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Bamberger Bildungsforschung zieht Kreise

Das „Nationale Bildungspanel“ wird von Bamberg aus koordiniert

Von Anna Kammerer

Die Bamberger Bildungsforschung zieht Kreise: Das Nationale Bildungspanel wird an der Uni Bamberg koordiniert (Bild: pixelquelle).

Hans-Peter Blossfeld leitet das deutschlandweite Exzellenznetzwerk (Bild: Pressestelle).

Was und wie lernen Kinder, Jugendliche und Erwachsene? Wie sehen die Bildungsverläufe von Menschen über längere Zeiträume aus? Wie lassen sich die Bedingungen für das Lernen verbessern? Diese und weitere zentrale Fragen der Bildungsforschung sollen im Rahmen des Nationalen Bildungspanels beantwortet werden, das Bundesministerin Annette Schavan am Montag, 20. Oktober, in Berlin der Öffentlichkeit vorstellte. Die Leitung hat Soziologieprofessor Dr. Hans-Peter Blossfeld inne.

Bildungsforschung war und ist an der Universität Bamberg schon lange ein Forschungsschwerpunkt. Es existiert bereits ein Forschungsprojekt mit Namen BiKS (Bildungsprozesse, Kompetenzentwicklung und Selektionsentscheidung im Vor- und Grundschulalter), das - ebenfalls in Längsschnittstudien - die Entwicklung und Förderung kindlicher Kompetenzen untersucht. Neben einigen anderen Wissenschaftlern gehört auch Blossfeld der interdiszplinären Forschergruppe an. Der Soziologe leitet zudem das Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg (ifb). Mit dem Nationalen Bildungspanel werden die Forschungsdimensionen, in denen man sich bisher bewegt hat, nun aber noch ein Stück größer.

International einmalig

Mehr als 150 Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Disziplinen in ganz Deutschland werden zu einer Mammutaufgabe vereint. Pädagogen, Soziologen, Volkswirte, Psychologen und Statistiker wollen in Längsschnittstudien Bildungswege in Deutschland erforschen. Dazu werden bis zum Jahr 2014 mehr als 60.000 Menschen in fünf Altersklassen über viele Jahre hinweg befragt. Das ist auch das Besondere an diesem Forschungsprojekt. Denn die Längsschnittperspektive ermöglicht die Abbildung von Bildungskarrieren in Deutschland von der Wiege bis zum Rentenalter, wohingegen Studien wie PISA oder IGLU Momentaufnahmen sind. „Daher übernimmt das Nationale Bildungspanel eine Pionierrolle in der Internationalen Bildungsforschung“, erklärt Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, bei dem an der Universität Bamberg alle Fäden des Exzellenznetzwerks zusammenlaufen.

Verbesserung der Bildungsqualität

Nicht verwunderlich also, dass Bundesministerin Annette Schavan das Nationale Bildungspanel als „neuen Leuchtturm in der Bildungs- und Längsschnittforschung“ bezeichnete. Vom Bildungspanel erwartet man sich Antworten auf zentrale bildungspolitische Fragen. Beispielsweise soll erstmals beobachtet werden, wie sich Kinder aus gleichen Herkunftsfamilien und mit gleichen Kompetenzen in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen entwickeln. Außerdem wird das Nationale Bildungspanel wichtige Datengrundlagen für die Umsetzung der von Bund und Ländern beschlossenen Strategie zum lebenslangen Lernen liefern. Mit einem von der DFG entwickelten Schwerpunktprogramm sollen die gesammelten Daten zudem möglichst schnell für die Wissenschaft nutzbar gemacht werden.

Das Nationale Bildungspanel findet international viel Beachtung, weiß Blossfeld. So gebe es bereits erste Anfragen aus Großbritannien. Damit Prof. Blossfeld und seine Mitarbeiter die Koordination des Großprojektes auch meistern können, sind sie erst einmal in provisorische Räumlichkeiten in die Ludwigstraße umgezogen. Über einen Umzug in ein adäquates Gebäude wie zum Beispiel die Wilhelmspost würde man sich aber sehr freuen, zumal die Bamberger Mannschaft personell noch stark aufgestockt wird.

Nach der offiziellen Vorstellung des Nationalen Bildungspanels in Berlin wird es Anfang Februar an der Universität Bamberg eine Tagung geben, die sich mit Längsschnittstudien befasst. Teilnehmen wird unter anderem auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan.

Weitere Informationen

www.uni-bamberg.de/neps

 

Uni-Bamberg News vom 21.10.08