Die meisten unserer Klient/inn/en werden von anderen Einrichtungen (Ärzten, Psychologen, Beratungsstellen) an uns weiterverwiesen. Für manche Klient/inn/en sind wir die erste psychotherapeutische Einrichtung, andere wiederum haben bereits reiche Erfahrungen mit unterschiedlichen Formen von Psychotherapie. Wir halten unseren Kurztherapieansatz in den meisten Fällen für indiziert, da er sowohl mit den vorhandenen Stärken und Ressourcen der Klienten und ihres sozialen Netzes arbeitet, d.h. "gesunde" Anteile betont und soziale Rahmenbedingungen ausdrücklich mitdenkt (normalisierend, entpathologisierend). Damit entspricht er weitgehend gemeindepsychologischen Kriterien. Auch stellt die genaue Analyse der Problemlage, wie sie im Selbstmanagementansatz gefordert wird, einen Zugang zur Verfügung, der einen bewährten Weg darstellt, den Klient/inn/en effektiv bei der Bewältigung ihrer Schwierigkeiten helfen zu können. Andererseits schränkt diese Art der Therapie, sollte es sich herausstellen, dass sie in einem besonderen Fall nicht ausreicht, weitere Therapie (z.B. solche, die noch mehr den Aspekt der Klärung und emotionalen Durcharbeitung von Erlebnissen und Erfahrungen aus der Sozialisationsgeschichte betonen und oft eine längere zeitliche Perspektive aber auch ein anderes Setting erfordern) nicht ein.
Das Einverständnis der Klient/inn/en mit unserer Arbeitsweise ist als weiteres Kriterium zu nennen (dies wird bereits im Erstgespräch oder im Anmeldungstelefonat ausführlich begründet und erläutert). Dazu gehört, daß sie das Team, welches die Therapie in einem Nebenraum über Video beobachtet, akzeptieren können, die Aufnahme der Gespräche auf Tonband oder Video erlauben und die Eingangsfragebögen ausfüllen. Außerdem sollten sie bereit sein, praktische Aufgaben zu übernehmen, die sich auf die Lösung ihres Problems beziehen. Die ständige Mitarbeit der Klient/inn/en wird von allem Anfang an in ihrer Wichtigkeit klargelegt. Dies bedeutet auch, daß die Motivationsklärung ein zentraler Bestandteil vieler unserer Therapien ist.