
Häberlein, Mark / Jeggle, Christof (Hg.), Materielle Grundlagen der Diplomatie. Schenken, Sammeln und Verhandeln in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, (Irseer Schriften. Studien zur Wirtschafts-, Kultur- und Mentalitätsgeschichte, N. F., Bd. 9). Konstanz 2013 (ISBN 978-3-86764-364-1)
Die Beiträge dieses Sammelbandes untersuchen das Verhältnis von Diplomatie und Wirtschaft im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit aus unterschiedlichen Perspektiven. Sie analysieren die Funktionen und Praktiken des Transfers materieller Güter bei der Etablierung und Pflege diplomatischer Beziehungen und zeigen die Intentionen, Kontexte und Folgen des Transfers wertvoller Objekte auf. Ferner werfen sie Schlaglichter auf die Akteure, die materielle Austauschbeziehungen im Kontext der vormodernen Diplomatie gestalteten. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Materialität, künstlerischen Gestaltung und Symbolik der Objekte, die getauscht wurden.
Das Spektrum der Beiträge reicht von deutschen Reichsstädten und europäischen Fürstenhöfen bis zur indianischen Diplomatie im kolonialen Nordamerika.

Schmölz-Häberlein, Michaela, Kleinstadtgesellschaft(en). Weibliche und männliche Lebenswelten im Emmendingen des 18. Jahrhunderts (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte – Beihefte 220). Stuttgart 2012 (ISBN 978-3-515-10239-1).
Obwohl Kleinstädte mit weniger als 2000 Einwohnern die Städtelandschaft des Alten Reiches maßgeblich prägten, liegen bislang nur wenige Untersuchungen zu ihrer Sozial- und Kulturgeschichte vor. Diese Studie zur badischen Amtsstadt Emmendingen rekonstruiert auf breiter Quellengrundlage gesellschaftliche Entwicklungen, ökonomische Aktivitäten, materielle Kultur, Lebensläufe und familiäre Konflikte in einer 'typischen' südwestdeutschen Kleinstadt des 18. Jahrhunderts.
Michaela Schmölz-Häberlein zeigt, dass diese Kleinstadtgesellschaft keineswegs statisch war, sondern eine beträchtliche demographische und wirtschaftliche Dynamik aufwies sowie von geographischer und sozialer Mobilität geprägt war. Außerdem lebte die lutherische Bevölkerungsmehrheit hier mit Angehörigen unterschiedlicher konfessioneller und religiöser Minderheiten – Katholiken, Reformierten, Täufern, Juden – auf engem Raum zusammen. Ein besonderes Augenmerk der Autorin liegt auf den spezifischen Handlungsspielräumen, Lebenswelten und Erfahrungen von Frauen.

Kuhn, Christian / Bießenecker, Stefan (Hg.), Valenzen des Lachens in der Vormoderne (1250-1750) (Bamberger Historische Studien 8). Bamberg 2012 (ISBN 978-3-86309-098-2),
urn:nbn:de:bvb:473-opus4-5637
Das Lachen war oft Gegenstand theoretischer Reflexion. Untersuchungen zu den spezifischen historischen Konstellationen des Lachens in der Vormoderne fehlen dagegen fast ganz. Diesem Defizit ist der vorliegende Band gewidmet. Über das Lachen lässt sich historisches Selbstverständnis erschließen. Werte und Tabus treten in politischen, historiographischen, literarischen und brieflichen Zeugnissen, die mit dem Lachen befasst sind, in besonders prägnanter Weise hervor. Das Lachen ist eine Form der Kommunikation und sozialen Interaktion, die nicht nur durch Instrumentalisierung in der Propaganda neue Identitäten schaffen und festigen kann. Lachen dient als Machtinstrument, trägt zur gruppeninternen Verständigung bei und ist ein Mittel der Sinnstiftung. Die hier versammelten Beiträge untersuchen die Valenzen des Lachens empirisch und in interdisziplinärer Perspektive vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert. Exemplarische Studien loten so das Potential einer historischen Erforschung des Lachens aus.

