Universität Bamberg - Logo
RSS-Feed

Alles zentral!

Die Förderung von Graduierten und Postgraduierten wurde modernisiert

Von Martin Beyer

Wie bekomme ich diesen Doktorhut? Die Graduiertenförderung in Bayern wurde modifiziert (Bilder: Martin Beyer)

Stephanie Fundel (links) arbeitend an der Westwand des Dominikanerbaus

Ein neues Eliteförderungsgesetz hat in Bayern seit dem letzten Jahr viele Neuerungen gebracht. Doktoranden- und Postdoktorandenstipendien werden nun zentral von der Universität Bayern e. V. in München vergeben. Stephanie Fundel zählt zu den Ersten, die von der neuen Förderung profitieren.

„Jetzt muss ich aber gleich wieder zurück an die Wand“, sagt Stephanie Fundel nach einem flüchtigen Blick auf die Uhr. Mit „Wand“ meint sie die Westwand des Dominikanerbaus, heute die AULA der Universität, an der sie bedeutende Wandmalereien restauriert. Ihr Team hat Besuch bekommen von Studierenden aus Erfurt, die ein zweiwöchiges Praktikum in Bamberg absolvieren. Entspannende Musik dringt leise aus einem Radio. Hektik wäre bei einer so diffizilen Tätigkeit auch nicht angebracht. 

„Natürlich hat es mich sehr gefreut, dass mir dieses Stipendium zuerkannt wurde. Es garantiert mir eine sorgenfreie Arbeit an meiner Dissertation!“ Stephanie Fundel ist aber auch selbstbewusst genug zu sagen, dass sie bei einer Ablehnung an anderer Stelle etwas gefunden hätte. Sie hat ein klares Ziel vor Augen: In der Wissenschaft zu bleiben und die Stufen der Leiter zu erklimmen, die bis ganz nach oben führen.

Neues Förderungsgesetz

Fundel hat sich in der ersten Auswahlrunde nach Inkrafttreten des neuen Bayerischen Eliteförderungsgesetzes mit ihrem Projekt durchgesetzt. Das neue Gesetz vom 26. April 2005 regelt die Vergabe der Stipendien neu, alles wird nun von zentraler Stelle entschieden. Die Heimatuniversität der Bewerberinnen und Bewerber leistet lediglich eine Vorauswahl, ohne allerdings ein internes Ranking zu erstellen. Früher haben die Universitäten die Graduiertenförderungen selbst vergeben, nach einer speziellen Kontingentierung. Die Anträge werden nach der neuen Regelung nach München geschickt, wo sie von der Universität Bayern e. V. begutachtet werden. Dr. Hanspeter Buba, der für das neue Bewerbungsprozedere an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg verantwortlich ist, hat festgestellt, dass in der zweiten Auswahlrunde, die im Januar 2006 abgeschlossen wurde, deutlich restriktiver entschieden wurde. „Von 85 Anträgen bayernweit wurden nur 32 angenommen, das war bei der ersten Runde noch ein deutlich besseres Verhältnis.“ Der Universität Bamberg wurden von sechs Anträgen diesmal zwei genehmigt. Verbesserungswürdig ist aus Sicht Bubas die Transparenz des Vergabeverfahrens. So wurde in der zweiten Auswahlrunde eine Bewerberin aus Bamberg abgelehnt, die allerbeste Voraussetzungen hatte: „Es passte alles, Top-Noten, Top-Thema, eine hochqualifizierte Bewerberin mit einem interdisziplinären Projekt, und der Betreuer über alle Zweifel erhaben! Es ist dann unverständlich, warum so jemand nicht zum Zuge kommt.“
Gute Bewerbungen zeichnen sich also durch verschiedene Faktoren aus, wobei es aber keine Selbstläufer zu geben scheint.

Neu: Postgraduiertenförderung

Neu hinzugekommen ist die Förderung von Postgraduierten, die in der Übergangszeit nach der Promotion für maximal ein Jahr gefördert werden können. Postgraduierte erhalten einen Grundbetrag von 1080 Euro, Doktoranden 900 Euro, ihre Förderung ist auf zwei Jahre angesetzt. Sach- und Familienzuschläge sind möglich, genauso wie die Förderung von Forschungsreisen. Eingebunden sind die Stipendiaten in Graduiertenprogrammen und –kollegs, die einen Austausch über die eigene Arbeit ermöglichen.
Stephanie Fundel schätzt das regelmäßige Zusammentreffen mit anderen Doktorandinnen und Doktoranden sehr. „Diese Form des Feedbacks ist neben der Rückmeldung des Betreuers sehr wichtig für das Vorankommen der Arbeit.“ Fundel wertet in ihrer Dissertation den Malereibestand in der Dominikanerkirche aus. Ihr geht es aber vor allem auch um die Vermittlung dieses Kunst- und Kulturgutes mithilfe moderner, virtueller Technologien. „Es ist wichtig,  der Öffentlichkeit diese Kulturschätze näher zu bringen. Dafür stehen mittlerweile moderne Computertechniken zur Verfügung, die wir nutzen möchten.“
Stephanie Fundel genießt mit ihrem spannenden Projekt die Förderung des Staates, und vielleicht wird sie ja auch als Postgraduierte wieder in den Stipendiatenkreis aufgenommen.
Aber jetzt muss sie erst einmal zurück zu ihrer Wand. Die Westwand des Dominikanerbaus, sie ist derzeit zu einem zentralen Ort ihres Lebens geworden.   

Nächste Ausschreibungsgrunde

Der Einsendeschluss für die dritte Förderungsrunde nach dem neuen Eliteförderungsgesetz  ist der 3. Juli 2006. Anträge sind einzureichen und Informationen einzuholen bei

Dr. Hanspeter Buba
Universität – Zentrale Universitätsverwaltung
Dezernat I/2
Forschungsförderung und Wissenstransfer
Telefon: 0951/ 863 1029
Mail: forschungsfoerderung(at)zuv.uni-bamberg.de

News Sommersemester 2006 vom 26.06.06