
"Der Hindukusch der Anderen" -
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ISAP 2013: einsemestriges Stipendium an der Universität Teheran
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Zwei Studentinnen unterwegs in Teheran und der Provinz
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Der Persisch Unterricht an der Uni hat uns vier Semester lang großen Spaß gemacht und unsere Neugierde auf das Land Iran geweckt.
Nachdem wir auch noch zwei wunderschöne Wochen im Rahmen eines Übersetzungsworkshops mit der Shahid Beheshti Universität in Teheran verbracht hatten war klar: Wir wollten länger im Iran bleiben.
Seit mehreren Jahren unterhält die Universität Bamberg ein Stipendien-programm, das vom DAAD gefördert wird und Studierenden die Möglichkeit gibt, ein Semester lang in Teheran zu studieren. Eine Bewerbung für die Teilnahme am Programm bot uns die Möglichkeit, unsere während des Studiums in Bamberg erworbenen Persisch Kenntnisse auszubauen. Nach einem schriftlichen Test und einem Gespräch mit den anderen Bewerbern und Dozenten erhielten wir auch schon bald die Zusage, dass wir am ISAP Programm teilnehmen können.
Jetzt hieß es erstmal warten. Wie es wohl öfter der Fall ist, zog sich die Visaerteilung eine Weile hin und erst eine knappe Woche vor dem geplanten Abflugtermin hielten wir unsere Pässe mit dem Visum in den Händen. Dann ging alles ganz schnell: Flug buchen, Sachen packen, Mitbringsel kaufen (es empfliehlt sich immer, ein paar Tafeln Schokolade extra dabei zu haben, da man oft von Iranern eingeladen wird), Abschied nehmen.
Wir hatten bereits im Vorfeld veruscht, uns um eine Unterkunft in Teheran zu bemühen. Dies gestaltete sich nicht immer ganz einfach. Eine Unterbringung in einem Wohnheim ist generell möglich, lässt sich von Deutschland aus aber nicht sicher bestätigen. Vor allem wenn man mitten in der Nacht ankommt, ist es nicht empfehlenswert, sich auf das Wohnheim zu verlassen! Desweiteren besteht natürlich die Möglichkeit, sich vor Ort zusammen zu tun und eine WG zu gründen, oder zu übernehmen. Kontakte zu anderen Ausländern sind hier hilfreich. Wohnungen die man auf Zeitungsanzeigen hin findet, sind oft mit hohen Kautionskosten verbunden und unmöbliert. Für die ersten Tage ist es oft ratsam, sich bei Bekannten einzladen, ein günstiges Hotel zu buchen, oder Kontakt zum DAI (Deutsches Archäologisches Institut) oder zur Deutschen Kirche aufzunehmen.
Nach unserer Ankunft in Teheran Ende Oktober, hatten wir noch einen Tag frei, bevor es richtig losging. Den nutzten wir, um unsere Sim-Karten zu besorgen, Geld zu wechseln (zur Sicherheit für beides den Reispass mitnehmen, manchmal braucht man den, manchmal auch nicht!) und nocht die schöne warme Luft in den Bergen im Norden Teherans zu genießen.

Am nächsten Tag gingen wir zum Dekhoda Institut in der Vali Asr, der längsten Straße der iranischen Hauptstadt. Das Dekhoda Institut gehört zur Universität Teheran. Es bietet Kurse speziell für ausländische Studierene an und kümmert sich um Visaangelegenheiten. Am Institut selbst ist es wie an jeder anderen Universität, es gibt sehr gute und weniger gute Dozenten und vor allem kommt es auch immer darauf an, wie die anderen Kursteilnehmer sich so verhalten. Uns hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen.

Teheran ist wirklich eine interessante Stadt, die aber auch manchmal anstrengend sein kann. Ständig steht man im Stau und man möchte gar nicht darüber nachdenken, wie viele Gifte man jeden Tag einatmet. Sieht man aber darüber hinweg, kann man die Stadt wirklich lieben lernen.
Es gibt viel zu sehen, z. Bsp. den Niyawaran Palast aus der Pahlavizeit im Norden, den Basar, den Golestan Palast und die Pilgerstätte Shah Abdul Azim im Süden. Auch kulturell ist einiges geboten und der Anblick der Berge im Norden der Stadt überwältigt einen immer wieder.

Doch natürlich möchte man nicht die ganze Zeit nur in Teheran bleiben. Deswegen haben wir auch einige Reisen unternommen. Es gibt viele Möglichkeiten zu reisen, auch Wochenendausflüge lohnen sich. Wir waren vor allem an den touristischen Orten in Isfahan, Yazd und Shiraz.

Wer sich traut bei Hotels anzurufen kann seine Reise gut alleine planen und bleibt dabei vor allem spontan. Im Januar unternahmen wir dann auch noch eine Reise an den persischen Golf. Die Reise ist zwar lang (Bus) oder etwas teurer (Flugzeug) lohnt sich aber sehr um eine Auszeit vom kalten Wetter zu nehmen. Außerdem lernt man im Süden des Landes mit der Bandari Musik, der außergewöhnlichen traditionellen Kleidung und der großen sunnitischen Minderheit noch einmal eine ganz andere Seite Irans kennen. Besonderen Spaß macht es, nach einer Woche Strand und Sonne nach Teheran zurück zu kommen, dort in die Berge zu fahren und eine Schneeballschlacht zu machen.
Insgesamt haben wir unseren Aufenthalt in Iran sehr genossen und wären gerne noch länger geblieben. Sprachlich konnten wir große Fortschritte machen. Es ist einfach etwas anderes, ob man direkt im Land ist und jeden Tag Persisch hört und spricht, oder ob man sich nur ein paar Mal die Woche für wenige Stunden in der Uni mit der Sprache beschäftigt. Es ist jedem zu empfehlen, in sein Studium ein Auslandssemester einzubauen und das ISAP-Programm bietet einen sehr guten Rahmen für diesen Auslandsaufenthalt.
(Bericht: Cornelia Hagemann und Mirja Wachter)