Häberlein, Mark, The Fuggers of Augsburg Pursuing Wealth and Honor in Renaissance Germany (Early Modern German History). Charlottesville/London 2012.
As the wealthiest German merchant family of the sixteenth century, the Fuggers have attracted wide scholarly attention. In contrast to the other famous merchant family of the period, the Medici of Florence, however, no English-language work on them has been available until now. The Fuggers of Augsburg offers a concise and engaging overview that builds on the latest scholarly literature and the author’s own work on sixteenth-century merchant capitalism. Mark Häberlein traces the history of the family from the weaver Hans Fugger’s immigration to the imperial city of Augsburg in 1367 to the end of the Thirty Years’ War in 1648. Because the Fuggers’ extensive business activities involved long-distance trade, mining, state finance, and overseas ventures, the family exemplifies the meanings of globalization at the beginning of the modern age.
The book also covers the political, social, and cultural roles of the Fuggers: their patronage of Renaissance artists, the founding of the largest social housing project of its time, their support of Catholicism in a city that largely turned Protestant during the Reformation, and their rise from urban merchants to imperial counts and feudal lords. Häberlein argues that the Fuggers organized their social rise in a way that allowed them to be merchants and feudal landholders, burghers and noblemen at the same time. Their story therefore provides a window on social mobility, cultural patronage, religion, and values during the Renaissance and the Reformation.

Häberlein, Mark / Kuhn, Christian / Hörl, Lina (Hg.), Generationen in spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Städten (ca. 1250-1750) (Konflikte und Kultur - Historische Perspektiven, Band 20). Konstanz 2011 (ISBN 978-3-86764-254-5)
Die Beiträge dieses Bandes untersuchen die Generationengeschichte der europäischen Stadt der Vormoderne in unterschiedlichen sozialen und literarischen Kontexten. Ausgehend von aktuellen Debatten um Generationenbewusstsein und -konflikte in früheren Epochen thematisieren sie Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen verschiedener Altersgruppen in städtischen Räumen, materielle und immaterielle Übertragungsprozesse, innerfamiliäre Konflikte und Generationenmotive in literarischen Texten. In all diesen Konstellationen zeichnen sich kulturelle Praktiken und grundlegende Normen des gesellschaftlichen Zusammenlebens in der Vormoderne ab.

Kuhn, Christian: Generation als Grundbegriff einer historischen Geschichtskultur
Die Nürnberger Tucher im langen 16. Jahrhundert (Formen der Erinnerung 45). Göttingen 2010 (ISBN 978-3-89971-588-0)
Verschiedene Generationen schreiben die Geschichte ihrer Familie unterschiedlich. So ließe sich die lebhafte Entwicklung der Nürnberger Familiengeschichtsschreibung seit den Collectaneenbänden des Humanisten Christoph Scheurl aus dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts resümieren. Neben genealogischen Ausführungen zeigen vor allem die politischen, konfessionell-religiösen und geschichtstheologischen Inhalte die Dynamik im Achtungsmarkt familiärer Vergangenheiten. Die untersuchten Quellen umfassen neben neu erschlossenen Materialien auch kulturhistorisch bedeutsame Werke wie das »Große Tucherbuch«, an dessen Jahrzehnte dauernder Fertigstellung so bedeutende Künstler wie Jost Amman mitwirkten. Das Hauptaugenmerk des Autors richtet sich auf die historische Bedeutung des Begriffs »Generation« in der brieflichen Überlieferung der Familie Tucher und in repräsentativen Geschlechterbüchern: Eine zentrale Sinnkategorie in einer Erinnerungs- und Geschichtskultur des 16. Jahrhunderts.
