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Kalender ermöglichen Bücher

Bamberger Studierende der Literaturvermittlung auf Frankfurt-Exkursion - "FAZ"

Von Claudia Feldtenzer

Nach welchen Kriterien wählen Verlage aus den eingesandten Manuskripten aus? Und warum bespricht ein Kritiker dieses Buch una nicht ein anderes? Bamberger Literaturvermittler sprachen in Frankfurt mit Verlegern und Rezensenten.

Nach welchen Kriterien wählen Verlage aus den eingesandten Manuskripten aus? Und warum bespricht ein Kritiker dieses Buch una nicht ein anderes?  Bamberger Literaturvermittler sprachen in Frankfurt mit Verlegern und Rezensenten.

Nach welchen Kriterien entscheidet Hubert Spiegel, Chef des Literaturteils der FAZ, welche Romane besprochen werden und welche nicht? Und was bringt Klaus Schöffling dazu, einen Titel in seinem Verlag zu verlegen? Fragen wie diese führten Bamberger Studierende der Literaturvermittlung am 8. Dezember unter Leitung von Dipl.-Germ. Daniela Völker nach Frankfurt.

 

Bestseller Katzenkalender

Dort erwartete uns zuerst ein liebevoll gedeckter Tisch beim Verlag Schöffling & Co. Rainer Vollmar und Elena Lorentzen nahmen sich Zeit, unsere Fragen zu beantworten. Der Schöffling Verlag ist mit seinen acht Mitarbeitern ein kleiner Verlag - dafür aber ein ganz feiner. Bekannte Autoren wie Juli Zeh oder Burkard Spinnen halten ihm die Treue, obwohl sie längst bei größeren Verlagen publizieren könnten. Auch wenn der Verlag kein Taschenbuchprogramm besitzt, kommt er bei Buchhändlern und Lesern an.

 

Qualität scheint sich auch heute noch gegen billige Trash-Produktionen durchzusetzen. Im Fall des Schöffling Verlages geht das Konzept schon seit zehn Jahren auf. Zum Jubiläum 2004 erschien eine aufwändig gedruckte Verlagsgeschichte. Ein wichtiges Standbein sind auch die literarischen Kalender, von denen der Katzenkalender der erfolgreichste ist. Mit diesen kann der Verlag die risikoreichere Buchproduktion finanzieren. Unsere Referenten versüßten ihre Information mit netten Anekdoten und plauderten aus dem "Nähkästchen", sodass wir nachher wussten, was wir von Online-Buchhändlern und Literaturagenturen zu halten hätten.

 

Kurz vor Redaktionsschluss wird es hektisch

Nach der Mittagspause wurden wir im Verlagshaus der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erwartet. Ihrem Werbefilm zufolge besitzt die FAZ die größte Redaktion Deutschlands, wenn nicht sogar der Welt. Unsere Wunschkandidatin des Feuilletons - die Kritikerin Felicitas von Lovenberg - war leider verhindert, an ihrer Stelle beantwortete Richard Kämmerlings, der dritte Redakteur des Literaturressorts, unsere Fragen. Die Sparwelle hat auch vor der FAZ nicht halt gemacht, sodass statt ursprünglich fünf nur noch drei Redakteure in der Kulturredaktion arbeiten. Diese können allerdings selbst einteilen, wie viel sie schreiben, während sich die freien Mitarbeiter schon mal dem "höheren Willen" fügen müssen. Lieblingsverlage hätte er keine, teilte uns Kämmerlings mit, aber seine Lieblingsautoren verriet er uns: David Foster Wallace und Michael Lentz. Hektisch werde es immer kurz vor Redaktionsschluss um 16.45 Uhr, und lesen müsse man meistens abends. Mit einer großen Abschlusskonferenz gegen 17.00 Uhr geht ein Arbeitstag zu Ende, für uns ein weiterer Programmpunkt.

 

Unser letztes Ziel war die Druckerei der FAZ in Mörfelden. Dort funktioniert heute fast alles automatisch. Die Papierbahnen rasen nur so durch die Druckwalzen. Allerdings wird nicht direkt von der Walze auf das Papier gedruckt, sondern die dazwischen geschaltete Gummiwalze druckt das Negativ erst wieder zurück auf das Papier. Dabei wird verhindert, dass die Walzen zu schnell abgenutzt werden. Vier verschiedene Ausgaben der FAZ werden jede Nacht gedruckt. Die zuerst gedruckte hielten wir denn auch im Anschluss an die Führung in den Händen, sie wird v.a. ins Ausland verschickt. Um 23.30 Uhr rollt dann die letzte und aktuellste Ausgabe vom Band.

News Wintersemester 2004/2005 vom 10.01.05