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Plüschaffe als Hoffnungsträger

Vortrag der weltbekannten Schimpansenforscherin und UN-Friedensbotschafterin Jane Goodall

Von Kerstin Leicht

Seit 1960 erforscht sie das Verhalten frei lebender Schimpansen, heute reist Jane Goodall als UN-Friedensbotschafterin um die Welt. In Bamberg erklärte sie jetzt, warum trotz allem Anlass zur Hoffnung besteht.

Seit 1960 erforscht sie das Verhalten frei lebender Schimpansen, heute reist Jane Goodall als UN-Friedensbotschafterin um die Welt. In Bamberg erklärte sie jetzt, warum trotz allem Anlass zur Hoffnung besteht.

Für Jane Goodall ist ihr Plüschaffe, ihr ständiger Reisebegleiter, ein Grund zur Hoffnung. "Reason for Hope" - Anlass zur Hoffnung lautete auch der Titel ihres Vortrags in der AULA am 6. März, dem Höhepunkt ihres eintägigen Bambergbesuchs. Zu ihm hatte die Otto-Friedrich-Universität zusammen mit dem Bund Naturschutz und dem Verein Bewahrt die Bergstadt eingeladen. Wie die Primatenforscherin erzählte, bekam sie ihr Maskottchen von einem Blinden geschenkt, der entgegen aller Wahrscheinlichkeit sein Ziel, Artist zu werden, doch erreichte. In der Willenskraft dieses Mannes spiegelt sich für Jane Goodall ihre eigene Lebenseinstellung wieder: Niemals aufgeben, und Unmögliches versuchen, um das Mögliche zu erreichen.

 

Der Traum von Afrika

Schon als 10-jährige träumte Jane Goodall davon, nach Afrika zu gehen und mit Tieren zu leben. Niemand außer ihrer Mutter glaubte an sie, doch sie schaffte es: Seit 1960 erforscht Goodall das Verhalten frei lebender Schimpansen in Gombe. Inzwischen hat sich die weltberühmte Forscherin nicht nur in Afrika, sondern in allen Erdteilen für die Bewahrung der Schöpfung eingesetzt. 300 Tage pro Jahr ist sie auf der ganzen Welt unterwegs, hält Vorträge auf internationalen Kongressen zum Schutz des Lebens und der Natur. 2002 wurde sie von UN-Generalsekretär Kofi Annan zur UN-Friedensbotschafterin berufen.

 

Ihr Enthusiasmus, ihre enorme Energie und ihr herzlicher Humor begeistern jeden, der ihr begegnet und ihr zuhört. Stehende Ovationen bekam Jane Goodall auch vom Bamberger Publikum. Die trotz ihres langen Besuchstages äußerst vital wirkende 71-Jährige hatte so viele Interessierte in den Dominikanerbau gelockt, dass der Raum im Lauf des Abends wegen Überfüllung geschlossen werden musste.

 

Wurzeln und Sprösslinge

Zuvor trug sich der prominente Gast im Rokokosaal des Alten Rathauses in das Goldene Buch der Stadt ein; Oberbürgermeister Herbert Lauer hieß die Forscherin in Bamberg willkommen. Museumsdirektor Dr. Matthias Mäuser freute sich, dass Jane Goodall die Umweltausstellung "Menschen - Wälder - Entwicklungen" der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) eröffnete. Diese Sonderausstellung ist bis zum 10. April zu sehen.

 

Menschen zum Engagement aufzurufen, liegt der UN-Botschafterin besonders am Herzen. Mit "Roots & Shoots" (Wurzeln und Sprösslinge), einer Unterorganisation des Jane Goodall Instituts, spricht sie gerade die junge Generation an und ermutigt Schüler und Studierende, durch kleine Projekte in der eigenen Umgebung an einer besseren Welt zu arbeiten. Inzwischen gibt es etwa 9000 aktive "Roots & Shoots"-Gruppen in 87 Ländern mit über 100.000 motivierten Kindern und Jugendlichen. Im Dominikanerbau wurde jetzt auch eine Bamberger Gruppe von der Forscherin ins Leben gerufen. Nach ihrem Vortrag nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, sich von Jane Goodall Bücher signieren zu lassen.

News Wintersemester 2004/2005 vom 07.03.05