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"Keine wandelnden Litfasssäulen"

Sie untersuchten den 11. September in der arabischen Presse oder die Wohltäter des Dominikanerordens. Jetzt wurden die 50 neuen Magistrae und Magistri Artium verabschiedet. Der Vorsitzende des Magisterprüfungsausschusses trat für den Erhalt dieses Studienganges ein.

Von Ulrich Pilster

Trotz Bologna: Der Magisterstudiengang ist erhaltenswert. Diese Ansicht vertrat Prof. Lothar Wehr bei der diesjährigen Magister-Abschlussfeier. Aufgrund seines dreigliedrigen Aufbaus führe der Magister-Studiengang dazu, dass sich die Studierenden multidisziplinär mit den unterschiedlichen Dimensionen des menschlichen Lebens befassten.

 

Als Beleg dafür zog der Vorsitzende des Magister-Prüfungsausschusses diesjährige Magisterarbeiten heran: Inhaltlich spannen sie einen Bogen von den ?Stifter(n) und Wohltäter(n) des Dominikanerordens im mittelalterlichen Erfurt? bis hin zum ?11. September im Spiegel der Presse der Vereinigten Arabischen Emirate?. Die fachliche Nichtfixierung dieses Studienganges biete eine besondere Möglichkeit für das Verständnis der menschlichen Würde, erklärte Wehr, der auch an die Leistung der Geistes- und Kulturwissenschaften bei der Erforschung der gesellschaftlichen Grundlagen erinnerte.

 

?Aus Überzeugung zur Alma Mater stehen?

50 Magistrae und Magistri Artium beendeten dieses Jahr ihr Studium in Bamberg, mit überwiegend guten bis sehr guten Resultaten, eine ungewöhnlich hohe Zahl. Die Absolventen bekamen ihre Zeugnisse auf einer Abschlussfeier im Hörsaal der Katholischen Fakultät überreicht. Neben dem Vorsitzenden des Magister-Prüfungsausschusses verabschiedete auch Prorektor Prof. Johann Engelhard die frisch gebackenen Meister der Künste.

 

Worin liegt der Sinn und Wert eines geisteswissenschaftlichen Magisterstudiums? Prorektor Engelhard sah ihn darin, dass die Geisteswissenschaften häufig die Frage nach dem Warum und die nach dem Ob zu beantworten suchten: "Wer nach dem richtigen Leben sucht, wer die Frage nach dem Sinn stellt, wird ohne geisteswissenschaftliches Gedankengut nicht auskommen." Er forderte die Absolventen auf, zum Ende dieses Lebensabschnittes Bilanz zu ziehen und sich der kommenden Herausforderungen bewusst zu werden. Die Universität sei stolz auf die Leistung der Magistrae und Magistri. Engelhard wünschte sich die Absolventen als Botschafter ihrer Bildungsstätte, nicht in Form von ?wandelnden Litfasssäulen?, sondern als Menschen, die ?aus Überzeugung zur Alma Mater stehen?.

 

 

News Sommersemester 2004 vom 01.06.04