Häberlein, Mark / Keese, Alexander (Hg.), Sprachgrenzen – Sprachkontakte – kulturelle Vermittler. Kommunikation zwischen Europäern und Außereuropäern (16.–20. Jahrhundert) (Beiträge zur Europäischen Überseegeschichte Band 97). Wiesbaden, Franz Steiner Verlag 2010 (978-3-515-09779-6)
Die überseeische Expansion brachte europäische Seefahrer, Händler, Missionare, Forscher und Kolonisten mit einer Vielzahl von Sprachen in Kontakt, die in Europa zuvor weitgehend unbekannt waren. Für die Kommunikation mit außereuropäischen Bevölkerungen jenseits einfacher Formen wie Gabentausch und Zeichensprache waren multilinguale Vermittler unabdingbar, die über die Fähigkeit verfügen mussten, im Medium der Sprache auch fremdartige Rituale, Weltbilder und Sinnsysteme verständlich zu machen. Aufbauend auf den philologischen Studien christlicher Missionare waren die Kolonialmächte seit dem 19. Jahrhundert zunehmend bestrebt, außereuropäische Sprachen wissenschaftlich zu klassifizieren. Während koloniale Herrschaft zum Verschwinden vieler außereuropäischer Sprachen führte, erlangten andere Sprachen wie Malaiisch oder Swahili als Verkehrssprachen neue Bedeutung.
Die vielfältigen Facetten der Kommunikation zwischen Europäern und Außereuropäern untersuchen die Autoren dieses Bandes, der auf eine Tagung der Gesellschaft für Überseegeschichte an der Universität Bamberg zurückgeht, in einer Reihe empirischer Fallstudien.
Häberlein, Mark / Jeggle, Christof (Hg.): Praktiken des Handels. Geschäfte und soziale Beziehungen europäischer Kaufleute in Mittelalter und früher Neuzeit (Studien zur schwäbischen Kulturgeschichte, Neue Folge Bd. 6). Konstanz 2010 (ISBN: 978-3-86764-203-3 )
Mit seiner Ausrichtung auf die Praktiken des Handels stellt der Band die gegenwärtige Neuorientierung der Handelsgeschichte dar. In Fallstudien befassen sich Autorinnen und Autoren aus mehreren Ländern mit konkreten Erscheinungsformen sozialer Interaktionen beim Gütertransfer, der Kreditgewährung, dem Zahlungsverkehr und der Informationsübermittlung. Dabei untersuchen sie unterschiedliche Ebenen des kommerziellen Austauschs - vom Detailhandel bis zum interkontinentalen Handel. Sie thematisieren spezifische Handelszweige, individuelle Akteure, den Umgang mit Informationen sowie das Verhältnis der Geschlechter.
Häberlein, Mark / Künast, Hans-Jörg / Schwanke, Irmgard (Hg.): Die Korrespondenz der Augsburger Patrizierfamilie Endorfer 1620-1627. Briefe aus Italien und Frankreich im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges (Documenta Augustana, Bd. 21). Augsburg 2010 (ISBN 978-3-89639-756-0)
Im Herbst 1628 wurde in der Reichsstadt Augsburg ein Skandal aufgedeckt: Der angesehene patrizische Rats- und Steuerherr Friedrich Endorfer d.Ä. hatte Tausende von Gulden an städtischen Steuergeldern veruntreut. Im Zuge der Ermittlungen beschlagnahmten die städtischen Behörden zahlreiche Schriftstücke aus Endorfers Schreibstube. Darunter befanden sich auch mehr als 70 Briefe, welche die kaufmännische Ausbildung von Endorfers Söhnen Friedrich und Hans in Lucca und Lyon dokumentieren. Diese ebenso aufschlussreichen wie lebendigen Zeugnisse der Handels-, Sozial- und Kulturgeschichte des frühen 17. Jahrhunderts werden hier erstmals in einer ausführlich kommentierten kritischen Edition zugänglich gemacht.
