Etwa 200 Erstis fangen im Sommer in Bamberg ihr Studium an. Unmittelbar vor Beginn der Vorlesungszeit herrscht bei vielen noch Orientierungslosigkeit. Die Erstsemestereinführungstage sollen helfen.
Am Montag, 19. April, beginnt an der Uni Bamberg wieder die Vorlesungszeit. Für die rund 200 Erstsemester wird es nun spannend; viele Fragen stellen sich zu Beginn eines Studiums. Deshalb finden in der Woche vor Beginn der Lehrveranstaltungen die Erstsemestereinführungstage (EET) statt, die von der Studierendenvertretung und der Zentralen Studienberatung veranstaltet werden.
Wer im Raum 122 der U5 in die Gesichter der ?Erstis? blickt, erkennt Skepsis, aber auch Erwartungsfreude und vielleicht sogar ein klein wenig Angst. Mit gemischten Gefühlen suchen sie sich einen Platz im Hörsaal, der ihnen noch so fremd vorkommt, bald aber schon sehr vertraut sein wird. Noch sitzen die meisten wie Fremde nebeneinander, bald wird wohl freundschaftliches und vertrautes Gemurmel im Hörsaal zu vernehmen sein. Bald ... wenn die Vorlesungszeit wieder beginnt.
?Fleisch und Blut in die Uni investieren?
Doch zunächst wurden die ?Neuzugänge? von Rektor Godehard Ruppert offiziell begrüßt. Ruppert machte ihnen als erstes Mut: Trotz der momentan schlechten Lage auf dem Arbeitsmarkt stünden die Chancen weiterhin gut, nach einem erfolgreichen Hochschulabschluss einen Arbeitsplatz zu finden. Der Rektor betonte, dass die Bamberger Universität ihren Studierenden bestmögliche Voraussetzungen für das spätere Berufsleben zu geben versucht. Auch wenn Studienbedingungen wie in Oxford natürlich nicht erwartet werden dürften: In Oxford, so Ruppert, kommen auf einen Professor durchschnittlich acht Studierende, was für deutsche Universitäten kaum vorstellbar sei. ?In Bamberg ist das vielleicht nur in den Studiengängen Kunstgeschichte oder Archäologie so?, erklärte er und hatte damit die Lacher der Erstsemester auf seiner Seite.
Abschließend gab er den ?Neuen? noch zwei Ratschläge auf den Weg: ?Fleisch und Blut? sollten sie in die Universität investieren, sich aber dennoch, gerade im ersten Semester, nicht übernehmen. Begrüßt wurden die ?Erstis? auch von der Studierendenvertretung sowie von Matthias Fomm-Jürgens von der Zentralen Studienberatung: Beide erinnerten die Erstis daran, dass sie den Studierenden mit Rat und Tat zur Seite stünden.
Alles noch etwas undurchsichtig
Auch Kristian, 23, aus Cuxhaven ist einer von den ?Neuen?, die in Bamberg ihre Zelte aufgeschlagen haben. Von nun an darf er sich als Pädagogik-Student bezeichnen. Bis jetzt hat er von allem einen guten Eindruck: ?Die Stadt finde ich sehr schön, weil sie sehr übersichtlich ist und es viele schöne Kneipen gibt.? Angst vor dem Uni-Alltag hat er nicht: ?Ich erwarte vor allem viel Spaß!?
Vor der U5 in der Sonne sitzt Julia und genießt ihre freie Zeit, bevor ab nächster Woche der Vorlesungsstress beginnt. Die 20-Jährige studiert Geschichte und Kommunikationswissenschaften und ist noch etwas verwirrt: ?Ich finde das ganze System noch etwas undurchsichtig?, meint sie, ?aber das bekomme ich mit der Zeit schon hin?. Die Umstellung von der vielen Freizeit auf das Lernen für die Uni werde ihr ein klein wenig schwer fallen.
Erste Kontakte hat Julia bereits erfolgreich geknüpft. Neben ihr auf der Bank sitzt Nina, 21, aus Berlin. Die beiden haben sich eben erst kennen gelernt und sind froh, jemanden gefunden zu haben, dem die Stadt, die Uni und die Leute noch genauso unbekannt sind. Die zukünftige Romanistikstudentin findet es ?ungewohnt, so ganz von daheim weg zu sein, denn noch kennt man ja keinen?. Die Einführungsveranstaltungen findet sie besonders gut, weil ?sie einem Hilfe und nützliche Tipps geben?. Von Bamberg ist sie ebenso begeistert, wie ihre (vielleicht) neue Freundin Julia.
Keine schönere Stadt zum Studieren, kann sich Andy vorstellen. Der 19-jährige Chemnitzer hat einen sehr positiven Eindruck von den ersten Tagen in seiner neuen Heimatstadt. Nun möchte er sich überraschen lassen, was auf ihn in den nächsten Tagen zukommen wird. ?Ich fühle mich dem Ganzen bestimmt mit jedem Tag mehr gewachsen?, meint er.
News Sommersemester 2004 vom 15.04.04