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Noch die fröhlichsten Lieder ein Memento mori

Wanderausstellung "Klezmer - hejmisch und hip" in der AULA eröffnet

Von Sarah Laila Standke

Klezmer-Musik erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance, auch in Deutschland. Eine Ausstellung in der AULA informiert über jüdische Musik und Kultur in Vergangenheit und Gegenwart.

Klezmer-Musik erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance, auch in Deutschland. Eine Ausstellung in der AULA informiert über jüdische Musik und Kultur in Vergangenheit und Gegenwart.

"Klezmer - hejmisch und hip. Musik als kulturelle Ausdrucksform im Wandel der Zeit" heißt eine Wanderausstellung in der AULA der Universität im Dominikanerbau, die am 14. November eröffnet wurde und noch bis zum 5. Dezember zu sehen ist. Über 30 Ausstellungstafeln informieren über Klezmer, die Welt der Klezmorim, ihr Repertoire, Anlässe zum Spiel, Klangtraditionen, das Revival und den Boom der Klezmer-Musik in den sechziger und siebziger Jahren in Amerika, Klezmermusik in Israel, religiöse Feste und Festivals und das jiddische Lied in der DDR. Zusätzlich zu Führungen durch die Ausstellung und Workshops für Schüler präsentiert die Schau auch eine interaktive Datenbank mit dem Namen "Cyber-Klez", die anhand von Notenbeispielen, Filmografie, Diskografie und Künstlerporträts einige der über 60 Klezmer-Gruppen aus der heutigen lebendigen Musikszene in Deutschland vorstellt.

Klezmer-Renaissance in Deutschland

"Wir wollen die Dominikanerkirche in den nächsten zwei Wochen in einen Ort der kulturellen und interreligiösen Verbundenheit verwandeln", begrüßte Prorektor Prof. Dr. Rainer Drewello im Namen der Universität das Publikum. Dr. Josef Schuster, Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, überbrachte anschließend Grußworte an die Organisatoren und Gäste. Die Klezmer-Musik erlebe zur Zeit eine Renaissance in Deutschland; sie sei eine Musik über die Dinge des Alltäglichen wie Sehnsucht, Liebe, Tod und Verzweiflung, über die grausame Vergangenheit in Ghettos und Lagern im Zweiten Weltkrieg, gesungen von den Klezmorim auf Jiddisch, der Sprache der Juden Osteuropas. "Doch auch in den fröhlichsten Liedern findet man immer ein Memento mori", erläuterte Dr. Josef Schuster, Schirmherr der Ausstellung, in seinen einleitenden Worten über die Geschichte der Klezmer-Musik.

Musik durfte auch zwischen den einzelnen Eröffnungsreden nicht fehlen. So spielte das Kammerorchester der Universität Bamberg unter der Leitung von UMD Dr. Michael Goldbach die Streichersinfonie h-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy und vier Sätze aus Leos Janáceks Suite für Streichorchester. Stadträtin Petra Friedrich, Vorsitzende der GAL-Stadtratsfraktion, vertrat den zweiten Schirmherrn der Ausstellung, OB Herbert Lauer. Friedrich erinnerte an zwei weitere wichtige Ereignisse in naher Zukunft in Bamberg, die in thematischem Zusammenhang mit der Ausstellung stehen: Die Eröffnung der neuen Synagoge in der Willi-Lessing-Straße im kommenden Frühjahr und die Setzung von "Stolpersteinen" in der Bamberger Innenstadt zum Gedenken an einstige jüdische Mitbürger der Stadt.

Musik und Kultur im jüdischen Leben der Gegenwart

Diplom-Kaufmann Heinrich C. Olmer, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg, ging als Veranstalter auf die Bedeutung der jüdischen Kultur in vielen Lebensbereichen wie Malerei, Literatur, Philosophie, Sprache und natürlich der Musik im 19. Jahrhundert ein. Prof. Dr. Max Peter Baumann, Dekan der Fakultät PPP und Veranstalter der Ausstellung, wies vor allem auf das Begleitprogramm zur Ausstellung in den kommenden zwei Wochen hin: So wird an den kommenden beiden Sonntagen, 21. und 28. November, ein interdisziplinäres Symposium über "Musik und Kultur im jüdischen Leben der Gegenwart" in der AULA im Dominikanerbau stattfinden, mit Referenten aus Theologie, Historischer Musikwissenschaft, Kunstpädagogik, Literaturwissenschaft und Philosophie.

Auch Musikalisches steht auf dem Programm: Der Synagogenchor der IKG Bamberg präsentiert am ersten Symposiumstag, 21. November, um 19.30 Uhr ausgewählte Musikbeispiele im Rahmen eines Vortrags über die musikalischen Inhalte des Schabbathgottesdienstes.

Die Ausstellung "Klezmer - hejmisch und hip" ist noch bis zum 5. Dezember täglich außer montags von 14 bis 20 Uhr in der AULA der Universtität (Dominikanerbau) zu sehen; der Eintritt ist frei.

News Wintersemester 2004/2005 vom 17.11.04