Frauennetzwerk fördert nachhaltige Entwicklungsarbeit - Vortragsabend von WINS
Schon seit vier Jahren betreibt das internationale Frauennetzwerk WINS weltweit Sozialarbeit und Entwicklungshilfe. Auf Einladung von Frau Prof. Eleonore Ploil trafen sich die Wissenschaftlerinnen in Bamberg zu einem Erfahrungsaustausch.
Das klingt jetzt komplizierter, als es ist: "Frauen im Feld - Zusammenhänge zwischen lokalen Gegebenheiten und Entscheidungen auf der Makro-Ebene in Zeiten nationaler Reform im Jemen". Was dahinter steckt, verriet Dr. Dolly Wittberger. Zusammen mit acht weiteren internationalen Wissenschaftlerinnen referierte die österreichische Molekulargenetikerin bei einem Vortragsabend der Organisation "Women's International Network for Sustainability" (WINS) über ein Projekt aus dem Bereich der internationalen Sozialarbeit. Die Veranstaltung, die trotz interessanter Themen nur von knapp 30 Personen besucht wurde, war Teil einer Arbeitstagung, zu der Prof. Dr. Eleonore Ploil für den Fachbereich Soziale Arbeit nach Bamberg eingeladen hatte. Ziel des Treffens war v.a. der Austausch über laufende Aktionen.
"Die Frauen sind unter schwersten Bedingungen fast alle in der Landwirtschaft tätig. Sie sind es vor allem, die ihre Familien mit Nahrung versorgen", beschrieb Wittberger die Situation von Frauen im Jemen und ergänzte: "Geldangelegenheiten jedoch sind Männersache. Mit unserer Arbeit vor Ort haben wir versucht, eine gleichberechtigte Partizipation von Männern und Frauen in der Politik aber auch in Bezug auf die Ressourcen in die Wege zu leiten." Sieben Monate arbeitete Wittberger vor Ort. Auf dem westlichen Stand der Emanzipation sei der Jemen noch längst nicht angelangt, betonte sie, doch bessere sich die Situation in kleinen Schritten.
Arig Bakhiet, die aus dem Sudan stammt und zur Zeit in Dresden an ihrer Doktorarbeit schreibt, ging in ihrem Vortrag auf die Umweltprobleme in ihrer Heimat und deren Ursachen ein. Was es für Arten von Wasseraufbereitungsanlagen gibt, wie sie funktionieren, und warum Pflanzenkläranlagen für den Nahen Osten der Königsweg seien, den Wassermangel auf effiziente und ökologische Weise zu bekämpfen, berichteten den Zuhörern Dipl.-Ing. Dania Al Jiroudi aus Syrien und die Dipl.-Biologin Birgit Scherp auf anschauliche Weise. Mit großen Talsperren unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit beschäftigte sich Dipl.-Ing. Elke Petersson von der Uni Darmstadt. Die Jenaerin Jennifer Schubert referierte über Vor- und Nachteile von Non-Governmental Organisations (NGOs), Ute Schneiderat berichtete von der Nutzung natürlicher Ressourcen in Namibia.
"Vernetzung, Impulse, Information"
Die Aufgaben von WINS brachte Prof. Ploil folgendermaßen auf den Punkt: "Vernetzung, Impulse, Information!" WINS unterstütze moralisch und finanziell Projekte in der internationalen Sozialarbeit aus den Bereichen Ökonomie und Politik sowie Ökologie und Soziales. Bei Bedarf versuchten die Mitglieder, ihre grenzüberschreitenden Kontakte zu nutzen, Geldgeber zu suchen und Experten und Informationen zu vermitteln. Leitprinzipien jeder sozialen Tätigkeit, die von WINS gefördert wird, seien Geschlechtergerechtigkeit sowie Nachhaltigkeit. Projekte, die heute in die Wege geleitet werden, sollen langfristig positive Wirkungen erzielen und Auslöser für reformerische Entwicklungen sein.
WINS agiert seit knapp vier Jahren auf dem Parkett der internationalen Sozialarbeit, so Ploil. Anlässlich der EXPO 2000 fand in Hannover eine Frauenuniversität statt, das übergreifende Thema lautete "Wasser". Dabei bemerkten viele der Teilnehmerinnen, dass ihre Interessen und Bemühungen in die gleiche Richtung gingen. Aus einem zunächst einmaligen Zusammentreffen entstand so WINS. WINS Deutschland/Österreich ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein und den so genannten NGOs zuzurechnen. Bisher sind 64 Frauen und Männer aus 19 verschiedenen Ländern Mitglied. Ploil betonte, dass hinter jedem Mitglied zahlreiche weitere Menschen stünden und ein Mitglied Repräsentant der verschiedensten Gruppierungen seines Heimatlandes sei. Aufgrund der zum Teil riesigen Entfernungen, aber auch wegen finanzieller Hürden kommunizieren die Frauen v.a. über das Internet. Treffen wie das in Bamberg, zu dem sich die deutsch-österreichische WINS-Delegation zusammengefunden hat, finden daher nur selten statt. Um so engagierter verfolgen die Wissenschaftlerinnen ihr nächstes großes Ziel, eine internationale Tagung unter den Schwerpunkten "Gender" und "Nachhaltigkeit" in Deutschland im Jahr 2007.
Weitere Informationen und Kontakt zu Women´s International Network for Sustainability gibt es auf der Homepage der Organisation: www.wins.at
News Wintersemester 2004/2005 vom 30.11.04