Fachbereich Soziale Arbeit diskutiert Modernisierungsansätze durch eGovernment
Die Erwartungen sind groß: eGovernment sorgt für mehr Bürgernähe und KACostenersparnis. Auch in den Sozialverwaltungen, wie im Rahmen eines Fachtags Experten aus Sozialinformatik und Sozialer Arbeit feststellten.
Im Einsatz von eGovernment, in den Möglichkeiten der internetgestützten Zusammenarbeit von Kommunen, steht uns ein Potenzial zur Verfügung, dass nicht nur die Arbeit der Sozialverwaltungen revolutionieren wird. So lautete übereinstimmend die Schlussfolgerung der Experten aus Sozialinformatik und Sozialer Arbeit, die sich am Fachbereich Soziale Arbeit zu einem Fachtag mit dem Thema "Soziale Problembewältigung: Modernisierungsansätze durch eGovernment" zusammen gefunden haben.
Die Szenarien der internetgestützten Zusammenarbeit versprechen Qualitätsgewinn im Sinne von Bürgernähe und Kostenersparnis, so Prof. Dr. Harald Mehlich, der Leiter des Forschungsprojektes KOVIUS, das die Tagung ausrichtete. Mehlich und seine Mitarbeiter sehen Entwicklungen, in denen Bürgerinnen und Bürger nicht nur ihre Anträge "online" stellen, kurzfristig Zwischenbescheide, etwa über die Höhe zu erwartender Unterstützungsleistungen erhalten können, sondern auch den Bearbeitungsfortschritt in der Sachbearbeitung der Verwaltung im Internet verfolgen können.
Expertenrunden, die bundesweit verstreut über Sachverhalte beraten, kommunale Träger, die bundeslandübergreifend Gewerbeflächenmanagement betreiben, seien schon heute Realität. Anzustreben seien aber auch kommunale bis bundesweite Verbünde von Verwaltungseinheiten, die ihr Wissen austauschen, so die Sozialinformatikexperten des Fachbereichs.
So sei es durchaus denkbar, dass in der Umsetzung von Hartz IV alle beteiligten Ämter, die Arbeitsgemeinschaften aus Sozialamt und Bundesagentur für Arbeit, das Jugendamt, das Wohnungsamt und andere Ämter im Rahmen der gesetzlichen Regelungen durch Datenaustausch effektivere Unterstützung von Bürgern bewerkstelligen könnten. Kooperierende Kommunen, die sich auf gleiche Vorgehensweisen in der Unterstützung arbeitssuchender Bürger und Bürgerinnen geeinigt hätten, könnten sich wechselseitig die jeweils gewonnenen Erfahrungen "auf kürzestem Weg" zur Verfügung stellen.
Prof. Harald Mehlich und seine Mitarbeiter schlossen zwischenzeitlich eine bundesweite Online-Befragung von knapp 6.000 Städten, Gemeinden, Verwaltungsgemeinschaften und Landkreisen ab. Ziel der Befragung war zu erfahren, wo welche Kooperationsprojekte bereits umgesetzt sind. "Wir wollen den Kommunen konkrete Orientierung geben, wie ihnen eine erfolgreiche Umsetzung virtueller Zusammenarbeit gelingen kann", so Dr. Bernd Hofmann und Dipl.-Soz. Alexander Schmid, beide wissenschaftliche Mitarbeiter des Projektes.
Prof. Dr. Wilfried Hosemann, Dekan des Fachbereichs Soziale Arbeit, sieht in virtuellen Zusammenarbeitsformen vielversprechende Ansätze für die konkrete Soziale Arbeit. Denkbar seien zum Beispiel internetgestützte Beratungsformen, wie sie insbesondere auch in der Sozialhilfeberatung ansatzweise schon zur Verfügung stehen. "Auch solche Konzepte stärken Bürger in ihrer Unabhängigkeit. Sie können sich an jedem Ort und zu jeder Zeit informieren und Rechtsansprüche geltend machen", so Hosemann zu den Möglichkeiten dieses Teilbereichs der Verwaltungsmodernisierung, der zu einem zentralen Arbeitschwerpunkt des Fachbereichs ausgebaut werden soll.
News Wintersemester 2004/2005 vom 13.12.04