Häberlein, Mark / Kuhn, Christian (Hg.): Fremde Sprachen in frühneuzeitlichen Städten.Lernende, Lehrende und Lehrwerke (Fremdsprachen in Geschichte und Gegenwart 7). Wiesbaden 2010 (ISBN 978-3-447-06192-6)
In konkreten Fallstudien zu mitteleuropäischen Städten (Augsburg, Nürnberg, Ravensburg, Freiburg i.Br., Basel, Zürich, Lüneburg) untersuchen die Beiträge des von Mark Häberlein herausgegebenen Bandes Formen und Praktiken des Fremdsprachenerwerbs zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert. Sie thematisieren das Sprachenlernen von Patrizier- und Kaufmannssöhnen im Ausland, die Lebensbedingungen und die Rechtsstellung von Sprachmeistern in frühneuzeitlichen Städten sowie Konzeption, Druck und Verbreitung von Lehrwerken für den Unterricht. Erstmals werden damit die Stadtgeschichte und die Geschichte des Fremdsprachenlernens in der Frühen Neuzeit systematisch aufeinander bezogen.
Häberlein, Mark: The Practice of Pluralism. Congregational Life and Religious Diversity in Lancaster, Pennsylvania 1730–1820. University Park, Pa. 2009 (ISBN 978-0-271-03521-5)
The clash of modernity and an Amish buggy might be the first image that comes to one’s mind when imagining Lancaster, Pennsylvania, today. In the early to mid-eighteenth century, Lancaster stood apart as an active and religiously diverse, ethnically complex, and bustling city. On the eve of the American Revolution, Lancaster’s population had risen to nearly 3,000 inhabitants; it stood as a center of commerce, industry, and trade. Of course the German-speaking population—Anabaptists as well as German Lutherans, Moravians, and German Calvinists made up the majority, but about one-third were English-speaking Anglicans, Catholics, Presbyterians, Quakers, Calvinists, and other Christian groups. A small group of Jewish families also lived in Lancaster, though they had no synagogue. Carefully mining historical records and documents, from tax records to church membership rolls, Mark Häberlein confirms that religion in Lancaster was neither on the decline nor rapidly changing; rather, steady and deliberate growth marked a diverse religious population.
Lang, Heinrich: Cosimo de' Medici, die Gesandten und die Condottieri. Diplomatie und Kriege der Republik Florenz im 15. Jahrhundert. Paderborn 2009 (ISBN 978-3506765970)
In der Renaissance wurde Florenz zu einem wichtigen Akteur auf der machtpolitischen Bühne Italiens. Die Medici stiegen von einer Bankiersfamilie zu Herren der Stadt auf. Sie flochten enge Verbindungen zu den italienischen Fürsten und besonders zu den condottieri, den schillernden Spielern auf einem Gewaltmarkt, dessen Gefahren privatisierter Kriegführung durch die zwischenstaatlichen, von Bankiers, Juristen und Diplomaten getragenen Beziehungen eingedämmt wurden. Über diese Netzwerke zwischen Krieg und Geschäft sicherten sich die Medici nicht nur die Macht, über sie verbreitete sich auch die Kultur der Renaissance. Am Beispiel der Aussenverflechtungen Florenz' unter Cosimo de' Medici dem Alten (1389-1464) zeigt Lang, wie eine Gruppe von Mittelsmännern, Agenten und Maklern das prekäre Staatengefüge Italiens stabilisierte. Diplomatische und militärische Aussenpolitik erweisen sich dabei, im Sinne von Machiavelli, als personell und institutionell untrennbar miteinander verbunden.
Häberlein, Mark / Kech, Kerstin /Staudenmaier, Johannes (Hg.): Bamberg in der frühen Neuzeit (Bamberger historische Studien 1). Bamberg 2008 (ISBN 978-3929341324)
Die Beiträge dieses Bandes behandeln Aspekte der Verwaltungs-, Herrschafts-, Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte Bambergs zwischen 1500 und 1800 und schließen damit einige der weißen Flecken auf der Landkarte der frühneuzeitlichen Stadt- und Regionalforschung. Zugleich werden aktuelle geschichtswissenschaftliche Fragestellungen und Konzepte empirisch erprobt. Damit sollen die Möglichkeiten, die Bamberg als Forschungsfeld bietet, und das Potential, das sich mit der Anwendung von Konzepten und Methoden der modernen Geschichtswissenschaft auf das reichhaltige Bamberger Material verbindet, aufgezeigt und Anregungen für künftige Forschungen gegeben werden.
