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Keine Macht den Spams!

Neuer Service des Rechenzentrums wehrt erfolgreich Spam-Mails ab

Von Julia Kargl

Bislang waren an die 75 Prozent der an der Uni eingehenden E-Mails Spam: ein Albtraum für Mitarbeiter und Angestellte. Seit Dezember 2004 ist damit Schluss: Das Rechenzentrum bot der Spam-Flut erfolgreich Einhalt.

Fast jeder, der einen E-Mail-Account hat, ist schon einmal mit ihnen in Berührung gekommen: den Spam-Mails. Diese von meist unseriösen Absendern verschickten Massenmails überschwemmen seit langem die E-Mail-Postfächer. Meist enthalten sie Werbung, etwa für potenzsteigernde Mittel, Pornographie oder illegale Software.

Vergeudung von Arbeitszeit

"Der vermutliche Herkunftsort von Spam-Mails verliert sich im nicht-europäischen Ausland. Die Absender sind nicht nur schwer zu finden, sondern auch gerichtlich schwer zu belangen", weiß Dr. German Angele, stellvertretender Leiter des Rechenzentrums. In Deutschland hingegen ist das Versenden von Spam-Mails sogar strafbar. Zu Recht, denn die Bearbeitung dieser Mails, vom Empfangen bis zum Löschen, ist nicht nur kosten- sondern auch zeitintensiv: "Zu Spam-Hochzeiten habe ich bis zu 20 Minuten täglich mit der Bearbeitung und dem Löschen dieser Mails verbracht. Durchschnittlich sind es wohl fünf Minuten am Tag, die sich jeder Mitarbeiter mit der Spam-Bearbeitung beschäftigt. Man kann sich leicht ausrechnen, was da allein in einem Monat an Arbeitszeit vergeudet wird", betont Dr. Rudolf Gardill, Leiter des Rechenzentrums.

In Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg sagte daher das Rechenzentrum der Universität Bamberg den Spam-Mails den Kampf an. Bisher wurden die eingehenden E-Mails durch Spam-Filter geprüft. Das Problem dabei ist, dass die Filter nicht hundertprozentig zuverlässig sind. Findet der Filter in der Betreffzeile einer E-Mail ein spamtypisches Schlagwort, wie zum Beispiel "Viagra", "Bilder" oder "sexy", wird er diese E-Mail mit großer Wahrscheinlichkeit aussortieren - und zwar auch dann, wenn sie von einem seriösen Absender stammt, also etwa einem Bekannten, der einem seine Urlaubsbilder zusenden wollte. Außerdem muss die Spam-Mail meist dennoch vom Nutzer gelöscht werden.

"Greylisting" schafft Abhilfe

Dieses Problem entfällt bei der neuen Methode des "Greylisting", die dafür sorgt, dass die Spam-Mails gar nicht erst in das Postfach des Endnutzers gelangen. "Natürlich heißt das nicht, dass wir die Spam-Mails einfach aus eigenem Ermessen löschen dürfen, wie es beispielsweise bei Viren-Mails der Fall ist. Das ist sogar gesetzlich verboten. Als Briefträger darf ich auch nicht einfach die Zustellung von Werbeprospekten verweigern", so Gardill. Tatsächlich stellt der Mailserver E-Mails von bekannten und als seriös eingestuften Absendern wie große Provider, Hochschulen oder internationale Bildungseinrichtungen wie bisher durch. Nur bei verdächtig erscheinenden Mails bittet der empfangende Mailserver den sendenden, die E-Mail noch einmal zu schicken, was voll automatisch und ohne das Zutun des Nutzers abläuft. Während bei seriösen Sendern dies wie aufgefordert passiert, machen sich Mailserver, die Spam verschicken, aus diversen Gründen meist nicht die Mühe, die E-Mail noch einmal zu senden. Wenn eine E-Mail also auf Aufforderung des Servers nicht erneut zugeschickt wird, ist sie mit großer Wahrscheinlichkeit eine Spam-Mail und wird nicht durchgestellt.

Ende 2004 hatten im Schnitt ca. 19.000 Spam-Mails und 5.000 Viren-Mails einen Anteil von 75 Prozent im gesamten täglichen Mail-Aufkommen an der Universität Bamberg von ca. 29.000 Mails. Seit der Einführung des "Greylisting" im Dezember 2004 ist die Spam-Flut drastisch zurückgegangen. Dabei waren weniger die Studenten als das universitäre Personal, also Mitarbeiter, Hiwis, Dozenten und die Verwaltung betroffen, da diese den universitären E-Mail-Account mehr nützen. "Ich bin dem Rechenzentrum für die Einführung des Greylisting sehr dankbar", sagt beispielsweise Roswitha Lange, Dekanatssekretärin der Fakultät SpLit. Waren zuvor etwa 90 Prozent der eingegangenen Mails Spam, so sind es jetzt nur noch einzelne Mails, die gelöscht werden müssen.

News Sommersemester 2005 vom 27.06.05