Die Universitätsleitung, Senats- und Fakultätsvertreter stellten sich am 26. November einem 32 Punkte umfassenden Forderungskatalog der Bamberger Studierenden. Die Diskussion dauerte bis in die frühen Morgenstunden. (Bilder: Pressestelle)
Maßnahmen-Paket der Uni-Leitung
Die Maßnahmen der Universitätsleitung laut Beschluss vom 2.12.2009:
1) Die Universität wird die Möglichkeit prüfen, in weiteren als den bereits so angelegten Studiengängen eine 7-semestrige Alternative zum bisherigen 6-semestrigen Bachelor einzuführen. Dies würde u.a. mehr Zeit bieten, ein Auslandsjahr statt nur eines Auslandssemesters im Bachelor-Studium unterzubringen. Ein Auslandsaufenthalt könnte dann unter Umständen auch obligatorisch vorgesehen werden. Gespräche dazu wird der Vizepräsident Lehre in Kürze aufnehmen.
2) Die Universitätsleitung weist die Lehrenden nachdrücklich darauf hin, dass es innerhalb der Bologna-Konzeption erstmals eine Möglichkeit gibt, auch die Workload, die neben der Anwesenheit in Lehrveranstaltungen aufgewendet wird, systematisch in die Modulplanung einzubeziehen. Sie bittet alle Lehrenden, die Eigenverantwortlichkeit des Studiums nicht durch schematische Anwesenheitsverpflichtungen zu konterkarieren. Modulhandbücher sollten gegebenenfalls nochmals im Hinblick auf diese Problematik durchgesehen werden.
3) Die Universitätsleitung appelliert an alle Fächer, in ihren Bachelor-Studiengängen, so noch nicht vorhanden, ein sog. Studium Generale vorzusehen, gegebenenfalls als weiteres Wahlpflichtmodul neben anderen. Mit dieser Komponente, die in vielen Studiengängen schon enthalten ist, soll sichergestellt werden, dass ein Blick über die eigenen Fächergrenzen hinaus möglich bleibt, dass genügend Raum bleibt, sog. soft skills zu erwerben, dass Raum bleibt, Sprachkenntnisse für einen Auslandsaufenthalt zu erwerben usw.
4) Die Universitätsleitung prüft die Möglichkeit, die konsekutive Fortführung eines Bachelorstudiums an der Otto-Friedrich-Universität formal einfacher zu gestalten. Wie bisher schon wird sie bestrebt sein, allen an einem Master-Studium interessierten qualifizierten Bachelor-Absolventen der Universität einen Studienplatz anzubieten.
5) Die Universitätsleitung wird die rechtliche Zulässigkeit freiwilliger Prüfungswiederholungen mit dem Ziel der Notenverbesserung prüfen. Mit dieser Möglichkeit würde ein erheblicher Druck von den Studierenden genommen. Die Universität prüft gegenwärtig ohnehin Modelle, nach denen nicht alle Prüfungen in die Endnote mit dem gleichen Gewicht eingehen, und sie fordert die Fächer auf, die Zahl der Einzelprüfungen zu reduzieren.
6) Die Universitätsleitung weist nochmal auf die schon von ihr eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung von FlexNow hin. Dazu gehört das Verbot des sog. 'Windhundverfahrens' zur Regelung der Anmeldung zu Lehrveranstaltungen ab dem SS 2009. Die Maßnahme soll sicherstellen, dass sachlich adäquate Kriterien wie Studienfortschritt etc. angewendet werden, wenn die Teilnehmerzahl bei einer Veranstaltung inhaltlich oder aus Gründen der Raumkapazität begrenzt werden muss.
7) Die Universitätsleitung wird die Fächer noch einmal auf die schon seit einem Semester bestehende Möglichkeit hinweisen, die Studierenden des eigenen Faches unter Nutzung jeweils aktueller Email-Listen über Änderungen und Weiterentwicklungen der Studiengänge zu informieren, auf Prüfungstermine etc. hinzuweisen. Die Universitätsleitung regt an, die Kommunikation zwischen Fachvertretern und Studierenden noch intensiver zu gestalten.
8) Die Universitätsleitung fordert die Fakultäten auf, Möglichkeiten einer obligatorischen Rückmeldung über die Passung von Gruppengröße und Veranstaltungsraum kurz nach Vorlesungsbeginn zu prüfen. Mit solchen und anderen geeignet erscheinenden Maßnahmen sollen die Rahmenbedingungen für gutes Lehren und Studieren erhöht werden. Gleichzeitig appelliert die Universitätsleitung an die Studierenden, ihrerseits Rückmeldungen über zu kleine Räume rechtzeitig an die Studiengangbeauftragten und die Studiendekaninnen und Studiendekane zu geben.
9) Die Universitätsleitung wird die Anforderungen bei der Vorlage von Attesten vor Prüfungen nochmals mit dem Ministerium abklären. Sollte sich die Möglichkeit einer Vereinfachung ergeben, wird die Universität diese einführen. Die Universitätsleitung bietet wie bisher schon die Möglichkeit an, das Verfahren anders als bisher zu gestalten (z.B. mit Einschaltung eines Vertrauensdozenten/einer Vertrauensdozentin).
10) Die Universitätsleitung wird Möglichkeiten prüfen lassen, in den über das Prüfungsamt abgewickelten Prüfungsvorgängen (Klausuren) eine Anonymisierung persönlicher Daten vorzunehmen.
Mit diesem 10-Punkte-Plan hat die Universitätsleitung in sämtlichen in ihrer Gestaltungshoheit liegenden Bereichen den aktuell eingegangenen Rückmeldungen der Studierenden entsprochen. Sie fordert deshalb nunmehr dazu auf, konkrete Anträge auf dem Gremienweg in die universitäre Entscheidungsfindung einzubringen.
Über die Umsetzung wird sie kontinuierlich in den turnusmäßig stattfindenden Gesprächen mit der Studierendenvertretung berichten und Details erörtern. Die Universitätsleitung ist ferner nach wie vor offen für Anträge zur Ermöglichung des Panaschierens bei Wahlen auch innerhalb der Gruppe der Studierenden, sofern diese dies wünschen. Ebenso ist sie bereit, sich der Frage der Beschäftigung studentischer Hilfskräfte im Hinblick auf die Vervollständigung der Auskünfte über vertraglich zustehende Rechte noch einmal anzunehmen. Ferner wird sie nach Beratung mit der Erweiterten Universitätsleitung noch in diesem Jahr über eine etwaige Anpassung der Vergütungssätze beschließen.
Neben den konkret von ihr zu beeinflussenden Qualitätsmerkmalen des Studiums an der Otto-Friedrich-Universität mahnt die Universitätsleitung nachdrücklich die bisher noch fehlenden sozialpolitischen Maßnahmen an, die es erst ermöglichen werden, dass die Quote derjenigen Abiturienten und Abiturientinnen, die ein Studium unter zumutbaren finanziellen Bedingungen aufnehmen können, im von der Politik gewünschten Maße steigen kann. Sie weist ferner darauf hin, dass optimale Lehr- und Lernbedingungen in gestuften Studiengängen nur mit erhöhter staatlicher Finanzierung zu erzielen sind.

