Unser postgradualer Studiengang Denkmalpflege wurde bereits 1982 als „Aufbaustudium Denkmalpflege“ eingerichtet, und zwar in gemeinsamer Trägerschaft der Universität Bamberg mit der
Hochschule Coburg. Ab dem Wintersemester 2002/03 wurde das Aufbaustudium in den Masterstudiengang Denkmalpflege – Heritage Conservation umgewandelt, der vor kurzem erfolgreich seine Akkreditierung erfahren hat. Im Rahmen der Akkreditierung und zur Angleichung an die Bologna-Richtlinien wurde eine neue Studien- und Prüfungsordnung erarbeitet, die von allen Gremien der Universität Bamberg und der Hochschule Coburg genehmigt worden ist und zum Wintersemester 2007/08 in Kraft trat. Seit der Gründung bis heute haben über 950 Absolvent(inn)en das Studium erfolgreich abgeschlossen, davon seit 2003 bereits 264 Absovent(inn)en mit dem Master-Titel; damit gehört der Studiengang zu den ältesten und erfolgreichsten des Fachgebiets Denkmalpflege in Deutschland.
Von Seiten der Otto-Friedrich-Universität Bamberg wird der Masterstudiengang getragen vom Institut für Archäologie, Bauforschung und Denkmalpflege. Es besteht aus zwei Abteilungen; folgende Personen und Fächer sind daran beteiligt:
Die drei Professoren bringen den größten Teil ihres Lehrdeputats (jeder jeweils sechs Stunden pro Woche in jedem Semester) in den Studiengang Denkmalpflege ein. Darüber hinaus wirken vier wissenschaftliche Mitarbeiter mit:
Die drei Professuren beteiligen sich – neben ihren Lehrverpflichtungen für ihre jeweiligen Hauptfächer – ebenfalls am Masterstudiengang, um die archäologische Denkmalpflege in das Lehrprogramm einzubinden, und zwar sowohl durch Vorlesungen und Seminare als auch durch Lehrgrabungen. Somit wird den Studierenden von Anfang an verdeutlicht, dass die oberirdischen wie die unterirdischen Denkmäler untrennbar zusammengehören.
Die am Masterstudiengang beteiligten Kollegen der
Hochschule Coburg kommen aus den dortigen Studiengängen Architektur und Bauingenieurwesen. Sie vertreten Bereiche der praxisorientierten Fächer. Die enge Zusammenarbeit hat sich hervorragend bewährt:
Der Studienort ist Bamberg, die Kollegen aus Coburg kommen an die Universität Bamberg, so dass die Studierenden nicht hin und her fahren müssen, außer zu Veranstaltungen in den Coburger Labors.
Unentbehrlich ist außerdem die Mitwirkung von Lehrbeauftragten aus verschiedenen Fachgebieten und Fachbehörden, vor allem dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Neben Generalkonservator Prof. Dr. Egon J. Greipl, der Honorarprofessor für Denkmalpflege an unserer Fakultät ist, nehmen mehrere Referatsleiter und Referenten des Landesamts Lehraufträge bei uns wahr, um einen näheren Einblick in die aktuelle Praxis der Denkmalpflege zu vermitteln. Dies betrifft nicht nur die Bau- und Kunstdenkmalpflege, sondern auch die Bereiche der Inventarisation, der Pflege historischer Kulturlandschaften und der angewandten Bauforschung. Zusätzliche Lehrinhalte aus Sondergebieten der Denkmalpflege (zum Beispiel Städtebauliche Denkmalpflege, Ländliche Siedlungen und Haustypen, Gartendenkmalpflege, Historische Grundwissenschaften, moderne Aufmaßtechniken und andere) steuern Spezialisten mit entsprechender Berufserfahrung bei.
Neu eingeführt wurden Blockveranstaltungen, die jeweils eine Woche dauern und als Intensivwochen hauptsächlich im Sommersemester durchgeführt werden. Sie finden in Form von Exkursionen beziehungsweise externen Lehrveranstaltungen statt und machen die Studierenden mit denkmalpflegerischen Fragestellungen vertraut, die im direkten Umgang mit Baudenkmälern oder Ensembles diskutiert werden. Dabei werden die einschlägigen Kenntnisse und Fähigkeiten durch Aufgabenstellungen vertieft, die von den Studierenden in Teamarbeit gelöst werden müssen. Die Themen dieser Intensivwochen reichen von bauforscherischen Untersuchungen und Dokumentationsmethoden über Fragen der Inventarisation und Denkmalkunde bis hin zu restaurierungswissenschaftlichen oder sanierungstechnologischen Untersuchungen.
Neben den Lehrangeboten widmet sich das Institut für Archäologie, Bauforschung und Denkmalpflege intensiv der Forschung im nationalen und internationalen Kontext. Hierzu werden nach Möglichkeit Studierende des Masterstudiengangs eingebunden, um die ständige Verknüpfung von Forschung und Lehre zu gewährleisten. Außerdem haben Studierende mit gutem Masterzeugnis die Chancen, sich durch eine Promotion wissenschaftlich weiterzubilden. Die Förderung der Doktoranden wird auch in Zukunft ein Schwerpunkt der wissenschaftlichen Weiterbildung sein.