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Geld für wissenschaftlichen Nachwuchs

Stiftungen präsentierten sich auf Infotag „Forschen in Europa“

Von Martin Beyer

Orientierung und finanzielle Sicherheit: Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler haben es oft nicht leicht, den besten Weg für sich zu finden (Bild: Photocase)

Rektor Godehard Ruppert gab eine pointierte, kritische Analyse des Ist-Zustands (Bilder: Pressestelle)

Lydia Hartwig bei ihrer Rede zur Veranstaltungseröffnung

Bis auf den letzten Platz: Der Informationstag "Forschen in Europa" in der AULA kam gut an

Wo bekomme ich als Nachwuchswissenschaftler Geld für mein Forschungsvorhaben, für meine Promotion oder Habilitation? Antworten auf diese Fragen gab es bei dem Infotag „Forschen in Europa“ am 16. November in der AULA der Universität.

„Es muss ja finanziell irgendwie weitergehen. Deshalb bin ich hier!“ Simon Fink rennt die Zeit davon. Ende des Jahres läuft sein Graduiertenkolleg aus, die Zeit nach der Promotion ist nicht geklärt: Planungssicherheit sieht anders aus. 

Das ist die Situation für viele Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, denn längst nicht alle können nach dem Studium oder nach der Promotion mit einer Stelle versorgt werden. Ein gangbarer Weg aus dieser Misere ist die Bewerbung für ein Doktoranden- oder gar Habilitationsstipendium. Doch welche Stiftung kommt überhaupt in Frage? Welches Förderprogramm ist das beste für meine weitere Karriereplanung? Und wie komme ich mit meinem Projekt ins Ausland?

Semantischer Goldstaub

Antworten auf diese Fragen sollten die jungen Wissenschaftler auf dem von der Koordinierungsstelle EG der Wissenschaftsorganisationen (KoWi) initiierten Infotag „Forschen in Europa“ erhalten. KoWi richtet diesen Infotag in mehreren Etappen deutschlandweit aus, dies geschieht anlässlich des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union. Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg war Gastgeber für die Region Nordbayern. „Also die ganze Region nördlich von Garching“, sagte Rektor Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert in seiner Begrüßung schmunzelnd. Dann kam er aber in seiner kurzen Rede zu einer pointierten und kritischen Einschätzung der derzeitigen Situation.

Ruppert sieht vor allem auch eine politische Unsicherheit, wie mit dem Thema der Nachwuchsförderung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler umgegangen werden soll. Wichtig sei es, dass dieser Suchprozess zu neuen Pfaden, aber auch zu einer neuen Balance führe. Es sei eine Ausdifferenzierung von Karrieren nötig, die zu einer echten Flexibilisierung und zu einer größeren Selbstständigkeit für den wissenschaftlichen Nachwuchs führe.

Ruppert warnte abschließend vor der Tendenz, eine zu einseitige Eliteförderung zu entwickeln und entlarvte einige Sprachkonstruktionen wie die Rede von Leuchttürmen als „semantischen Goldstaub“. „Es gibt keine Spitzenförderung ohne Breitenförderung“, folgerte Ruppert.
Die stellvertretende Leiterin des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung, Dr. Lydia Hartwig, versäumte es teilweise in ihrem Grundsatzreferat zum Thema „Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an den Universitäten Bayerns – Situationen und Perspektiven“, in die von Ruppert geschlagenen Kerben zu stoßen. Hartwig verlor sich etwas in ihren Statistiken und allgemeinen Informationen, sie wirkte phasenweise unbeteiligt und konnte offensichtlich jungen Wissenschaftlern wie Simon Fink, für die es um existenzielle Fragen geht, wenig weiterhelfen.

Direkter Kontakt für über 400 Teilnehmer

Aber das Entscheidende waren an diesem Tag, zu dem rund 450 junge Forscher angereist waren, auch nicht die Präliminarien, sondern der direkte Kontakt zu den Stiftungen, und damit zu potenziellen Geldgebern. Für alle Fachrichtungen waren wichtige Anlaufstellen vertreten, etwa die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die VolkswagenStiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Humboldt-Stiftung und die Fraunhofer-Gesellschaft, um nur einige zu nennen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden aufgeteilt in eine Graduierten- und eine Postdoktorandengruppe, die „post-docs“ trafen sich in der ehemaligen Dominikanerbibliothek. Zwischen den Präsentationen der einzelnen Stiftungen gab es genug Zeit, um persönlich den Kontakt zu suchen und die geeignete Anlaufstelle für das eigene Forschungsprojekt zu finden. Man solle den Stiftungsvertretern „Löcher in den Bauch fragen“, hatte Dr. Hanspeter Buba, verantwortlich für die Forschungsförderung an der Universität Bamberg, als Maxime ausgegeben.

Und so ist zu hoffen, dass auch Simon Fink aus diesem Informationstag großen Nutzen ziehen und neue Perspektiven gewinnen konnte.

Weitere Informationen zu den Informationstagen der KoWi finden Sie externer Link folgt [hier...]

Kontakt zum Dezernat für Planung und Forschungsförderung der Otto-Friedrich-Universität Bamberg [hier...]

News Wintersemester 2006/2007 vom 20.11.06