Hans-Peter Blossfeld, Prof., Dr. rer. pol. Dr. h.c., ist seit August 2008 Geschäftsführender Direktor des Instituts für bildungswissenschaftliche Längsschnittforschung (INBIL) in der Universität Bamberg und Leiter des Nationalen Bildungspanels (NEPS). Er ist darüber hinaus seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Soziologie I an der Universität Bamberg und seit 2003 Leiter des Staatsinstituts für Familienforschung an dieser Universität. Er ist Senator und Mitglied des Hochschulrats der Universität Bamberg.
Geb. 1954 in München, 1976-80 Studium der Soziologie, Volkswirtschaft, Statistik und Wirtschaftsinformatik an der Universität Regensburg, 1984 Promotion an der Universität Mannheim und 1987 Habilitation an der Freien Universität Berlin. 1980-84 wissenschaftlicher Mitarbeiter beim VASMA-Projekt an der Universität Mannheim, 1984-92 leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin (beurlaubt von 1988-92). Im Studienjahr 1988/89 Fellow am Netherlands Institute for Advanced Study in the Humanities and Social Sciences in Wassenaar bei Den Haag (Niederlande); 1989-92 Full Professor for Political and Social Sciences am European University Institute in Florenz (Italien); 1992-98 Professor (C4) für Statistik und Methoden der empirischen Sozialforschung an der Universität Bremen; 1998-2002 Professor (C4) für Allgemeine Soziologie, insbesondere Theorie und Empirie von Sozialstrukturen und Wirtschaftssystemen an der Universität Bielefeld.
Blossfeld hat folgende Rufe abgelehnt: 1989: Position eines Wissenschaftlichen Leiters (äquivalent zu C4) am Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) in Mannheim; 1989: Universitätsprofessur (C3) für das Fach "Empirische Wirtschafts- und Sozialforschung" an der Universität Wuppertal; 1992: Universitätsprofessur (C4) für Soziologie mit dem Schwerpunkt Sozialpolitik an der Universität Leipzig; 1996: Position des Direktors des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verbunden mit der Position eines Oberdirektors bei der Hauptstelle der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg; 1999: Professor of Sociology an der Cornell University, Ithaca, New York, USA; 2001: unbefristete Forschungsprofessur am Nuffield College der Oxford Universität, Vereinigtes Königreich; 2002: Ordentlicher Universitätsprofessor für Soziologie an der Universität Wien, Österreich; 2002: Canadian Research Chair in Social Statistics an der Université de Montréal, Québec, Canada; 2003: Ordentliche Professur für Bildungssoziologie/Schulforschung an der Universität Bern, Schweiz; 2007: Position des Präsidenten von GESIS verbunden mit einer Forschungsprofessur an der Universität Mannheim oder an der Universität zu Köln.
Lehre als Gastprofessor an renommierten Universitäten, z. B. der Harvard und Cornell University, der University von Haifa und Tel Aviv, den Universitäten in Utrecht, Groningen und Nijmegen, den Universitäten in Southampton, Essex und Oxford, der Universidad Complutense de Madrid und der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona, der Università degli Studi di Trento und der Università degli Studi di Torino, den Universitäten Graz und Wien, der Wirtschaftsuniversität in Bergen und der Staatsuniversität in St. Petersburg.
Blossfeld ist Herausgeber des European Sociological Review (Oxford University Press) und der Zeitschrift für Familienforschung (Verlag Barbara Budrich). Er ist Mitherausgeber von International Sociology (Sage) und der Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (VS Verlag). Schließlich ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift für Soziologie und der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie.
Für seine herausragenden akademischen Leistungen als Sozialwissenschaftler wurde Blossfeld im März 2010 die Ehrendoktorwürde von der Tallinn University verliehen. Blossfeld ist gewähltes Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften Leopoldina (Sektion 25: Ökonomik und empirische Sozialforschung), der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Sozialwissenschaftliche Klasse) und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Philosophisch-historische Klasse). Blossfeld ist darüber hinaus auch Fellow der European Academy of Sociology, London. Er war von 2004-2009 Präsident des European Consortium of Sociological Research (ECSR) und ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Jugendinstituts (DJI) in München.
Fachliche Schwerpunkte: Bildungssoziologie, Allgemeine Soziologie; Sozialstrukturanalyse; Arbeitsmarktforschung, Familiensoziolgie, Bevölkerungssoziologie; Globalisierungsforschung; Soziologie des internationalen Vergleichs; Soziologie der Dynamik sozialer Systeme und des sozialen Wandels; Soziologie der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung; Schichtungs- und Mobilitätsforschung; Statistik (insbesondere Anwendung moderner Längsschnittverfahren im Rahmen der Lebenslaufforschung); formale Modellbildung; Methoden der Datenerhebung; empirische Sozialforschung. Blossfeld hat 23 Bücher und über 190 Artikel veröffentlicht.