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Wichtiger Partner der Geisteswissenschaften

Im Rahmen des "Forums Forschungsförderung" sprach Prof. Dr. Axel Horstmann über Förderprogramme

Von Michaela Pittroff

So manches ehrgeizige Wissenschaftsprojekt scheitert an der Finanzierung. Umso wichtiger sind Einrichtungen wie die VolkswagenStiftung. In Bamberg stellte Prof. Axel Horstmann ihre Förderprogramme vor.

So manches ehrgeizige Unternehmen scheitert an der Finanzierung, zumal in den Geisteswissenschaften. Umso wichtiger sind daher Einrichtungen wie die VolkswagenStiftung, die seit ihrer Gründung 1962 zu einem der wichtigsten Förderer der Geisteswissenschaften geworden ist.

Die Kapelle im Markushaus wurde fast ein wenig eng für die rund 40 Zuhörer, die am 8. Juni gekommen waren, um sich über die Ziele und Möglichkeiten einer Förderung durch die VolkswagenStiftung zu informieren. Nach einer kurzen Einführung durch Prorektor Prof. Dr. Rainer Drewello stellte der Leiter der Abteilung Geistes- und Gesellschaftswissenschaften der VolkswagenStiftung, Prof. Dr. Axel Horstmann, verschiedene Förderungsprogramme für diese Forschungsgebiete vor.

Die Stiftung

Die VolkswagenStiftung ist eine gemeinnützige Stiftung privaten Rechts, die sich die Förderung von Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre zur Aufgabe gemacht hat. Träger der Stiftung sind der Bund und das Land Niedersachsen. Besonderes Augenmerk gilt hierbei zwei Bereichen, die es erfahrungsgemäß immer etwas schwerer haben, an Mittel zu gelangen: der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie der Zusammenarbeit von Forschern über disziplinäre und staatliche Grenzen hinweg.

Die VolkswagenStiftung verfügt momentan über ein Kapital von 2,3 Mrd. Euro und hat in den 43 Jahren ihres Bestehens rund drei Mrd. Euro für nahezu 28.000 Projekte zur Verfügung gestellt. 2004 flossen 21,9 Millionen Euro allein in die Förderung geistes- und gesellschaftswissenschaftlicher Projekte.

Die Förderinitiative "Pro Geisteswissenschaften"

Diese Initiative ist ein gemeinsames Angebot der Fritz Thyssen Stiftung und der VolkswagenStiftung und umfasst drei Programme: Zum einen die so genannten "Dilthey-Fellowships", eine Initiative zur Förderung des hochqualifizierten Nachwuchses in den Geisteswissenschaften. Hier geht es insbesondere darum, jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit zu geben, nach ihrer Promotion Themen bearbeiten zu können, die "auf Grund ihrer Komplexität oder ihres höheren Risikos von vornherein längere Planungs- und Zeithorizonte benötigen", so Horstmann. Die Förderdauer kann insgesamt bis zu zehn Jahren betragen. Eine Altersgrenze gäbe es nicht, lediglich die Promotion sollte nicht mehr als fünf Jahre zurückliegen. Bis zu zehn solcher "Fellowships" werden pro Jahr vergeben.

Ein weiteres Programm trägt den Titel "opus magnum". Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sich hier zwischen zwei und sechs Jahre von ihren sonstigen Aufgaben freistellen lassen, um ein wissenschaftliches Werk zu verfassen, für das sonst zu wenig oder keine Zeit bleibt. Die Stiftungen übernehmen die Kosten für eine geeignete Vertretung und unterstützen die Entstehung der Publikation. Dies kommt also letztlich nicht nur der geförderten Person zugute, sondern bietet gleichzeitig Nachwuchswissenschaftlern Möglichkeiten zum Einstieg ins Berufsleben.

Unter dem Motto "Geisteswissenschaften und Öffentlichkeit" unterstützt die Stiftung zudem themenorientierte Veranstaltungen, die "dazu dienen, Rang und Stellenwert der Geisteswissenschaft einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln", so Horstmann.

Bereits geförderte Projekte

Die Volkswagenstiftung trat im Frühjahr dieses Jahres als Sponsor des Forschungskolloquiums "Erzeugen und Nachvollziehen von Sinn" auf, das unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Zenck, Professor für Historische Musikwissenschaft an der Universität Bamberg, stattfand. Zenck lobte die gute Beratung von Seiten der Stiftung im Hinblick auf die Antragstellung und Präsentation des Projekts.

Im Anschluss an den Vortrag stellten Bamberger Wissenschaftler Projekte vor, die in das Förderungsgebiet der Stiftung fallen. Deutlich wurde allerdings, dass es nicht ganz einfach ist, die Stiftung von der Originalität, Notwendigkeit und dem gesellschaftlichem Nutzen des eigenen Vorhabens zu überzeugen. Gerade die Frage nach dem letzten Kriterium stellte sich Axel Horstmann bei den meisten der vorgestellten Forschungsvorhaben wie zum Beispiel dem Aufbau einer Datenbank zum Wissenstransfer für Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, vorgestellt von Dr. Hanspeter Buba vom Dezernat Planung und Forschungsförderung der Universität Bamberg, oder dem Forschungsvorhaben zur Holzaltersbestimmung von Dipl. Holzwirt Dr. Thomas Eißing (Institut für Archäologie, Bauforschung und Denkmalpflege) als schwierige Hürde heraus.

Mehr zur Volkswagenstiftung unter: externer Link folgt www.volkswagen-stiftung.de  

News Sommersemester 2005 vom 14.06.05