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Eine gute Idee, ein Quäntchen Glück und viel Networking…

Der preisgekrönte Drehbuchautor Michael Proehl gibt Einblicke in sein Berufsleben

Von Jana Kaun

„Ein Liebesfilm für alle, die keine Liebesfilme mögen“ – Mit dem Film „Katze im Sack“ feierte Michael Proehl seine ersten großen Erfolge (Screenshot: www.katzeimsack.com)

Seine Karriere verläuft wie am Schnürchen, ist aber auch das Ergebnis harter Arbeit: Michael Proehl (Bild: Jana Kaun)

Drehbuchautor Michael Proehl kann mit seiner bisherigen Karriere zufrieden sein: Kaum hatte er seinen Abschluss in der Tasche, wurden ihm auch schon die ersten Preise für seine Arbeit verliehen – keine Selbstverständlichkeit in einem hart umkämpften Gewerbe! Im Rahmen eines Vortrags des Hochschulteams Oberfranken informierte der 31-jährige über die Vor- und Nachteile seines Berufsstandes.

Am 11. Mai lud das Hochschulteam Oberfranken unter dem Titel „Berufsbild: Drehbuchautor“ in die Räume der Otto-Friedrich-Universität ein: Michael Proehl stellte sich selbst, sein Studium und sein Berufsleben vor und beantwortete offen und ehrlich die Fragen der Anwesenden. Schon zu Schulzeiten wollte der gebürtige Frankfurter schreiben. Nach seinem Abitur begann er also mit dem Studium der Fächer Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie, wobei ihm jedoch schnell bewusst wurde, dass ihm für eine akademische Karriere zu stark der Praxisbezug fehlte.

Zusammen mit Freunden drehte er erste Independent-Filme und schaffte es schließlich im Jahr 2000, einen der begehrten Plätze an einer Filmhochschule zu bekommen. „Noten sind am Ende nicht wichtig, sondern das, was man gemacht hat“, sagte Proehl. Und gemacht hat er viel! Während seines Drehbuch-Studiums an der Filmakademie Ludwigsburg stand er ständig unter Strom – nächtelanges Schreiben und viel Arbeit standen auf der Tagesordnung. 2004 begann er mit seiner Abschlussarbeit, dem Drehbuch für den 90minütigen Langfilm „Katze im Sack“. Der von Regisseur Florian Schwarz verfilmte Thriller wurde 2005 mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

„Es müssen auch die richtigen Leute in der Jury sitzen!“

Mit „Katze im Sack“ punktete Proehl bei verschiedenen Preisverleihungen und gewann den First Steps Award sowie den Preis für das Beste Drehbuch auf dem Max Ophüls Festival. Zwar gab es auch negative Stimmen zum Film, doch genau das ist es, was Proehl will. Ein Film muss seiner Ansicht nach polarisieren: „Wenn die Lager sich streiten, dann ist das für mich Kino!“

Auch für sein nächstes Projekt, dem Spukthriller „Das Schneckenhaus“ (ebenfalls mit Florian Schwarz) wurde er 2006 beim Münchner Filmfest nominiert und im folgenden Jahr gewann er den Publikumspreis beim Mainzer Filmfest für das Drehbuch zum TV-Film „Kahlschlag“.

„Das ist nicht üblich – das ist gut gelaufen.“

Trotz seiner Erfolge scheint Proehl auf dem Teppich geblieben zu sein. „Man muss ein dickes Fell haben“, sagte er bei seinem Vortrag. Denn Absagen oder Projekte, die einem nicht unbedingt zusagen, sind keine Seltenheit. Das wichtigste bei einem Drehbuchautor ist nach Proehl, dass er Spaß am Schreiben hat – auch wenn einmal die Lust fehlt, muss man sich überwinden und sich an den Schreibtisch setzen. Auch Neugierde und Aufgeschlossenheit gehören zum Persönlichkeitsprofil eines Autors, findet Proehl. Außerdem sollte man immer gut planen und mehrere Projekte gleichzeitig machen, sonst kann es zu finanziellen Engpässen kommen, mit denen man in der Filmbranche sowieso immer wieder zu kämpfen hat. „Richtig Geld verdienen kann man nur mit Kino“ – aber dafür muss man auch erst einmal einen Auftrag bekommen. Damit das so ist, hat Proehl einen Vertrag mit der Berliner Agentur „Above the Line“ abgeschlossen: „Networking ist sehr wichtig: Rein geschäftlich müssen die Leute glauben: ‚Du bist der richtige Mann’.“

Bisher scheint dieser Plan aufgegangen zu sein: Derzeit schreibt Proehl am Drehbuch für einen „Tatort“ vom Hessischen Rundfunk.
In seinem knapp zweistündigen Vortrag ließ Proehl hinter die Kulissen eines Drehbuchautors blicken und berichtete offen sowohl von den positiven als auch von den negativen Facetten seines Berufes.

Am 19. Mai 2007 wird der Film „Katze im Sack“ um 01:20 Uhr auf arte wiederholt ausgestrahlt.

News Sommersemester 2007 vom 14.05.07