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Erfolgsfaktor Sport

Universitätssportzentrum organisierte Vortragsreihe für Führungskräfte aus der Wirtschaft

Von Stefan Voll

Immer mehr Wirtschaftsunternehmen nutzen Erkenntnisse der Sportwissenschaft, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Auch "e.on Bayern" profitierte von den Kompetenzen des Uni-Sportzentrums.

Immer mehr Wirtschaftsunternehmen nutzen Erkenntnisse der Sportwissenschaft, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Auch "e.on Bayern" profitierte von den Kompetenzen des Uni-Sportzentrums.

Seit zwei Jahren besteht am Sportzentrum der Universität Bamberg der Forschungsschwerpunkt "Strategische Vernetzung von Sport und Wirtschaft". Zunehmend nutzen Wirtschaftsunternehmen diese Ressource, um Sportkompetenzen in ihr Wirtschaftsunternehmen einzubringen und sich dadurch Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Auch e-on Bayern entschied sich für diesen innovativen Ansatz. Daher referierten unter der Prämisse "Lernen vom Leistungssport" zum wiederholten Male Dirk Bauermann, PD Dr. Stefan Voll und Roland Back vor Führungskräften aus der Wirtschaft.

 

Erfolgsmodell GHP-Bamberg

Den Auftakt der Vortragsreihe machte der aktuelle Bundestrainer und Trainer der GHP-Basketballmannschaft Dirk Bauermann. Auf der Basis seines in den letzten Jahren gestalteten "Erfolgsmodells GHP-Bamberg" (zweimal deutscher Vizemeister in den beiden vergangenen Spielzeiten) und seiner langjährigen Trainererfahrung im In- und Ausland verdeutlichte er den Teilnehmern seine Erfolgsphilosophie. Im Mittelpunkt seines Konzeptes steht eine werteorientierte Menschenführung. Seine verschiedenen Erfolgsmodule wie z.B. Teamgeist, Leistungsbereitschaft und fairer Umgang mit seinen Spielern veranschaulichte er an aktuellen Beispielen.

 

Dirk Bauermanns authentisches Auftreten und sein auf Ordnung und Disziplin fußendes Erfolgsmodell fanden bei den Führungskräften und Großkunden von e-on große Resonanz. Seine Glaubwürdigkeit wurde noch dadurch verstärkt, dass er nicht nur von seinen Erfolgen berichtete, sondern auch von den Tiefpunkten seiner Karriere, die ihn nicht nur wesentlich geprägt haben, sondern auch eine zentrale Lernerfahrung für ihn darstellten.

 

Firmenchef als Trainer, Mitarbeiter als Spieler

In jüngster Zeit häuften sich die Anfragen aus der Wirtschaft an die Sportwissenschaft, welche sportspezifischen Erfolgs- und Leistungsfaktoren auf ein Wirtschaftunternehmen übertragen werden können. Im Zuge dieses Trends stellte PD Dr. Stefan Voll, der Leiter des Universitätssportzentrums, in seinem Vortrag "Emotion, Motivation, Realisation" die wissenschaftlich begründete Relevanz positiver Emotionen als leistungsbestimmenden Faktor heraus. Ausgangspunkt waren hierbei die gesellschaftlichen Wertedispositionen und der sich daraus ergebende Zusammenhang von Spaß und Leistung. Anschließend vollzog er einen Brückenschlag von der Sportpsychologie zur Wirtschaft: Er referierte die Determinanten der Motivation und zeigte die Interdependenzen zwischen der Mannschaftspsychologie und dem effektiven Führen eines Wirtschaftsunternehmens auf.

 

Diese innovative Vernetzung ließ Stefan Voll schließlich in konkrete Handlungsvorgaben münden, auf welche Art und Weise ein Trainer/Firmenchef mit seinen Spielern/Mitarbeitern unter der Prämisse einer intendierten Effektivitätssteigerung umgehen und sprechen sollte und welche Faktoren als Erfolgsmodule für einen effektiven Trainer/Firmenchef fungieren können.

 

"Management by Basketball"

Roland Back analysierte in seinem Vortrag die Bedeutung des Phänomens Sport als Erfolgsfaktor für Unternehmen. Ausgehend vom zunehmenden Verdrängungsprozess und dem damit verstärkten Leistungsdruck in der Wirtschaft verdeutlichte der Mitarbeiter und Doktorand am Universitätssportzentrum die Notwendigkeit eines strategisch ausgerichteten Managements. Hierbei stellte er das lernende Unternehmen als eine übergreifende Managementstrategie in den Mittelpunkt. Den Zuhörern wurde anhand von fünf verschiedenen Unternehmensmodellen die Bandbreite des Betriebssports erläutert. Den zentralen Teil der Ausführungen bildete das virtuelle Spiel "Basketball gegen Business", bei dem gemeinsame Erfolgsfaktoren wie Coaching, Teamgeist etc. miteinander verglichen wurden. Die zehn ausgewählten Faktoren veranschaulichten den Kompetenzvorsprung des Basketballs gegenüber dem Business. Die Zuhörer konnten sich somit vom Basketball als Energie- und Kompetenzquelle für Unternehmen überzeugen: "Management by Basketball".

 

Fortsetzung 2005

Nach dem Abschluss der Veranstaltung, durch die die Moderatoren Franz Eisentraut und Klaus Gagel führten, wurden alle Teilnehmer von e-on Bayern noch zu einem Heimspiel der GHP-Mannschaft ins Forum Bamberg eingeladen. Die positive Resonanz von den Teilnehmern der Veranstaltung gründete vor allem auf der gelungenen Mischung aus case study (Dirk Bauermann), Wissenschaftstransfer (PD Dr. Stefan Voll) und der strategischen Vernetzung von Sport und Wirtschaft (Roland Back). Für das Jahr 2005 sind weitere Veranstaltungen dieser Art geplant.

 

News Wintersemester 2004/2005 vom 05.01.05