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Amnestie für illegale Einwanderer?

Workshop in Berlin - efms fördert transatlantischen Diskurs zum Umgang mit illegalen Migrationen

Von Tanja Wunderlich (efms)

Illegale Migration ist für Politik und Gesellschaft eine wachsende Herausforderung. Neue Lösungen werden dringend gesucht. In Berlin veranstaltete das europäische forum für migrationsstudien (efms) jetzt dazu einen Workshop.

Seit den neunziger Jahren ist ein reger transatlantischer Diskurs zu Fragen der Migration entstanden. Zunächst drehte er sich hauptsächlich um Fragen der Migrationskontrolle, um Steuerung von Einwanderung, Einbürgerung sowie arbeits- und aufenthaltsrechtliche Fragen. Seit ein paar Jahren sind Fragen der Integration und Integrationspolitik hinzugekommen: In zunehmendem Maße beschäftigen sich Wissenschaft, Politik und Verwaltung auf beiden Seiten des Atlantiks mit der Frage, wie auf Dauer im Zielland lebende Zuwanderer in ihrer Integration unterstützt werden können. In diesem Zusammenhang hat das "europäische forum für migrationsstudien" (efms) 2003 den "Transatlantischen Diskurs zur Integration" initiiert, der die europäische und die amerikanische Diskussion zu Fragen der Integration und Inklusion verknüpfen soll.

Im Rahmen dieses transatlantischen Diskurses wird eine Reihe von Workshops durchgeführt, in denen Teilaspekte von Integration mit ausgewiesenen Experten aus der Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Nichtregierungsorganisationen und den Medien diskutiert werden. Die erste Veranstaltung in diesem Rahmen, die im Herbst vergangenen Jahres zum Thema Rassismus, Diskriminierung und Anti-Diskriminierung stattfand, war bereits auf ein sehr positives Echo gestoßen.

Suche nach neuen Lösungen

Eine Gruppe, die eine besondere Herausforderung für Politik und Gesellschaft darstellt, sind illegale Migranten. Politische Instrumente zur Bekämpfung von illegaler Zuwanderung werden zur Zeit in den USA wie auch in Europa kontrovers diskutiert, und es wird nach Wegen gesucht, wie mit der stetig wachsenden Zahl von illegalen Migranten umgegangen werden soll. Eine mögliche Lösung sind Amnestie-Programme. Doch welche Erfahrungen haben europäische Länder mit Legalisierungskampagnen gemacht? Ist dieses Instrument effektiv, oder gibt es ungewollte Nebeneffekte, wie zum Beispiel den Anreiz für neue illegale Zuwanderung? Und welche Wege wurden in den Vereinigten Staaten erprobt?

Um mögliche Lösungsansätze in transatlantischer Perspektive zu diskutieren, hat das efms den Workshop "Amnesty for illegal migrants'" durchgeführt. Er fand am 19. April in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin statt. Unter den Teilnehmern waren Vertreter von Regierung und Verwaltung, Polizei, Wissenschaft, Nicht-Regierungsorganisationen, Kirche, Gewerkschaften und den Medien. Neben der Darstellung zu Fakten und Trends illegaler Migration, zur Lage von illegalen Migranten in Deutschland und in den Vereinigten Staaten, zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt, lag ein Schwerpunkt der Veranstaltung auf der Diskussion von politischen Handlungsoptionen und den jeweiligen intendierten und nicht-intendierten Effekten. Hierzu wurden Länderberichte aus Portugal, Italien und Spanien vorgestellt, also von Ländern, in denen schon mehrfach Legalisierungskampagnen für illegale Migranten durchgeführt wurden.Die Ergebnisse des Workshops, inklusive der Vorträge der Referenten, werden demnächst in einem Tagungsband veröffentlicht. Weitere Informationen zum Programm und den Teilnehmern finden sich unter www.efms.de.

Das europäische forum für migrationsstudien (efms) ist ein wissenschaftliches Institut an der Universität Bamberg, das sich mit Fragen der Migration und Integration beschäftigt. Durch sozialwissenschaftliche, interdisziplinäre Forschung will es die Kenntnisse und das Verstehen dieser Prozesse verbessern. Das efms leistet in Deutschland und Europa einen Beitrag zu Gestaltung einer tragfähigen und humanen Migrations- und Integrationspolitik. Kontinuierliche Interaktionen mit der Praxis führen zur Umsetzung der gewonnenen Ergebnisse in Wissenschaft und Praxis.

News Sommersemester 2005 vom 26.04.05