Zugriff auf den Volltext über OPUS:
www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2008/139/
Häberlein, Mark: Die Fugger: Geschichte einer Augsburger Familie (1367-1650). Stuttgart 2006 (ISBN 978-3170184725)
Wie keine andere Familie verkörpern die Fugger wirtschaftlichen Erfolg und soziale Aufstiegschancen des süddeutschen Bürgertums an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Unter der Leitung Jakob und Anton Fuggers baute die Familienfirma binnen weniger Jahrzehnte das größte europäische Handels- und Bergbauunternehmen seiner Zeit auf. Als Geldgeber des Kaisers und als Bankiers der römischen Kurie spielten die Fugger eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der europäischen Politik. Ihr Erfolg ermöglichte ihnen den Kauf großer Landgüter in Schwaben und den Aufstieg in den Reichsadel. Als überzeugte Anhänger der alten Kirche exponierten sie sich in den konfessionellen Auseinandersetzungen der Reformationszeit. Als Stifter, Sammler und Mäzene prägten sie die Kultur der süddeutschen Renaissance.
Gassert, Philipp / Häberlein, Mark / Wala, Michael: Kleine Geschichte der USA. Stuttgart 2007 (ISBN: 978-3150106297)
Die Vereinigten Staaten haben die Welt im 20. Jahrhundert geprägt wie kein zweites Land. Verstehen lässt sich das Agieren und die Rolle der Supermacht in der Gegenwart aber nur, wenn man die Geschichte der USA kennt. In der Reihe von Reclams Kleinen Nationalgeschichten liefern drei Amerika-Spezialisten diese Information zu 400 Jahren amerikanischer Geschichte, von den Pilgrim Fathers bis zu den Kongresswahlen 2006, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts haben sie dabei besondere Beachtung geschenkt.
Irmgard Schwanke: Fremde in Offenburg. Religiöse Minderheiten und Zuwanderer in der Frühen Neuzeit (Konflikte und Kultur - Historische Perspektiven 11). Konstanz 2005 (ISBN 978-3-89669-708-0)
Die Herkunft, das abweichende Bekenntnis - das waren die wesentlichen Kriterien, über die man Fremdheit in der Frühen Neuzeit definierte. Im Offenburg des 17. und 18. Jahrhunderts waren Zuwanderer und religiöse Minderheiten in diesem Sinne fremd. Aus drei unterschiedlichen Perspektiven werden die Möglichkeiten und die Grenzen der Integration untersucht: Neben der Politik des städtischen Rates und der Haltung der einheimischen Bevölkerung interessieren die Strategien der Fremden im Prozess von Migration und Integration. Untersucht werden die "Fremden" im städtischen Wirtschaftsleben, ihre Niederlassungs- und Bürgerrechte sowie ihre Patenschafts- und Heiratspraxis.
Häberlein, Mark / Jeggle, Christof (Hg.): Vorindustrielles Gewerbe. Handwerkliche Produktion und Arbeitsbeziehungen in Mittelalter und früher Neuzeit (Irseer Schriften, N.F. 2). Konstanz 2004 (ISBN 978-3896696922)
Der Irseer Arbeitskreis für vorindustrielle Wirtschafts- und Sozialgeschichte verknüpfte auch bei seiner zweiten Tagung im März 2002 die traditionell der Wirtschaft zugeordneten Themen mit dem gesamten Spektrum sozialhistorischer Forschung, also mit sozial-, kultur- und geschlechterspezifischen Fragestellungen. Durch die Debatten zur Protoindustrialisierung sowie mikrohistorische und geschlechtergeschichtliche Forschungsansätze hat die vorindustrielle Gewerbegeschichte neue Impulse erhalten. Die Autoren und Autorinnen dieses Bandes greifen die Ansätze auf und diskutieren sie anhand lokaler und regionaler Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum.