziplinär ausgerichteten "Zentrums für Mittelalterstudien", einer der ganz großen "Erfolgsstories" der Uni, hervor. Schon 1993 wurde er für seine Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Nachahmer erwünscht
Von "Schmuckstücken der Universität", die Beisbart und Bergmann geschaffen hätten, sprach Prorektor Prof. Dr. Reinhard Zintl. In diesem Zusammenhang kritisierte er die Vorstellung, dass sich eine Universität über sogenannte "Alleinstellungsmerkmale" profilieren müsse, und hielt dem die "Innovationen" der beiden Germanisten entgegen, die an anderen Hochschulen "Mut machen" und "nachgeahmt werden sollten".
"Traditionen" und ihren "identitätsstiftenden" Charakter hatte die charmante, mit witzigen Schnappschüssen illustrierte Rede zum Thema, die die seit kurzem ebenfalls emeritierte Prof. Dr. Annegret Bollée auf ihre jahrzehntelangen Weggefährten hielt. Sie erzählte von den etwas improvisierten Verhältnissen nach Gründung der Fakultät, als die Anglisten noch "neben dem Naturkundemuseum in unmittelbarer Nachbarschaft eines Aquariums mit Piranhas" untergebracht waren. Und passend zur Jahreszeit wusste sie von "Faschingsfesten mit professoralen Büttenreden" zu berichten. Dass sich diese Tradition nicht erhalten habe, sei bedauerlich. Zu gern würde man noch heute über die "Augsburger Schinkenhandschrift" dozieren hören.
Musikalische Präsente
Doch es wurden auch nachdenkliche Töne angeschlagen: In einer beeindruckenden Rede verband Beisbart Überlegungen zu Thornton Wilders Theaterstück "The Long Christmas Dinner" mit einem Rückblick auf seine persönliche Entwicklung und die Veränderungen, die das Bildungssystem während dieser Zeit erfahren hat. Am Ende legte er dar, wie "das Stück" nach seiner Meinung "weiterzuschreiben" wäre, wie Universität und Schule sich auf einen Weg besinnen sollten, der von Traditionsbewusstsein und der Nachfrage eines "Bildungsmarktes" nur flankiert sein kann. Auch Bergmann nutzte die Gelegenheit, in seiner Rede jüngste Umstrukturierungsmaßnahmen an der Universität kritisch zu hinterfragen.
Abgerundet wurde die Veranstaltung von musikalischen Einlagen von der Dixielandgruppe der Uni, den "Footwarmers". Jazzfan Rolf Bergmann hatte sich den Klassiker "It don't mean a thing, if it ain't got that swing" gewünscht. Und dem ebenso musikbegeisterten Ortwin Beisbart machten die "Footwarmers" ein besonderes Geschenk: Ein "verjazztes" Arrangement des englischen Weihnachtsliedes "God rest you merry, Gentlemen" hatte der Leiter der Band, Dr. Roland Kocina, eigens komponiert.
News Wintersemester 2004/2005 vom 16.02.05