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Jazz, Swing und Funk für einen guten Zweck

Elegante Unterhaltung mit der Big-Band der Uni Bamberg

Von Rupert Plischke

Gute Stimmung, solistische Glanzpunkte, viel Applaus und ein guter Zweck: das Jazzkonzert der Uni-Big-Band im Audimax.

Gute Stimmung, solistische Glanzpunkte, viel Applaus und ein guter Zweck: das Jazzkonzert der Uni-Big-Band im Audimax.

Gediegenes und Bewährtes ohne Faschingsklamauk kündigte Dr. Roland Kocina beim Semesterschlusskonzert der Big-Band der Uni Bamberg an - auch weil das Konzert am 6. Februar im Audimax der Arbeit der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" gewidmet war, der die gesamten Konzerteinnahmen in Höhe von 1200,-- Euro für ihr Engagement im Sudan zufließen sollten. Dort bemühen sich internationale Teams um die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung, aber auch um Nahrungsbeschaffung und den Aufbau der Trinkwasserversorgung. Wenn also auch die Moderation durch Bandleiter Kocina diesmal etwas zurückhaltend ausfiel, sorgten Musik und Musiker dennoch für gute Stimmung.

 

Töne aus dem Nirgendwo

Das lag sicher an der Programmauswahl, die neben Repertoirestücken, die "immer gehen", wie dem einleitenden "It don´t mean a thing" (D. Ellington), Richard Rodgers "The lady is a tramp" oder dem unvermeidlichen "In the mood" (als Zugabe locker beschwingt) ganz unterschiedliche Stilebenen abdeckte: von Swing zu Latin, vom Funk zum Bebop; Rockiges stand neben quirligen Jazznummern und Balladen, die aber nicht verkitscht daherkamen. In "Smoke gets in your eyes" holte Sängerin Rosali Dotterweich die Töne sanft, aber bestimmt aus dem Nirgendwo, um sie kraftvoll über die Band zu setzen.

Das werbetechnisch vielfach genutzte "What a wonderful world" nahm sie mit Kocina eher zügig und so gar nicht als Wunderkerzenkuschelnummer, so dass die teils vielleicht auch ironisch gemeinte Begleitung vorzüglich dazu passte. Mit "Every day I have the blues" beschloss sie ihren Auftritt im ersten Teil. Auch hier kam ihre leicht verschleiert-rauchige Mezzosopranstimme, die selbst in der Tiefe voll klingt, gut zur Geltung, wirkte jedoch eher abgeklärt und "sauber". Im Gespräch war sich die Grundschulstudentin dessen durchaus bewusst; als klassisch geschulte Sängerin, die über einen Bamberger Gospelchor eher zufällig zur Big-Band kam, ist sie offen für unterschiedliche Stilrichtungen, will sich noch entwickeln und weiterlernen. Und schließlich müsse man ja auch einen gemeinsamen Weg mit den anderen Musikern finden - sie zeigte sich dankbar für die Möglichkeit, mit der hohen Ansprüchen genügenden Big-Band auftreten zu dürfen, verwies aber ebenso auf die klaren Vorstellungen, die Roland Kocina in der durchaus straffen Probenarbeit umsetzt.

 

Solistische Glanzpunkte

Ähnlich äußerte sich Nicole Herbert als zweite Gesangssolistin, die mit elegant biegsamer Stimme nach der Pause begeisterte. Die Wahl-Bambergerin widmet sich aber schon länger selbst dem Rock- und Jazz-Bereich: "Das muss letztlich von Innen kommen", meinte sie vor ihrem Auftritt, bedauerte aber wie ihre Kollegin auch, dass im knapp bemessenen klassischen Gesangsunterricht für diese Sparte kaum Zeit übrig bleibt.

 

Die weiteren Solisten des Abends einzeln und angemessen zu loben, würde den Rahmen sprengen: neben Michael Schmolkes technisch versierter Gitarrenkunst agierte Hans-Conrad Feiler als dezent-präsenter Klavierspieler. Sebastian Hilbert (Flügelhorn) und Dieter Link (Tenorsaxofon) setzten solistische Glanzpunkte, während Oliver Hermann freie, zunehmend impulsive und kühne Einlagen am Altsaxofon gestaltete. Altmeister Kocina hat seinen Stil gefunden und hält den Laden zusammen, lässt aber die jungen (und jung gebliebenen) Talente dann doch auch nach eigenen, neuen Wegen suchen. Viel Applaus, zwei Zugaben.

 

News Wintersemester 2004/2005 vom 16.02.05