Am Institut für bildungswissenschaftliche Längsschnittforschung (INBIL) an der Universität Bamberg sind derzeit folgende aus Drittmitteln finanzierte und (inter-)national bekannte Projekte aus dem Bereich der Bildungsforschung angesiedelt.
Das Nationale Bildungspanel (NEPS) untersucht Bildungsprozesse und Kompetenzentwicklung in Deutschland beginnend von früher Kindheit bis ins hohe Erwachsenenalter. Leiter des interdisziplinären Exzellenznetzwerks bestehend aus Institutionen und führenden Forschern ist Prof. Dr. Dr. h. c. Hans-Peter Blossfeld, Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Bund und Länder unterstützen das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wissenschaftlich begutachtete Projekt. Finanziert wird das Nationale Bildungspanel durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
Was lernen Kinder wann? Welche Rolle spielen dabei Kindergarten, Schule und Elternhaus? Auf welcher Grundlage werden Entscheidungen über den Schuleintritt und die Wahl der weiterführenden Schule gefällt? Das sind die zentralen Fragen, die die Forschungsgruppe BiKS an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg beantworten will. BiKS steht für "Bildungsprozesse, Kompetenzentwicklung und Selektionsentscheidungen im Vorschul- und Schulalter" und besteht aus einem Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Pädagogik, Psychologie und Soziologie. Am 1. März 2005 hat das BiKS-Projekt seine Arbeit offiziell aufgenommen. Unterstützt wird das Forschungsvorhaben von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Mit einem längsschnittlichen Mehrebenen-Design untersucht die
Studie PERLE multikriterial die Persönlichkeits- und Lernentwicklung von Grundschulkindern in staatlichen und privaten Schulen einiger neuer deutscher Bundesländer (insbesondere Sachsen, daneben Berlin, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern) vom Schuleintritt bis Ende Klasse 4. Die Privatschulklassen gehören zu den sog. „BIP (Begabung – Intelligenz - Persönlichkeit)-Kreativitätsschulen“, einem vor allem in den neuen Bundesländern verbreiteten Schulmodell, das von den Professoren Dr. Hans-Georg und Dr. Gerlinde Mehlhorn entwickelt wurde.
Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) hat im Jahr 2010 Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Blossfeld für sein Forschungsprojekt
„Education as a Lifelong Process – Comparing Educational Trajectories in Modern Societies” (eduLIFE) mit dem mit 2,5 Mio Euro dotierten „Advanced Investors Grant” ausgezeichnet. Ziel ist es, individuelle Bildungskarrieren über den Lebenslauf hinweg in Bezug auf den familiären Hintergrund, Bildungseinrichtungen, Arbeitsplätze und private Lebensereignisse vergleichend zu untersuchen. Das Projekt richtet seinen Blick ausdrücklich auf den gesamten Lebenslauf und greift auf die Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) zurück. Die NEPS-Daten werden mit Längsschnittdaten aus den fünf weiteren Ländern USA, Großbritannien, Schweden, Italien und Frankreich verglichen.
Das Schwerpunktprogramm 1646 "Education as a Lifelong Process. Datenanalyse des Nationalen Bildungspanels (NEPS)" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) umfasst 17 Forschungsprojekte aus fünf unterschiedlichen Disziplinen. Diese Projekte sind an sieben deutschen Universitäten und sieben deutschen Forschungsinstituten angesiedelt. Start des Schwerpunktprogrammes war am 1. Januar 2012. Während das Hauptprogramm für sechs Jahre genehmigt ist, sind die einzelnen Projekte zunächst auf drei Jahre ausgelegt und könnten dann zusätzlich zu weiteren Projekten verlängert werden.