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Die Schätze der Innerlichkeit

Gitarrenabend im Rahmen der Konzertreihe „Musik an der Universität“

Von Markus Jüngling

Auf einer philosophischen Reise in die Innerlichkeit: Gernot Hammrich (Bild: Julian J. Rossig)

Eine philosophische Reise in die Innerlichkeit: Gernot Hammrich faszinierte sein Publikum bei seinem Gitarrenabend am 5. Mai in der AULA der Universität.

Man konnte fast neidisch werden, wie diese Darbietung sich selbst zu genügen schien. Den Korpus nah am Körper, den Kopf leicht zum Hals geneigt, die Augen meist geschlossen spielte Solist Gernot Hammrich auf der Gitarre Lautenwerke von Bach und Weiss. Das zweite Semesterkonzert der Reihe „Musik in der Universität“ bot am 5. Mai in der AULA der Universität einen intimen, intensiven Abend.

Oft spricht man in Bezug auf Johann Sebastian Bachs Werke für Soloinstrument – seine Suiten und Partiten – von philosophischen Reisen, die den Interpreten bewegen und wandeln. Die Musik strahlt ab in die Innerlichkeit des Musikers, der sich ihr auszusetzen, sie zu erfüllen und erfühlen hat. Gernot Hammrich nahm dies auf sich, ganz nah am Klang befindlich, behutsam und nuanciert.

Filigran ausdifferenzierte Tonketten

Glücklicherweise waren auch Zuhörer geladen und konnten den Solisten, der genau vor dem Bogen des hinteren Teils im Hauptschiff saß, bei seiner Reise erleben. Filigran ausdifferenzierte Tonketten entschwebten im leichten Nachhall und schufen eine Spannung im gemeinschaftlich erlebten Raum, die sicher wiederum auch den Solisten berührte. Auf dem Programm stand Musik für Laute: Bachs Suite Nr. 4, E-Dur (BWV 1006a) – eine Bearbeitung seiner dritten Soloviolinpartita –, „Präludium, Fuge und Allegro“ in Es-Dur (BWV 998) und die Lautensuite Nr. 2 c-moll (BWV 997). Des Weiteren stellte Hammrich, diesmal auf einem Instrument der Bach-Zeit, ein Werk des wohl bedeutendsten Barocklautenisten vor, Silvius Leopold Weiss (1687-1750). Dessen „Tombeau sur la mort de Monsieur Comte d’Logy“ offenbarte sich als berührende Totenklage, das die Stille als Element der klingenden Musik stets mit enthielt und erfahrbar machte.

Mit seinem spannungsreichen Konzert hielt der renommierte Solist und Lehrbeauftragte der Universität Bamberg Gernot Hammrich ein überzeugendes Plädoyer für sein Instrument und dessen Literatur.

News Sommersemester 2007 vom 10.05.07