

"Was nicht im Menschen ist,
kommt auch von außen nicht in ihn hinein."
Wilhelm von Humboldt
Wir verstehen die Universität als eine besondere "Lernende Organisation" in einer Wissensgesellschaft. Innerhalb dieser ist sie Teil eines überwiegend staatlich organisierten, finanzierten und kontrollierten Bildungssystems. Sie unterscheidet sich von anderen Bildungseinrichtungen wie Privathochschulen, Business Schools, Fachhochschulen etc. durch einen spezifischen Auftrag: "Die Universitäten dienen vornehmlich der Forschung und Lehre und verbinden diese zu einer vorwiegend wissenschaftsbezogenen Ausbildung" (Bayerisches Hochschulgesetz, Art. 2 (1)). Innerhalb dieses Auftrags stehen die jeweiligen Lehr- und Forschungseinheiten der Universitäten in zunehmend weltweiter Konkurrenz zueinander.
Die Verknüpfung des universitären Auftrages mit "Wissenschaft" und "Wissenschaftlichkeit" ist gleichzeitig Verpflichtung und Legitimation für die Freiheit von Lehre und Forschung. Die Produktion und Vermittlung von Wissen hat deshalb den Kriterien der Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Objektivität und Reflexivität zu genügen. Letzteres gilt in besonderem Maße für die Weiterentwicklung der Wissenschaft, deren Wurzeln im Sinne der sie tragenden Werte, Denkweisen und Tugenden offenzulegen, zu überdenken und zu tradieren sind. "... erst das Nachdenken über die Grundlagen und Folgen der Forschung – ihr Woher, ihr Wozu und ihr Wohin, ihre Wahrheit und ihre Grenzen – verleiht einer wissenschaftlichen Lehr- und Forschungseinrichtung den universitären Charakter" (A. Morkel in DUZ, 3/1996, 13).
Der Lehrstuhlinhaber und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lehrstuhls wissen sich einer solchen kritischen Reflexion des eigenen Tuns verpflichtet. Deshalb erwarten wir auch von unseren Studierenden den selbstmotivierten Einsatz für die Inhalte des Studiums. Neugier, Wissbegierde, die Bereitschaft zu selbständigem Lernen und zu aktiver Teilnahme an den Lehrveranstaltungen sind unabdingbare Voraussetzungen für ein akademisches Studium. Wer sein Studium auf ein Verfahren zum schnellstmöglichen Erwerb eines Abschlusszeugnisses reduziert, wird diesem Anspruch nicht gerecht. Deshalb verstehen wir den lehrenden Teil unserer Tätigkeit vor allem als ein Angebot an interessierte und wissbegierige Menschen, deren Lern- und Lebensweg wir für die Dauer des Studiums unterstützen möchten. Denn: „Was nicht im Menschen ist, kommt auch von außen nicht in ihn hinein.“