Forschung

Meine Forschung beschäftigt sich mit Fragen der ökonomisch-sozialen Benachteiligung und Integration von Geflüchteten und anderen Zugewanderten. Konzeptionell verbinde ich ökonomische und soziologische Arbeitsmarkt- und Migrationstheorien, um die Rolle individueller Ressourcen (z. B. Humankapital, Sozialkapital) und Institutionen (auf nationaler und lokaler Ebene) für zentrale Lebensbereiche (Arbeit, Spracherwerb, Gesundheit, Familie, soziale Netzwerke) von Eingewanderten zu untersuchen. Auf empirischer Ebene arbeite ich mit groß angelegten Erhebungen unter Einsatz von Längsschnitt- und (quasi)experimentellen Forschungsdesigns sowie international vergleichenden Analysen.

Meine Expertise nutze ich auch für wissenschaftlich fundierte Politikberatung im In- und Ausland. Effektive evidenz-basierte Politikberatung setzt natürlich qualitativ hochwertige Daten voraus. In diesem Zusammenhang liegt ein weiterer Forschungsschwerpunkt auf der Entwicklung von Methoden zur Qualitätsverbesserung sozialwissenschaftlicher Daten.

Meine Arbeit wird in Form von Peer-Review-Zeitschriftenartikeln, Buchkapiteln, Forschungs- und Politikberichten veröffentlicht. Darüber hinaus bin ich Mitherausgeber von Sammelbänden und Sammelbänden in peer-reviewten Zeitschriften.

Ich bin Mitglied mehrerer Berufsverbände und internationaler Forschungsnetzwerke.

Ausgewählte Forschungsprojekte

  • Panel zu Rückwanderung und zirkulärer Migration“ (Laufzeit 2023-2026). Die Rückkehr- und Weitermigration wirft zahlreiche neue Forschungsfragen auf, die von hoher politischer, gesellschaftlicher und sozio-ökonomischer Relevanz sind. Vorhandene Daten zur Rückkehrmigration sind jedoch spärlich und widersprüchlich, was eine präzise Analyse erschwert.In dem geplanten Projekt soll eine Befragung von Rückkehrern und Emigrant*innen entwickelt werden, mit der Fragen zur Rückkehrmigration und zirkulärer Migration adressiert werden können.
  • Seeing your religion – Regionale Variation von Diskriminierung und Rassismus gegenüber Musliminnen und Muslimen auf dem deutschen Arbeitsmarkt“ (Laufzeit 2022-2023). Das Projekt Seeing your religion ist ein Teil des Forschungsverbunds Diskriminierung und Rassismus (FoDiRa) und wird finanziert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ). Das Projekt untersucht aus einer intersektionalen Perspektive die Rolle von Arbeitgebern und regionalen Faktoren für die Erklärung von spezifischen Nachteilen von Musliminnen und Muslimen.
  • Befragung Ukrainischer Geflüchtete 2022“ (Laufzeit: 2022-2024). Aufbauend auf der IAB-BAMF-SOEP Befragung von Geflüchteten führt das IAB ab Mitte 2022 gemeinsam mit dem BiB, dem BAMF und dem SOEP eine registerbasierte Längsschnittbefragung von ukrainischen Geflüchteten durch. Diese repräsentative Befragung liefert Informationen zur Fluchtgeschichte, der Bildungs-, Erwerbs- und Einkommenssituation, dem Gesundheitszustand sowie verschiedenen Netzwerken von ukrainischen Geflüchteten in Deutschland. Zusätzlich werden die befragungswilligen Personen 2023 in die IAB-BAMF-SOEP Befragung von Geflüchteten übergehen, was einen Vergleich zwischen verschiedenen Gruppen Geflüchteter ermöglicht. Eine ergänzende Verknüpfung mit den Integrierten Erwerbsbiografien (IEB) des IAB schafft eine langfristige Grundlage zur Analyse von ukrainischen Geflüchteten.
  • SUARE: Longitudinal Study of Ukrainian Refugees“ (DFG, Laufzeit: 2023-2026). Das Projekt etabliert die Dateninfrastruktur aufbauend auf den im Rahmen der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten entwickelten Erhebungsinstrumenten. Zugleich wird eigene Forschung zu zentralen Fragen der Flucht aus der Ukraine und der sozialen und strukturellen Integration von Geflüchteten aus der Ukraine betrieben. Ich bin Co-PI zusammen mit Herbert Brücker (IAB, BIM, HU), Stefan Liebig (DIW), und Sabine Zinn (DIW).
  • Einbürgerungsabsichten von zugewanderten und geflüchteten Personen in Deutschland(Forschungskooperation mit Andreas Damelang, FAU; Laufzeit: 2021-2023). Mittels eines experimentellen Vignettendesigns, eingesetzt in die IAB-SOEP-Migrationsstichprobe und die IAB-BAMF-SOEP-Stichprobe von Geflüchteten, untersucht dieses Projekt, inwiefern und in welchem Ausmaß die institutionellen Rahmenbedingungen des Einbürgerungsprozesses die Einbürgerungsabsichten von verschiedenen Gruppen von Eingewanderten in Deutschland strukturieren. Angesichts des Koalitionsvertrages zur Liberalisierung der gesetzlichen Bestimmungen (wie die Verkürzung der Wartezeit und die Ermöglichung der doppelten Staatsbürgerschaft) ist das Projekt besonders relevant für die Politik.
  • Besonderheiten der Flüchtlingsintegration(Forschungskooperation mit Agnieszka Kanas, Erasmus University, Frank van Tubergen, Utrecht University; Laufzeit: 2022-2025). Dieses Projekt fokussiert insb. auf weitgehend übersehene Aspekte im Zusammenhang mit langwierigen Asylverfahren, Religiosität, sowie Selbstidentifikation und Zugehörigkeitsgefühl.

Die projektspezifischen Fragestellungen adressieren aktuelle Problemstellungen der Migrations- und Integrationsforschung. Die Projekte besitzen zudem stark interdisziplinären Charakter und stellen wechselseitige Bezüge insb. zwischen Soziologie und Ökonomie her. Nationale und internationale Kooperationen mit den führenden Migrationsforschern, innovative Analysen mit Big Data, sowie ländervergleichender Forschungsdesigns steigern hier die wissenschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des IAB. Längerfristige Kooperationsbeziehungen mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im In- und Ausland fördern die Internationalisierungsbestrebungen des IAB.

 

Aktuelle Publikationsliste

kosyakova.org/research/publications-2/